Ein Eimerkettenbagger steht im Braunkohletagebau Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) (Quelle: dpa/Pleul).
Audio: Antenne Brandenburg | 04.07.19 | Sebastian Schiller | Bild: dpa/Patrick Pleul

Tagebau Jänschwalde - Umweltschützer gehen gegen Gerichtsbeschluss vor

Die Deutsche Umwelthilfe fordert einen sofortigen Stopp der Arbeiten im Tagebau Jänschwalde. Gemeinsam mit der Grünen Liga hat die Organisation am Donnerstag Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt.

Fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung

Ziel sei es, eine weitere Grundwasserabsenkung in der Region zu verhindern. Bohrarbeiten für neue Entwässerungsbrunnen müssten sofort eingestellt werden, um geschützte Moor- und Feuchtgebiete vor der Austrocknung zu bewahren.

Hintergrund ist eine Eilentscheidung des Cottbuser Verwaltungsgerichts vom vergangenen Freitag. Es hatte der Umwelthilfe und der Grünen Liga zwar bereits in einer Eilentscheidung rechtgegeben und die Argumentation der Umweltverbände bestätigt, jedoch den Weiterbetrieb des Tagebaus Jänschwalde bis zum 1. September zugelassen. Die Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht richtet sich gegen diese Gerichtsentscheidung.

Weil Gutachten zur Umweltverträglichkeit fehlen, hatte das Gericht den Hauptbetriebsplan des Tagebaus für voraussichtlich rechtswidrig erklärt. Der Betrieb ist allerdings nicht sofort untersagt worden. Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) und der Tagebaubetreiber LEAG haben stattdessen bis Ende August Zeit die fehlende Verträglichkeitsprüfung nachzureichen.

Grüne Liga befürchtet Austrocknung von Schutzgebieten

Die Umweltverbände fürchten, dass umliegende Moorgebiete austrocknen könnten, wenn für den Tagebau weiter Wasser abgepumpt werde. Die LEAG hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

"Hier drohen wertvolle Schutzgebiete für immer verloren zu gehen", kritisierte René Schuster, Braunkohle-Experte der Grünen Liga: "So lange unklar ist, ob der Tagebau überhaupt rechtssicher betrieben werden kann, dürfen keine weiteren Tatsachen geschaffen werden." Das Gericht in Cottbus habe es versäumt, die logische Schlussfolgerung aus seiner eigenen Bewertung zu ziehen, kritisierte Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Wenn der Hauptbetriebsplan des Tagebaus voraussichtlich rechtswidrig sei, dürfe nicht "im offenen Rechtsbruch der Betrieb weitergehen".

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.07.2019, 13 Uhr

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Antwort auf [Dr. Kawasaki] vom 04.07.2019 um 14:15
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18 Kommentare

  1. 18.

    Ihr solltet euch alle schämen. . . Wieder tausende Arbeitsplätze in der Region sind betroffen, Leute die 40 - 45 Jahre dort arbeiten, kurz vor der Rente stehen . . . Ein Ende war doch so wie so geplant! Aber habt schon recht, schützt unsere Natur, weil es die "anderen Länder ja auch machen". . . (Lach) ! ! Auf die Einöde Brandenburg! ! Für alle Arbeiter, die Ihre Arbeit niederlegen und mit viel weniger Geld leben müssen, hoffe ich auf ein schnelles Ergebnis und gutes Ende.

  2. 17.

    Ihr solltet euch alle schämen. . . Wieder tausende Arbeitsplätze in der Region sind betroffen, Leute die 40 - 45 Jahre dort arbeiten, kurz vor der Rente stehen . . . Ein Ende war doch so wie so geplant! Aber habt schon recht, schützt unsere Natur, weil es die "anderen Länder ja auch machen". . . (Lach) ! ! Auf die Einöde Brandenburg! ! Für alle Arbeiter, die Ihre Arbeit niederlegen und mit viel weniger Geld leben müssen, hoffe ich auf ein schnelles Ergebnis und gutes Ende.

