BASF Schwarzheide (Bild: dpa/Jochen Zick)
Video: Brandenburg aktuell | 10.12.2019 | Sascha Erler | Studiogespräch mit Andreas Rausch | Bild: dpa/Jochen Zick

Pläne für Kathoden-Fabrik - BASF entscheidet erst im nächsten Jahr über Schwarzheide

Es wird nichts mit dem vorzeitigen Weihnachtsgeschenk aus Ludwigshafen: Die Menschen in der Lausitz werden noch einige Wochen warten müssen, bis es Gewissheit über eine neue BASF-Fabrik in Schwarzheide gibt. Der Konzern will erst nächstes Jahr entscheiden.

Der Vorstand des Chemiekonzerns BASF will im nächsten Jahr über den Standort für eine mögliche Batteriefabrik entscheiden. Das sagte eine Konzernsprecherin am Dienstag am Sitz der Zentrale in Ludwigshafen. "Es ist noch keine Entscheidung zu Schwarzheide gefallen." Ob und welche weiteren Standorte möglicherweise in Betracht kommen, sagte sie nicht.

Vieles deutet aber tatsächlich auf Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) hin: Nach rbb-Informationen spielt BASF schon seit März mit dem Gedanken, Bestandteile von Batterien in Schwarzheide produzieren zu lassen. Im Sommer gab es nach Informationen des rbb auch schon entsprechende Weiterbildungen für Mitarbeiter am BASF-Standort in Schwarzheide, auch Bauflächen seien schon freigemacht worden. Im größten Chemiewerk Brandenburgs in Schwarzheide sind derzeit rund 3.000 Menschen beschäftigt. Wie viele neue Arbeitsplätze entstehen könnten, ist noch nicht bekannt.

Woidke: "Es gab gute Gespräche"

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte bereits zuvor Hoffnungen auf eine schnelle Entscheidung gedämpft. "Wir sind mit der BASF in guten Gesprächen. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen", sagte Woidke dem rbb. Er hoffe natürlich sehr, dass letztlich die Wahl auf Schwarzheide falle, "denn der Standort bietet alles, was gebraucht wird. Wir feiern aber erst dann, wenn es was zu feiern gibt", so der SPD-Politiker.

Stübgen: "Signal für die Lausitz"

Am Montagabend hatte die "B.Z." berichtet, BASF habe sich bereits für Schwarzheide als Standort einer neuen Kathoden-Fabrik entschieden. Isngesamt wolle man dort 500-Millionen Euro investieren. Vize-Regierungschef Michael Stübgen (CDU) hatte ebenfalls am Montagabend mit einer Äußerung den Eindruck erweckt, die Standortentscheidung sei schon für Schwarzheide gefallen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er auf die Frage, ob er den Bericht der "B.Z," bestätigen könne: "Nach meiner Kenntnis ja." Der CDU-Politiker sprach in der "B.Z." von einem "Signal für die Lausitz". Die Menschen würden sehen, dass die angekündigten Strukturentscheidungen auch umgesetzt würden.

Der Zeitung zufolge will der Konzern Batterie-Kathoden für rund 300.000 Elektroautos im Jahr herstellen. Kathoden werden für Batteriezellen benötigt, die auch der Elektroauto-Hersteller Tesla in seine Fahrzeuge einbaut. Tesla will sein Europa-Werk in Grünheide (Oder-Spree) errichten. Nach übereinstimmenden Medienberichten will Tesla in Brandenburg auch Batteriezellen herstellen. Dafür werden Kathoden gebraucht.

Brandenburg profitiert von EU-Subventionen

Hintergrund für die in Erwägung gezogene Millionen-Investition ist eine Entscheidung der EU-Kommission, wonach die Batteriezellenfertigung in Europa mit bis zu 3,2 Milliarden Euro bezuschusst werden soll. Mit Hilfe der sogenannten Batterieallianz aus sieben europäischen Ländern, darunter Deutschland und Frankreich, soll der Anteil bei der Fertigung von Batteriezellen für Elektroautos deutlich erhöht werden. Schätzungen zufolge werden derzeit mehr als 80 Prozent der Batterien weltweit in Asien produziert.

Für Brandenburg ist es innerhalbe weniger Wochen die zweite gute Wirtschaftsnachricht. Vor knapp einem Monat hatte der US-Elektroautohersteller Tesla angekündigt, seine Europafabrik für die Produktion von E-Autos und Batterien in Grünheide ansiedeln zu wollen.

Sendung: Inforadio, 10.12.2019, 7 Uhr

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