Handwerkskammer Cottbus (Foto: rbb/Schneider)
Bild: rbb/Schneider

Nachwuchsmangel im Handwerk - Lausitzer Firmen suchen Lehrlinge in der Mongolei

Auf der Suche nach Lehrlingen blicken Lausitzer Firmen jetzt auch in die Mongolei. Die Handwerkskammer Cottbus macht die Betriebe seit Dienstag fit für die Möglichkeit, junge Mongolen in der Lausitz auszubilden. Gemeinsam mit der mongolischen Botschaft ist ein Konzept entstanden.

Zu einem ersten Workshop am Dienstag haben sich Handwerksbetriebe aus den Branchen Bau und Metall angemeldet. Die Firmenchefs bekommen unter anderem Infos zu Fördermöglichkeiten für Unterkünfte und zu Deutschkenntnissen der Jugendlichen aus der Mongolei.

Auswirkungen für Firmen und Kunden

Im Lausitzer Handwerk bleiben Jahr für Jahr hunderte Lehrstellen unbesetzt. Das liegt unter anderem daran, dass sich immer mehr Jugendliche nach der Schule für ein Studium und gegen eine Ausbildung im Handwerk entscheiden.

Das hat Auswirkungen für Firmen und Kunden. 14,2 Prozent der Südbrandenburger Unternehmen mussten laut Herbstkonjunkturumfrage 2019 ihr Auftragsvolumen mit weniger Arbeitskräften als im Vorjahr erfüllen. Für Kunden bedeutet das vor allem längere Wartezeiten. So mussten im Herbst 2018 Kunden im Schnitt acht Wochen auf einen Handwerker warten, ein Jahr später waren es zehn Wochen.

In der Lausitz gibt es fast 10.000 Handwerksunternehmen mit rund 50.000 Mitarbeitern und 1.700 Lehrlingen.

Fachkräfte fehlen auch in der Mongolei

Doch auch die Mongolei hat mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen. Das hatte ein Besuch des mongolischen Botschafter Damba Ganbat im vergangenen Sommer in Cottbus gezeigt. Im Juli besuchte er das Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer. Dort informierte er sich unter anderem den Kfz-, Elektro- und Metallwerkstätten.

"Mit dem Termin möchte sich der Botschafter über die erfolgreiche duale Ausbildung im Handwerk informieren", berichtete damals die HWK. Die Mongolei wolle die Ausbildung eigener Arbeitskräfte vorantreiben, hieß es weiter.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.02.2020, 6.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

4 Kommentare

  1. 4.

    Guten Abend Hr. Michel,
    Es freut mich das Sie sich um die Berufsorientierung Ihres Sohnes kümmern.
    Gerne unterstütze ich sie bei Ihren Bemühungen und würde Ihren Sohn und Sie einladen, mit mir Kontakt aufzunehmen. Wir werden sicherlich den richtigen Handwerksberuf schon finden!
    Auch könnte Ihr Sohn an unseren jährlichen Sommercamps in unserem Lehrbauhof in den ersten beiden Sommerferienwochen teilnehmen...alle Infos finden Sie dazu auf unserer HP www.hwk-cottbus.de
    Mich persönlich können Sie kontaktieren unter: paech@hwk-cottbus.de
    Mit Handwerklichen Grüßen,
    J. Päch

  2. 3.

    Hallo Rain-Main-Gebiet, wo Sie voll Recht haben! Jedes Jahr ein Lehrling, jedes Jahr ein Wasserschaden und nach 3 Erhöhungen der Betriebshaftpflicht kein Interesse mehr an einen Lehrling! Der Staat, wie auch die HWK unterstützten nur medial die Handwerksbetriebe und das wars dann auch. Noch Fragen? Hier ist das System gefragt und nicht der Handwerksmeister!

  3. 2.

    Wir wohnen im Rhein-Main-Gebiet und mein 14-jähriger Sohn sucht für 2020 händeringend einen Praktikumsplatz im Rahmen des zweiwöchigen Schülerpraktikums. Er interessiert sich für eine Berufsausbildung im technisch-gewerblichen Bereich (Automatisierungstechnik), kann sich aber auch einen Metallberuf bzw. ein Duales Studium vorstellen. Das Ende vom Lied ist, dass er seit Monaten nur Absagen kassiert, weil die Firmen überhaupt kein Interesse haben bzw. die wenigen vorhandenen Praktikumsplätze bereits belegt sind. Das frustriert ihn. Ich habe über die Bewerbungsunterlagen geschaut, diese sind nicht zu beanstanden. Als ich 1984 einen Schülerpraktikumsplatz gesucht habe, war das viel einfacher und ich war auch willkommener in den Betrieben. Vor diesem Hintergrund fällt es mir zunehmend schwerer an einen Fachkräftemangel zu glauben. Was ich sehe, ist der Unwillen, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Soll ich ihn mal in die Lausitz schicken, damit er dort was Vernünftiges lernt?

  4. 1.

    Bei den Umfragewerten für rechtsradikale Parteien würde ich es mir als Mongole zweimal überlegen.

Das könnte Sie auch interessieren