Cargolifter vor der Luftschiffhalle (Quelle: imago)
Audio: Antenne Brandenburg | 05.02.20 | Lisa Steger | Bild: imago

Heutiger "Tropical Islands"-Standort - Cargolifter-Insolvenzverfahren nach 18 Jahren beendet

Im Jahr 2002 hat die Luftschiffwerft im Süden Brandenburgs Konkurs angemeldet - nun ist das Insolvenzverfahren zu Ende. Der Fall sei sehr komplex, begründet die Regierung. Bereits seit 16 Jahren ist ein Freizeitpark in der Halle. Von Lisa Steger

Knapp 18 Jahre nach der Pleite der Cargolifter AG in der Lausitz hat das Amtsgericht Cottbus das Insolvenzverfahren abgeschlossen. Das teilt die Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD im Landtag mit. Demnach hat der Luftschiffbauer in Brand (Dahme-Spreewald) gut 44 Millionen an Zuschüssen von Europäischer Union, Bund und Land erhalten.

Jedoch erhält der Staat nach dem Konkursverfahren nur gut zwei Millionen Euro zurück, nämlich den Verkaufspreis für das ehemalige Betriebsgrundstück. Den erhält das Land Brandenburg zurück, das knapp 14 der insgesamt 44 Millionen Euro an Zuschüssen überwiesen hatte.

Regierung: komplizierter Fall

Die Luftschiffwerft hatte im Jahr 2002 Konkurs angemeldet. Dass das Insolvenzverfahren knapp 18 Jahre gedauert hat, liegt der Landesregierung zufolge daran, dass es ein komplizierter Fall war.

Vielfach musste der Insolvenzverwalter untersuchen, welche der insgesamt 14 Tochtergesellschaften der Cargolifter AG für eine Geld-Forderung zuständig war. Er musste zudem frühere Arbeitnehmer, die kein Geld bekommen hatten, ausfindig machen, so die Antwort der Landesregierung auf die parlamentarische Anfrage.

Seit 16 Jahren "Tropical Island"

Nach Angaben des Cottbuser Amtsgerichts erhalten die privaten Gläubiger – etwa Kleinanleger – zusammen 1,2 Millionen Euro. Gut zwei Millionen Euro gehen als Honorar an den Insolvenzverwalter. Im Schreiben der Landesregierung heißt es dazu, der Insolvenzverwalter habe Zuschläge verlangt. Ein Insolvenzgericht habe diese Forderung geprüft und für rechtens befunden.

In der Luftschiffhalle wurde nie ein Luftschiff gebaut. Es gab keine Nachfrage nach den geplanten Zeppelinen für den Transport von Fracht. Seit 16 Jahren befindet sich in der riesigen Halle der Freizeitpark "Tropical Islands". Auch dafür hat der Staat Subventionen bezahlt - insgesamt knapp 18 Millionen Euro. Das Land Brandenburg kam für die Hälfte der Summe auf.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.02.2020, 14 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Die Verantwortung dafür (Cargolifter, Chipfabrik Ffo, Lausitzring, Flughafen Bln-Schönefeld usw.) haben die Politiker*. Sie lassen es zu, dass solche Projekte begonnen werden und scheitern. Und die Insolvenzverwalter, die modernen Leichenfledderer, können auch noch total abrahmen.
    Bei der Ministerriege des Landes Brandenburg seit 1990 kommt man doch ganz schnell auf den Gedanken, handelt es sich um eine kriminelle Vereinigung? Ein Minister wollte seine Frau umbringen lassen, der Justizminister!!! rechnet Aufwand ab und musste über 60.000 Euro zurückzahlen und 1 1/2 Knast auf Bewährung "absitzen". Ein Minister reist nach Dubai, um über einen Kredit für die Chipfabrik Ffo zu verhandeln. Die Chipfabrik kriegt nichts ab, aber der Minister erhält einen Kredit. Der Umweltminister versäumt, Hochwasserdämme in einem ordentlichen Zustand zu halten. Die Dämme brechen, er inszeniert, dass er Deichgraf genannt wird, um von seiner Verantwortung abzulenken usw. usf. Was ist das für ein System?

  2. 4.

    Es ist niocht Klugscheißen, wenn man es wirklich besser weiß...

    Wikipedia: "[...] seit 15. September 1997 ist die Suchmaschine unter dem Namen Google online [...]"

    Hätte man googeln können ;-)

  3. 2.

    @Wossi, die Leichtgläubigkeit in Brandenburg damals war schon beeindruckend, aber googeln vor der Erfindung von Google kann auch Google nicht:-). Vielleicht nicht mehr vorstellbar, aber es gab ein Leben ohne Google und vorschneller Antworten.

  4. 1.

    Insolvenzverfahren beendet - aber hoffentlich nie vergessen, wie ein "Hochstapler" aufgezeigt hat, wie man arrogant anmutende Akteure "schröpft". Es hätte genügt, den Namen Gablenz zu "googeln". Dieses und andere "Trauerspiele" brandenburger Politik führen zu den belächelten letzten Plätzen. Nicht weil andere auch Fehler machen, aber in Brandenburg alle Großprojekte scheitern - und das hat etwas mit der Einstellung zu tun.

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