Kraftwerk Jänschwalde (Foto: dpa/Franke)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.09.2019 | Anke Blumenthal | Bild: picture alliance

Stand-by-Betrieb - Zweiter Block des Kraftwerks Jänschwalde geht in Reserve

Die Kraftwerker in Jänschwalde haben gerade viel Arbeit. Sie bereiten den zweiten 500-Megawatt-Block auf den Stand-by-Betrieb vor. Am 30. September geht der Block E vom Netz. Damit verbunden ist ein enormer Aufwand, denn er muss im Falle eines Stromengpasses schnell wieder aktiviert werden können.

Wachsen, ölen, trocknen

Innerhalb von zehn Tagen muss der Kraftwerksblock wieder am Netz sein, wenn mehr Strom gebraucht wird, erklärt Kraftwerksleiter Andreas Thiem. Deshalb muss der Block konserviert und gepflegt werden. Er vergleicht das Szenario mit einem Wasserhahn, der draußen an einem Haus angebracht ist. "Wenn man den abstellt, aufmacht und ihn dann drei Jahre nicht benutzt, dann ist die Dichtung im Eimer und er wird wahrscheinlich auch verrosten."

Die Arbeiter im Kraftwerk würden alles versuchen, damit die Anlage auch in vier Jahren noch benutzt werden kann. "Das geht von Einwachsen bis Ausbauen und in Ölpapier einpacken, bis hin zum Befüllen mit Frostschutzmitteln oder Bedampfen mit getrockneter Luft." Die Rede ist auch von 9.000 Armaturen rund um den Block, die gepflegt werden müssen. Die Kessel werden gewachst.

Deshalb haben die Kraftwerker schon Mitte September mit dem Runterfahren des Blocks E in Jänschwalde begonnen. Die Netztrennung ist für den 30. September, gegen 17 Uhr geplant.  

Kraftwerker haben auch bei Reserve zu tun

Auch für die Ruhephase des Blocks werden Kraftwerker gebraucht, erklärt Andreas Thiem. Eine feste Belegschaft wurde installiert. "Das fängt schon damit an, dass man das, was dort installiert ist, vor Dieben schützen muss. Kabel werden auch gerne mal mitgenommen, wenn sie aus Kupfer sind." Und auch für den Fall, dass der Block wieder gebraucht werden, müsse eine "komplette Mannschaft" bereitstehen.

Bereits vor einem Jahr war der erste 500-Megawatt-Block, Block E, heruntergefahren worden. Beide Blöcke sind für vier Jahre im Stand-By-Betrieb, danach werden sie endgültig stillgelegt. Das Kraftwerk Jänschwalde hat insgesamt sechs solcher Blöcke. Die schrittweise Abschaltung war als Maßnahme zum Klimaschutz vereinbart worden. Das Kraftwerk ist das drittgrößte Deutschlands.

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11 Kommentare

  1. 10.

    Wenn die Braunkohle weg ist, ist das (langfristige) Wohl der Menschheit sicher? Wie hoch ist der Anteil der Braunkohle an CO2-Emissionen der BRD?

  2. 9.

    Ich möchte mich an dieser Stelle bei den ponischen Kollegen bedanken, die nun die Abschaltung eines weiteren deutschen Braunkohlekraftwerksblockes (Baujahr 1987)durch polnische Braunkohlekraftwerksblöcke (Baujahr 1962) kompensieren, damit der Wahnsinn in Deutschland ungehindert weitergehen kann. Vorsorglich wird im polnischen Turow ein neuer Braunkohlenblock (Nr.11) zeitnah in Betrieb gehen, während das einst benachbarte deutsche Kraftwerk Hagenwerder schon seit über 20 Jahren seinen Dienst quittiert hat und nun eine Brache das Areal ziert. So geht grüner Klimaschutz und deutsche Energiewende. Wir schalten ab und andere schalten ein. Das kann man verstehen, muss man aber nicht.

  3. 8.

    Sie brauchen nur den Winter über das Licht an lassen und vielleicht den Kühlschrank auf. Dann retten sie all die schönen Arbeitsplätze. Sie schaffen das.

  4. 7.

    Wenn die Deutschen so doof sind und unsere KW gegen Bezahlung abzuschalten, um dafür bei den Nachbarn den gleichen Strom (Atom/Kohle) einzukaufen, ist denen nicht zu helfen.
    Wir müssen sparen, koste was es wolle...

  5. 6.

    Woher haben Sie denn diesen Blödsinn? Der "F" steht nun schon fast ein Jahr in SIBE und am 30.09.19 wird der "E" in die Selbige überführt. Nur: kein Jänschwalder Kraftwerksblock braucht nen halben Monat, um vom Netz genommen zu werden. Das geht je nach technologischer Situation innerhalb einer Sekunde oder planmäßig in ein paar Minuten oder auch mal innerhalb einiger Stunden.
    Ich hoffe, wenn beide Blöcke dann a.B. sind, dass es in Deutschland mit dem Wetter wieder so wird, wie es sich die GRÜNEN wünschen. Stur nach dem Kalender immer in Übereinstimmung mit der Statistik. Dann war die Stillegung wenigstens nicht völlig sinnlos. Ende Sarkasmus

  6. 5.

    Glauben Sie, dass Kohleausstiegsbefürworter, Umweltaktivisten und "sonstige Grüne" aus Menschenverachtung das Klima retten wollen? Oder könnte es sein, dass es um das (langfristige) Wohl der Menschheit geht?

  7. 4.

    letzter hinweis an euch , der Text ist immer noch nicht richtig Beachte F ist aus , E wird abgefahren

  8. 3.

    Interessanter ist doch die Frage wieviel Kapazität insgesamt in D in Reserve ist und wieviel Blöcke jemals angefahren wurden. Wahrscheinlich keiner.
    Hartz IV für Kraftwerke wird nicht geben hat Kohle Siggi einst getönt, heute zahlst der Stromkunde und gleichzeitig labert die Kohlelobby Strom muss bezahlbar bleiben. Wer die Idiotie erkennt kann sie behalten.

  9. 2.

    Na da können doch die Kohleausstiegsbefürworter, Umweltaktivisten und sonstige Grüne glücklich sein. Haben sie doch wieder einige Leute in den Vorruhestand bzw. die Arbeitslosigkeit geschickt. Schade das ich nicht so ein Glücksgefühl empfinden kann. Aber viele werden ja bei den Windkraftanlagenherstellern einen neuen Job finden. Vielleicht sogar in Lauchhammer :-(

  10. 1.

    Es geht am Montag der Block E vom Netz ,der Block F ist schon in SIB !!!!!!!!

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