Video: Brandenburg aktuell | 17.06.2019 | Rico Herkner

Eigene Fakultät - Medizinstudium in Cottbus soll 2023 starten

In Cottbus soll eine medizinische Fakultät aufgebaut werden. Zum Sommersemester 2023/2024 sollen die ersten Studierenden mit der Ausbildung beginnen. Die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben, um die Folgen des Kohleausstiegs für die Lausitz abzufedern.

Die neue staatliche Medizin-Fakultät in Cottbus wird voraussichtlich in vier Jahren die ersten Studierenden ausbilden. Am Montag wurden zur geplanten medizinischen Fakultät neue Eckpunkte vorgestellt. Wie Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Wissenschaftsministerin Martina Münch (beide SPD) am Montag mitteilten, sollen die ersten Studierenden im Wintersemester 2023/2024 in Cottbus ihre universitäre Medizinausbildung beginnen.

Vergleichbare Projekte in anderen Bundesländern zeigen, dass durch eine medizinische Fakultät in der Lausitz bis zu 1.500 Jobs entstehen könnten. Das sind Arbeitsplätze, die die Region im Zuge des geplanten Kohleausstiegs dringend braucht.

Für die ersten zehn Jahre des Fakultätsbetriebs werden nach dem Start im Wintersemester 2023/24 rund 1,1 Milliarden Euro veranschlagt. Die Bundesregierung hat bereits angekündigt, das Projekt mit Geld aus dem Strukturstärkungsgesetz unterstützen zu wollen. Das Gesetz ist aber noch nicht verabschiedet. Es soll bis Ende des Jahres auf den Weg gebracht werden.

Kritik aus Brandenburg

Die Pläne, in Cottbus Medizinstudenten auszubilden, stoßen allerdings nicht überall auf Gegenliebe. Kritik kommt vor allem von der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB).

Sie befürchtet durch einen Medizinstudiengang in Cottbus Konkurrenz. Bisher ist die MHB die einzige Hochschule im Land Brandenburg, die Mediziner ausbildet. Seit mittlerweile fünf Jahren, allerdings auf privater Basis. 

In Cottbus ist eine Mediziner-Ausbildung mit dem Schwerpunkt digitale Medizin geplant, länderübergreifend als Kooperation mit Kliniken in Sachsen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach am Montag in Cottbus von einer "Jahrhundertchance". Es wäre die erste landeseigene Medizinerausbildung in Brandenburg.  

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.06.2019, 15:10 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Stellt sich die Frage, wer die Studierenden ausbilden soll, wenn nicht mal qualifizierte Ärzte für die Arbeit im bestehenden Klinikum ausreichend gestellt werden können. Allerdings ist die Arbeit in der digitalen Welt auch nicht so anstrengend, wie die Arbeit an real exsistierenden Patienten. Ein erneuter Beweis, dass wir in Brandenburg in eine Scheinwelt driften, in der Titel (denn Professoren werden mit der Uni neu geschaffen) wichtiger sind, als Menschen, die praktische Fähigkeiten besitzen. Schade für die Versorgung der Menschen hier. Wahrscheinlich bezieht sich der digitale Schwerpunkt auf Konstruktion von Pflege- und Operationsrobotern. Deren Bedienung kann sicherlich durch die frei werdenden Fachkräfte aus der Kohle abgedeckt werden. Viel Erfolg!

  2. 4.

    Das Arbeitsergebnis des von Woidke vor kurzem hergeholten Wirtschaftsministers Steinbach ist hinsichtlich des notwenigen industriellen Strukturwandels der Lausitz bescheiden.

    Steinbach, als ehemaliger Chef der TU Berlin und dann der TU Cottbus hat sich zwar persönlich gut steigern können, jedoch habe ich seit dem Amtsantritt von Steinbach vor einem Jahr im Woidke Kabinett keinen Vorschlag gehört, wie er dem drohenden gravierenden Verlust an industriellen Arbeitsplätzen entgegen wirken will.

    Es kam von Steinbach immer was von "Instituten", für die er aber gar nicht zuständig ist. Auf dem Bild ist er daher auch nicht zu sehen, sondern nur seine Kabinettskollegin.

    Vielleicht, das klingt im Beitrag an, ist das Ergebnis der "Jahrhundertchance" (Woidke), dass die dann mit Steuergeldern finanzierte Medizin-Ausbildung die bestehende privatfinanziere Medizinische Hochschule Brandenburg in die Pleite treibt.

  3. 3.

    Strukturwandel heißt nicht, dass der Baggerfahrer zum Krankenpfleger in der Intensivmedizin wird. Es geht darum, die Region als solches für das politisch gewollte Abwickeln eines Industriezweiges zu entschädigen und neue Perspektiven zu eröffnen. Der Aufbau der in Cottbus schon viele Jahre gewollten, durch das Land Brandenburg immer wieder abgelehnten, Medizinerausbildung kann da ein Puzzlestein sein. Wir sollten die einmalige Chance, die in diesem Wandel liegt, beim Schopfe packen und absolut optimistisch in die Zukunft blicken! Wir haben alle Grund und allemal das Zeug dazu. Auf geht's!

  4. 2.

    Na das nenn ich mal "ERSATZARBEITSPLÄTZE" schaffen. Vom Kraftwerks- oder Tagebaumaschinisten zum Facharzt qualifizieren, damit der politisch vernichtete ehemalige Arbeitsplatz ersetzt wird.
    Das passt zu den Plänen, Ministerien und Institute in und bei Cottbus anzusiedeln. Da werden sich die Kumpel auf ihre neuen und sauberen Arbeitsplätze aber freuen oder sollen sie gar nur diese neuen Arbeitsplätze sauber halten nach einer vom Amt gesponserten Umschulung zum Fußbodenkosmetiker?

  5. 1.

    Allein die Baugenehmigung dauert sicher 2 Jahre.

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