Helmar Rendez zeigt Ferreira 53 Megawattstunden-Speicher (Foto: rbb/Sydow)
Video: rbb24 | 24.01.2020 | Nachrichten | Bild: rbb/Sydow

EU-Regionalkommissarin zum Strukturwandel - Lausitz soll bei EU-Hilfen vorrangig berücksichtigt werden

Elisa Ferreira ist in der EU-Kommission für den Fonds zuständig, der den europäischen Energiewende-Regionen zu Gute kommen soll. Am Freitag ist sie zum Antrittsbesuch in die Lausitz gekommen - und hat in einem Interview potenziell gute Nachrichten verkündet.

 

Die EU-Kommissarin für Kohäsion und Reformen, Elisa Ferreira, erwartet eine vorrangige Berücksichtigung der Lausitz bei der Vergabe von EU-Hilfen, mit denen der Kohleausstieg abgefedert werden soll. "Eines steht bereits jetzt fest: Die Lausitz wird einen erheblichen Anteil am Übergangsfonds erhalten", sagte Ferreira dem "Tagesspiegel".

EU-Kommissarin Fereirra und Jörg Steinbach in Cottbus (Foto: rbb/Sydow)
| Bild: rbb/Sydow

Die EU-Kommission plant, dass die von der Energiewende betroffenen Regionen in Deutschland bis zum Jahr 2027 rund 877 Millionen Euro aus dem EU-Fond für einen gerechten Übergang erhalten sollen. Laut Ferreira müssen die EU-Mitgliedstaaten und das Europaparlament den Detailregelungen des Fonds allerdings noch zustimmen.

Elisa Ferreira kam am Freitag für einen Antrittsbesuch in die Lausitz, um sich zusammen mit dem Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) über den Strukturwandel zu informieren.

EU-Kommissarin Fereirra im Innovationszentrum Moderne Industrie Brandenburg (Foto: rbb/Sydow)
Bild: rbb/Sydow

Fördergeld vielfältig einsetzbar

Die Regionen - also auch die Lausitz - müssten entsprechende Projekte beantragen, sagte die Kommissarin. Das könnten Forschungseinrichtungen und neue schadstoffarm produzierende Unternehmen und Gründerzentren sein. Auch für Umschulungen und Qualifizierungen könnten Zuschüsse beantragt werden. 

Fereirra sagte bei ihrem Besuch in der Lausitz, der eingeschlagene Weg, Strom immer stärker aus Sonne, Wind und Wasser zu produzieren, sei der richtige. An der Umstellung der Wirtschaft hin zu klimaschonenden Abläufen führe kein Weg vorbei, sagt die Kommissarin.

Ansiedlungsgespräche für Lausitz laufen

Elisa Fereirra wollte sich am Freitag in der Lausitz mit Wissenschaftlern, Lokalpolitikern und Arbeitern über den Strukturwandel unterhalten. Ein Stopp war das Innovationszentrum Moderne Industrie (IMI) in Cottbus. Hier bekommen kleine und mittelständische Unternehmen in Brandenburg Unterstützung in den Themenfeldern Vernetzung von Produktion,  Automatisierungstechnik, Informationstechnologien und Industrie 4.0.

Ein weiterer Halt war Schwarze Pumpe. Dabei standen das derzeitige Kraftwerk, der Elektro-Großspeicher Big Battery und das geplante Wasserstoff Referenzkraftwerk im Mittelpunkt. Das Kraftwerk Schwarze Pumpe soll laut Kohleausstiegsplan spätestens im Jahr 2038 vom Netz gehen.

Der Brandenburger Wirtschaftsminister Steinbach hatte am Donnerstag im Landtag berichtet, dass zur Zeit im Rahmen des Strukturwandels Ansiedlungsgespräche zu 40 Projekten in der Lausitz geführt werden. Kommissarin Ferreira ist unter anderem für den Fonds zuständig, der europäischen Energiewende-Regionen zu Gute kommen soll.

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ich finde die Klugscheißerei von selbsternannten Spezialisten auf diesen Seiten immer wieder beachtlich.
    Wieviel wissen Sie denn über die gefloppten Großprojekte und vor allem wer welchen Anteil an den Pleiten hat?

  2. 2.

    Hört sich sinnvoll an, wenn man eine solide Kosten/Nutzen Rechnung zu Grunde legt. Ist super EU-fähig, weil Länderübergreifend. Auf keinen Fall darf EU-Geld oder Bundesmittel Brandenburg unkontrolliert gegeben werden. Die können es nicht. Alle Großprojekte beweisen das und man hat das, zugebendermaßen etwas unsachliche Gefühl, dass das noch junge Tesla-Projekt wieder ein Fall für Mario Barth wird. Das liegt an der Einstellung im Kopf... ist aber jetzt ein anderes Thema.

  3. 1.

    Für den Strukturwandel in der Lausitz ist ein Leistungsstarkes Schienennetz erforderlich .
    Ein Ausbau der Strecke Leipzig Cottbus Forst(Lausitz) Glogow wurde die beiden IC Netze (D/PL)zusammen führen und somit Fernverkehr über Cottbus in alle Richtungen ermöglichen. Denkbar wären Verbindungen aus Süd - u. Westdeutschland über Leipzig und Cottbus nach Warschau oder über Posen bis zur pol. Ostsee. Aber auch von Berlin über Cottbus nach Breslau oder weiter nach Krakau oder Zakopane sind möglich.
    Zahlreiche regionale Verbindungen Zwischen der Lausitz und Westpolen wurden entstehen.

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