  3. 16.

    Es ist schon merkwürdig das man die Zerstörung der Erde nur immer mit der Kohle in Verbindung bringt. Kriege ,Verseuchung der Böden und der Meere und selbst unsere tägliche Nahrung machen die Erde bei weitem mehr kaputt aber jetzt haben wir uns erst einmal auf die Kohle eingeschossen.

  4. 15.

    @ Lexa
    Danke für die Blumen - aber zu Ihrem Leidwesen bin ich Brandenburger und komme aus der Lausitz.
    Und genau der grüne Garten ist der Grund, warum die Kohle gestoppt werden muss!

    Anscheinend haben viele noch nicht verstanden, dass wir keinen 2. Planeten in Reserve haben. Erklären Sie das bitte mal der nachfolgenden Generation. „Wir haben die Erde zerstört weil wir sonst keine Arbeit gehabt hätten!“

    ...

  5. 14.

    Es hört sich immer so an als wenn bei EE keine Umweltprobleme entstehen also bei der Gewinnung von Lithium entstehen Schäden da ist ein Tagebau harmlos und bei Biogas werden Monokulturen vergiftete Felder und Insektensterben in kauf genommen das soll besser sein. Man kann auch mit EE keine Grundlast abdecken also ohne Wind und Sonne kein Strom ist auch nicht so gut.

  6. 13.

    Wer im tiefsten Westen sitzt, wo die deutsche Industrie noch ihre Firmensitze hat und die Steuereinnahmen und qualifizierten Arbeitsplätze sprudeln lässt, hat gut reden. Dem freut natürlich eine fast unbewohnte Grünanlage vor der Haustür. Die letzten Eingeborenen dürfen dann Trachtentänze für die Touristen aufführen. Herr Doktor aus Wessiland, das wollt Ihr doch.

  7. 12.

    @ Lexa

    Eine super Begründung für den Erhalt der Kohleindustrie - die Arbeitsplätze!

    Der Planet wird zwar zerstört - aber wichtig ist, dass die Arbeitsplätze bleiben! Klingt logisch...

    Wann wird in der Lausitz endlich verstanden, dass Raubbau an der Natur auch mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen nicht zu Rechtfertigen ist!

    PS: was kostet eigentlich die Renaturierung eines Tagebaurestloches und wer bezahlt das?

  8. 11.

    Für die Kohlekumpel wird es sehr viel Arbeit geben, wenn die zerstörerischen Tagebauen endlich gestoppt und abgewickelt worden sind. Sie können dann neue Jobs in der sauberen Energieproduktion ausüben, was viel schöner ist als die Erde aufzuwühlen, Wälder abzuholzen, Dörfer platt zu machen und die Luft zu verpesten.

  9. 10.

    Das Kraftwerk Jänschwalde produziert allein ein Sechstel des Stromes, welcher in 2018 durch Windenergie erzeugt wurde. Und Sie meinen das könnte man einfach so abschalten? Ja gut, da gibts ja noch ein paar baufällige AKWs in Belgien, die könnte man noch bis zur Berstgrenze hochfahren. Alles halb so wild, nach Tschernobyl fahren ja auch inzwischen Touristen. Ich für meinen Teil werde in absehbarer Zukunft mal nach einem Notstromaggregat Ausschau halten.
    Kauft Kerzen!

  10. 9.

    Die künftig arbeitslosen Kohlekumpel werden es den Grünen sicher danken. Dann bekommt der Spruch Waldmeer, Sandmeer, gar nix mehr eine ganz neue Bedeutung.

  11. 8.

    Mal von dem AfD Argument mit nullkommanull......abgesehen, kann Jänschwalde ohne jegliche Beeinträchtigung zur Stromversorgung vom Netz. Und ich denke Sie wissen das auch. Hätte sich der Politprofi Lindner nicht vom Acker gemacht wäre die Bude schon zu.
    Auf die Toten die Jänschwalde durch Quecksilber und Feinstaub "produziert" gehe ich nicht ein.

