Polnische Kolhearbeiter arbeiten in Spanien (Bild: dpa/Alvaro Fuente)
Bild: dpa/Alvaro Fuente

Umweltprüfungsverfahren eingestellt - Tagebau Gubin kommt voraussichtlich nicht

Die Pläne für ein polnisches Braunkohlerevier im Grenzgebiet zu Brandenburg sind vorerst offenbar vom Tisch. Das geht aus einer Bekanntmachung des Regionaldirektorates für Umweltschutz in Gorzow Wielkopolski hervor. Gubens Bürgermeister Fred Mahro informierte bereits über die Entscheidung im Hauptausschuss.

Demnach ist das Umweltprüfungsverfahren zum geplanten Tagebau Gubin-Brody eingestellt worden. Der polnische Investor "Polska Grupa Energetyczna" (PGE) hatte drei Jahre Zeit, die benötigten Unterlagen für die Prüfung einzureichen. Das sei aber nicht geschehen, heißt es in dem Schreiben des Regionaldirektorates.

PGE kann allerdings noch bis Anfang September gegen die Einstellung des Umweltprüfungsverfahren Einspruch erheben.

Siedlungen müssten abgebaggert werden

Die Braunkohle-Pläne des polnischen Energiekonzerns sahen einen Tagebau bei Gubin vor. Die polnische Grenzstadt liegt an der Neiße - direkt gegenüber von Guben (Spree-Neiße). Polnischen Behörden zufolge könnte dort eine Milliarde Tonnen Braunkohle gefördert werden. Als ursprüngliches Startdatum wurde das Jahr 2025 genannt.  

Dafür müssten rund ein Dutzend Dörfer und Siedlungen auf polnischer Seite ganz oder teilweise abgebaggert sowie etwa 2.000 Bewohner – in manchen Berichten ist auch von 3.000 die Rede – umgesiedelt werden.

Die Planungen für den Tagebau wurden jedoch 2016 auf Eis gelegt. Grund waren unvollständige Unterlagen und Prüfungen. So würden die negativen Umweltfolgen zum Beispiel durch die Grundwasserabsenkung bagatellisiert, hieß es damals von der zuständigen Regionaldirektion für Umweltschutz in Gorzow Wielkopolski. Die Dokumentation habe schwerwiegende Mängel. Die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde ausgesetzt.

Umweltverband bezeichnet Nachricht als Erfolg

Der Umweltverband Grüne Liga sprach am Mittwoch nun von einem gemeinsamen Erfolg des jahrelangen Widerstandes der Anwohner in Polen und Deutschland. "Die Stellungnahmen der Bürger aus Brandenburg haben die Hürden für das Projekt deutlich erhöht und so dazu beigetragen, dass es nie weiterverfolgt wurde", heißt es in einem Schreiben am Mittwoch. Der Verband hält es für "extrem unwahrscheinlich", dass PGE noch Widerspruch einlegt.

Die Karte zeigt den Standort des geplantes Tagebaus Gubin-Brody nahe der deutschen Grenze (Quelle: rbb)

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