Junge Urlaubsregion - Lausitzer Seenland fehlen Köche und Kellner

Das Lausitzer Seenland ist eine aufstrebende Tourismusregion. Doch ein Blick hinter die Kullissen zeigt große Probleme: An allen Ecken und Enden fehlt Personal. Zudem klagen Hotels und Gaststätten über steigende Betriebskosten.

Das Lausitzer Seenland hat sich in den vergangenen Jahren gemausert. Aus einstigen Tagebauen sind riesige Seen geworden, teils durch schiffbare Kanäle miteinander verbunden. Seit Jahren steigen die Besucherzahlen stetig. Fast 800.000 Gäste zählte das Lausitzer Seenland im vergangenen Jahr. 

Doch es gibt ein Problem: Gäste, die ins Seenland kommen, wollen gut essen und oft auch übernachten. Weil es aber zu wenige Köche, Kellner und Zimmermädchen gibt, mussten erste Pensionen schon wieder schließen und Gaststätten ihre Öffnungszeiten kürzen.

Wochenend- und Schichtarbeit schrecken Bewerber ab

Die jüngste Tourismusumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus [externer Link] zeigt, dass Hotels und Gaststätten im Lausitzer Seenland schwer mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen haben.

Lange Arbeitswege und kaum Kindergärten in Jobnähe sind für potenzielle Bewerber oft ein Ausschlußkriterium. Hinzu kommen hohe Lohnforderungen, sowie Wochenend- und Schichtarbeit. Außerdem klagen Hotel- und Restaurantbetreiber über steigende Betriebskosten. Wie aus der Tourismusumfrage der IHK hervorgeht, befürchten viele von ihnen, dass diese Punkte sich hemmend auf die Entwicklung ihres Betriebes auswirken wird.

rbb-Diskussionsveranstaltung: Leinen los für den Tourismus?

Was sich Hoteliers und Gastronomen von der Politik wünschen, damit das Lausitzer Seenland nicht untergeht und welche Chancen der Strukturwandel bietet, darüber wird am Montag, 24.06.2019, bei einem "Antenne Stammtisch" auf den IBA-Terrassen Großräschen diskutiert.

Gäste ab 18 Uhr sind unter anderen Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD), die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Lausitzer Seenland, Kathrin Winkler, und der Landrat des Oberspreewald-Lausitz Kreises, Siegurd Heinze (parteilos).

Antenne Stammtisch

Montag, 24. Juni 2019

18.00 - 19.00 Uhr

Haus 3, IBA-Terrassen Großräschen

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.06.2019, 14:40 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    Ich bin selber Koch und kann bestätigen das sich keiner mehr 12-14 Stunden in die Küche stellt bei 50°C oder wärmer in der Küche .... und das schon gar nicht jedes Wochenende und Lohn kann man das mancherorts gar nicht nennen was man bekommt eher eine kleine Aufwandsentschädigung!

  2. 11.

    "Seit Jahren steigen die Besucherzahlen stetig. Fast 800.000 Gäste zählte das Lausitzer Seenland im vergangenen Jahr." Ach, wie passt das zu Ihrem Kommentar?

  3. 10.

    @rbb "Hohe Lohnforderungen" ?! Was wird denn tatsächlich aktuell gezahlt für dort tätige Fachkräfte? Wenn das nicht so traurig wäre, könnte ich lachen über "hohe Lohnforderungen" ;)

  4. 9.

    Naja ich finds nicht schlimm, in solch Fremden nicht gerade freundlichen Gegenden, siehe Afd Erfolge, will nicht wirklich jemand hin.
    Mit dieser Einstellung, neben den anderen Faktoren, findet man ebend auch keine Arbeitskräfte.

  5. 8.

    Marktwirtschaft wirkt

    Offensichtlich finden sich genügend Leute, die zu den angebotenen Bedingungen dort arbeiten wollen.

  6. 7.

    Ein praxisnaher Kommentar.
    Dank ihnen brauche ich ihn nicht schreiben.

    Am gedeckten Tisch Platz nehmen und spontan hochwertige Speisen a la Carte und Service genießen. Das ist ein sehr angenehmer Luxus. Dahinter steckt viel Vorbereitung und auch logistischer Aufwand. Vom Einkauf bis zum gründlichen Reinigen der Küche mitunter um Mitternacht. Das muss bzw. müsste alles mitbezahlt werden. Wohlhabend kann ein Restaurantbetreiber nur werden wenn er zahlreiche Stammgäste, viel Laufkundschaft hat und/oder viele Getränke, Spirituosen und Kaffeegetränke verkauft.
    Übrigens: eine echte Seezunge(Rotzunge oder Limande) kann unter 30 Euro mit Gewinnmarge nicht angeboten werden.

  7. 6.

    ...da wird man wohl nicht um Lohnsubventionen herumkommen. Hier und anderswo. Tourismus besteht ja auch nicht nur
    aus Hotels und Restaurants- andere Bereiche sind genauso betroffen. Und mal im Ernst: In einem mittelstandsfeindlichem Land wie Deutschland, wo man jede unternehmerische Aktivität bekämpft, restriktiert und besteuert, da kommt im Quadrat dieser Faktor als Erschwernis noch dazu, da braucht man sich nicht zu wundern!

  8. 5.

    Na dann lassen Sie sich mal die 35-€-Bulette schmecken, die Ihnen der umgelernte Kohlekumpel für sein gewohntes Gehalt auf den Teller zaubert.

  9. 4.

    Die Fachkräfte im Hotel- und Gaststättengewerbe fehlen auch anderswo. Wer will schon an Wochenenden und Feiertagen gern arbeiten und wenn er das macht, sich auch noch von einzelnen Gästen als faul beschimpfen lassen, wenn die Bedienung wegen Arbeitskräftemangel nicht jeden Gast schnell bedienen kann. Für die (nichtgeplante) Nachtarbeit ab 22.00 Uhr gibt es keinen Zuschlag, das Personal hat oftmals nach Arbeitsschluss keine öffentliche Verkehrsanbindung, ist also auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen . Da muss schon sehr viel Liebe zu diesem Beruf vorhanden sein, der auch von den Unternehmen nicht immer ausreichend honoriert wird. 12 - 14 Stunden Arbeitszeit sind da keine Seltenheit für eine Kellnerin am Wochenende und Feiertagen pro Schicht, während manche Hoteldirektoren ihr Wochenende mit der Familie verbringen. Diese Tätigkeiten werden auch von der Finanzbehörde steuerlich in keinster Weise berücksichtigt. Wer will da schon für diese kargen Gehälter an der Basis gern arbeiten?

  10. 3.

    Man könnte ja den einen oder anderen Kohlekumpel umschulen. Das Gehalt muss natürlich stimmen.

  11. 2.

    Möglicherweise ist Personalmangel in der Gastro in den niedrigen Löhnen und miesen Arbeitsbedingungen zu suchen. Den gleichen Artikel gab es übrigens vergangenes Jahr. Klingt nach: die Klage ist des Kaufmanns Gruß.

  12. 1.

    Ja sorry, aber solange die Arbeitgeber keinen vernünftigen Lohn bieten, der Existenz sichern ist, wird sich nichts ändern, dann muss der wirt halt die Preise einwenig anheben und von seinem Gewinn etwas mehr abgeben, bei diesen Leuten steht aber nur Gewinnmaximierung im Vordergrund.

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