Firmenschild des Untenehmens Südzucker (Bild: Josefine Jahn/rbb)
Video: Brandenburg Aktuell | 11.02.19 | Konstanze Schirmer | Bild: rbb/Josefine Jahn

Zuckerfabrik in Brottewitz - Brandenburgs einzige Zuckerfabrik stemmt sich gegen das Aus

Der Zuckerfabrik im Mühlberger Ortsteil Brottewitz (Elbe-Elster) droht das Aus. Das Unternehmen Südzucker will zwei seiner 31 Werke schließen, darunter die einzige Zuckerfabrik Brandenburgs. Gegen die Pläne des Unternehmens regt sich Protest.

Der Zuckerfabrik im Mühlberger Ortsteil Brottewitz (Elbe-Elster) droht möglicherweise das Ende. Das Unternehmen Südzucker will zwei seiner 31 Werke deutschlandweit schließen. Brandenburgs einzige Zuckerfabrik könnte dabei betroffen sein.

Im Kampf um den Erhalt des Werkes gab es am Montag eine Betriebsversammlung und einen runden Tisch mit Vertretern aus der Politik. Für Freitag ist eine Demonstration angekündigt.

Protesttransparent in Brottewitz (Bild: Josefine Jahn/rbb)
Protestbanner in Brottewitz | Bild: rbb/Josefine Jahn

Landrat und Gewerkschaft versprechen Unterstützung

Bereits im Vorfeld hatte Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski den Mitarbeitern seine Unterstützung zugesagt. Hoffnung bestehe immer, solange die letzte Entscheidung noch nicht getroffen sei, so Heinrich-Jaschinski. Der Aufsichtsrat der Südzucker AG wolle im Februar seinen Beschluss fassen. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir gemeinsam, solidarisch die ganze Region hinter dem Standort steht, hinter Brottewitz." An dem Standort hingen auch Aufträge für Gewerbe und Dienstleister, fuhr Heinrich-Jaschinski fort.

Auch die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) stellt sich hinter die Belegschaft. Sie fordert unter anderem die Gesamtproduktion von Zucker deutschlandweit einzuschränken, ohne dabei ganze Werkstandorte zu gefährden. Nach zwei bis drei Jahren würde sich der Markt regulieren, ähnlich wie es auf dem Milchmarkt der Fall gewesen sei, sagte Gewerkschaftssekretär Ingolf Fechner dem rbb auf Nachfrage.

Neben den 90 Fabrikarbeitern sind knapp 400 Rübenbauern von der drohenden Schließung betroffen. Am Freitag soll es eine Demonstration gegen die Betriebsschließung unter dem Motto "Wir machen uns eine Rübe" geben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.02.2019, 9:30 Uhr;

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

5 Kommentare

  1. 5.

    Es ist schon traurig das wieder Arbeitsplätze im Osten verloren gehen !

  2. 4.

    Arbeiten sie in einem Werk von Südzucker? Und waren sie jemals in Brottewitz? Wenn nicht.... dann behaupten sie so etwas bitte nicht!!!!

  3. 3.

    Wenn solche Schaumänner wie der Papst von Herzberg und Landrat alles nur schönzureden und zuschauen wie es in dieser Region nur rückwärts geht ist dies Verhalten des Prozers gerade richtig. Alles nur Schönreden konnten schon Honecker und seine Vorgänger. Der EE-Kreis ist und bleibt das Armenhaus in Brandenburg und seine Schädiger protzen in ihren Hauszeitungen.

  4. 2.

    Die Schliessung ist richtig. Es gibt eben anderswo Standorte der Südzucker AG die optimaler arbeiten.

  5. 1.

    Der Zuckerrübenanbauerverband Sachsen-Thüringen existiert praktisch gar nicht mehr. Dessen Vorsitzender - der in erster Linie die Interessen der regionalen Landwirte zu vertreten hat - ist seit Jahren Mitglied im Aufsichtsrat der Südzucker AG und kennt die Strategien des Konzerns genau. Die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder wissen ebenfalls seit Jahren, dass Brottewitz auf der "Abschussliste" steht. Ihren einzigen Verbandsmitarbeiter, der offen die Probleme angesprochen und ein Konzept zur Stärkung des Verbandes und somit auch des Standortes Brottewitz ausgearbeitet hatte, wurde daraufhin durch den Vorsitzenden vor 16 Monaten schlagartig entlassen. Niemand hat sich nur ansatzweise für die wirklichen Gründe interessiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Symbolischer Spatenstich für für Strand am Sedlitzer See in Lieske
rbb/Anja Kabisch

Sedlitzer See bekommt Strand - Erst Symbolik mit Spaten - später Touristen

Das Lausitzer Seenland ist eine Großfamilie. Etwa 30 Seen gehören dazu, der größte ist der Sedlitzer See. Bevor er das wurde, war er bis 1980 der Kohle-Tagebau Sedlitz. Und nun - nach der Kohle kommt der Tourismus. Am Dienstag symbolischer Spatenstich für den Seestrand. Von Anja Kabisch