  12. 7.

    Das Kraftwerk Jänschwalde erwärmt das Klima aber nur um 0,00001 Grad. Das ist nicht messbar, nicht spürbar, und garantiert folgenlos. Ein Stromausfall in Brandenburg, Berlin, oder größeren Teilen Deutschlands wäre dagegen sehr schmerzhaft und könnte unmittelbar Tote fordern. Wähle das kleinere Übel.

  13. 6.

    Gebildeten oder Eingebildeten?
    Ihrer Argumentation fehlt ein (entscheidender) Aspekt. Physik findet auch im Klimasystem statt.
    Was nur 0,5 Grad Erderwärmung im Bezug auf Extremwetter und Meeresanstieg bedeuten ist Ihnen sicherlich klar, ich habe in Physik auch nicht geschlafen.
    Und zum fast Blackout, die Ursachen waren definitiv nicht die EE. Diese Panikmache ist nicht hilfreich.
    Vielleicht hätten Sie das Gutachten auch mal lesen sollen.
    Grubenwasser, was zu tun ist steht schon weiter unten.

  14. 5.

    Gebildeten Menschen gehen nie die Argumente aus, denn so etwas liest und versteht obendrein nur, welcher Physik nicht abgewählt hat und in der Woche noch 6 Tage zur Schule ging.
    SPIEGEL: "Im Juni hat es mehrere Tage gegeben, an denen die Stromversorgung in Deutschland nicht wie gewohnt gewährleistet war. Die Bundesnetzagentur hat verschiedene Medienberichte bestätigt. Ein Blackout konnte nur mithilfe ausländischer Unterstützung abgewendet werden..."
    Hohle Phrasen werden der anerkannten Naturwissenschaft "PHYSIK" niemals das Wasser reichen können.
    Und da wir gerade beim Wasser sind: die Geophysik weiß auch die Antwort, was passierte(e) wenn man die Pumpen der Tagebauentwässerung überhastet abschaltet.
    Aber es ist doch schön, wenn Deutschland aus einigen der 58!!! französischen Atomkraftwerke Strom importiert
    DBDDHKP, das wusste schon vor Jahren jedes DDR-Kind.

  15. 4.

    Und dann auch das noch:
    Trotz Trump,in USA sind 50 Kohlekraftwerke zur Stilllegung angemeldet, EE überholen Kohlestrom.
    https://www.iwr.de/news.php?id=36128
    Deutschland, vom Bundeswirtschaftsministerium veröffentlichte Studie
    https://www.energate-messenger.de/news/192905/monitoringbericht-bescheinigt-hohe-versorgungssicherheit
    (die kann man auf der Seite runter laden)
    Dem Kohlenmunk gehen langsam die Argumente aus........

  16. 3.

    Zum Glück gibt es die Deutsche Umwelthilfe. Die unterstütze ich gerne!

  17. 2.

    Politisch verantwortlich ist die SPD die sich die Politik von der Kohlelobby diktieren lässt.
    Der ganze Irrsinn zeigt sich jetzt, da ohne Grubenwasser die Spree trocken fallen würde. Da geht es um Millionen m³.
    Der Kohleabbau muss gestoppt werden und die Pumpen weiter laufen bis sich das System stabilisiert.
    Der "billige " Kohlestrom wird noch sehr teuer werden, niemand in der Verantwortlichen in der Politik wollte das hören.
    Die Zeit zu labern ist jetzt vorbei. Es muss gehandelt werden und zwar schnell.

  18. 1.

    @rbb Wie viel Wasser wird dort trotz Dürre mit Wasserrationierung täglich abgepumpt? Warum untersagt das niemand? Wer ist dafür politisch verantwortlich?

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