Ein Eimerkettenbagger steht im Braunkohletagebau Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) (Quelle: dpa/Pleul).
Audio: Antenne Brandenburg | 28.08.2019 | Dirk Schneider | Bild: dpa/Patrick Pleul

Drohender Tagebau-Stopp Jänschwalde - Leag beantragt Fristverlängerung für Umweltprüfung

Das Energieunternehmen Leag hat am Mittwoch beim Verwaltungsgericht Cottbus eine Fristverlängerung für die FFH-Verträglichkeitsprüfung für den Tagebau Jänschwalde bis Mitte oder Ende November beantragt. Die gesetzte Frist bis zum 31. August sei zu knapp, teilte die Leag in einer Pressemitteilung mit.

Fehlende Untersuchungen

Die Zeit reiche nicht für eine sachgerechte und sorgfältige Untersuchung und Prüfung, erklärte das Unternehmen. Die vergangenen Wochen hätten außerdem gezeigt, dass die von der Leag eingereichten Unterlagen durch weitere Angaben ergänzt werden müssen.

Im Juni hatte das Cottbuser Verwaltungsgericht der Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen die aktuelle Genehmigung des Tagebaus Jänschwalde stattgegeben. Die Umweltschützer beriefen sich auf fehlende Untersuchungen in Bezug auf die weitläufigen Grundwasserabsenkungen im Tagebauumfeld. Betroffen seien mehrere Moore und Feuchtgebiete, die dadurch in ihrer Existenz bedroht würden.

Die Richter gaben eine Frist bis zum 1. September 2019, die fehlenden Prüfungen zur sogenannten FFH-Verträglichkeit nachzuholen. Sollte das nicht gelingen, werde die Zulassung außer Vollzug gesetzt. Das würde den zeitweiligen Sicherheitsbetrieb für den Tagebau Jänschwalde ab 1. September bedeuten. Im Tagebau Jänschwalde arbeiten rund 500 Bergleute.

Damit die Bagger im 100 Meter tiefen und vier Kilometer breiten Tagebau Jänschwalde weiter Braunkohle fördern können, muss die Leag das Erdreich trocken legen und Grundwasser abpumpen. Die Umweltschützer sind überzeugt, dass deshalb schon seit Jahren Austrocknungserscheinungen in den geschützten Moorgebieten messbar sind, zum Beispiel in dem feuchteabhängigen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet "Pinnower Läuche und Tauersche Eichen".

Eine Ausbreitung des Tagebaus bedeutet ihrer Ansicht nach eine noch größere Gefährdung der betroffenen Gebiete. Das Lausitzer Energieunternehmen Leag will den Tagebau noch bis 2023 betreiben. 

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5 Kommentare

  1. 5.

    Sehr geehrter Herr Kawasaki,

    der Ruf nach Recht und Gesetz wird von mir voll und ganz unterstützt. Tagebaubesetzer nach Recht und Gesetz abstrafen. Hambacher Forst räumen. Illegale Kraftwerksbesetzer verurteilen und alle samt an den Kosten der Polizeieinsätze beteiligen.

    Das wäre mal was

    Glück auf!

  2. 3.

    Solche unsinnigen Kommentare liest man bei jedem Beitrag zur Braunkohle. Wenn sie so felsenfest davon überzeugt sind, dass erneuerbare Energien nicht funktionieren können, was ist dann zum Beispiel mit Gaskraftwerken, oder sogar Steinkohlekraftwerken? Braunkohle ist buchstäblich die schmutzigste Art Strom zu erzeugen. JEDE Alternative ist besser. Gaskraftwerke müssen wir ohnehin noch eine Menge bauen, da Power-to-Gas wahrscheinlich unumgänglich für den vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien ist. Das könnte man alles deutlich schneller als bis 2038 haben.

  3. 2.

    Ich wäre dafür, wir schalten sofort die Braunkohlekraftwerke ab, damit jeder Umweltaktivist sieht, wie weit wir mit erneuerbaren Energien kommen. Ich persönlich könnte super damit leben, wenn ich mein Handy nicht mehr aufladen brauche. Endlich würde mich keiner mehr belästigen. Und wer es denn noch möchte, sollte in den Keller gehen, und auf den Fahrrad, seinen Strom selber erzeugen.

  4. 1.

    Will die LEAG hier absichtlich provozieren? Schon die bisherige Frist (1. September) war ein echter Witz! Die LEAG hat quasi illegal (!) gearbeitet und tut es noch, denn die nötigen Auflagen wurden schlichtweg nicht erfüllt! Der Rechtsanwalt* der DUH zu dieser großzügigen Frist vor 2 Monaten: "Eine solche Vorgehensweise habe ich in meiner 20-jährigen Erfahrung als Anwalt noch nie erlebt" - denn nach Recht und Gesetz hätte der Betrieb sofort (!) eingestellt werden müssen.

    LEAG bricht hier offen das Gesetz! Und das zum Schaden von Mensch und Umwelt. Das auch noch zu dulden (von Seiten der Justiz!), hat mit einem Rechtsstaat nichts mehr zu tun. Das erinnert an eine Bananenrepublik! Ist die Braunkohlelobby so mächtig, dass sie nicht nur den Ministerpräsidenten Woidke, sondern auch die Justiz derart stark beeinflusst?

    *Quelle: https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/06/tagebau-jaenschwalde-verwaltunsgericht-cottbus-naturschutz.html

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