Helmar Rendez (Foto: imago/Weisflog)
Audio: Antenne Brandenburg | 03.03.2020 | Bild: imago stock&people

Kohleförderung in der Lausitz - Leag kündigt "schmerzhafte Entscheidungen" an

Der Energiekonzern Leag muss sparen. Der Vorstandsvorsitzende Helmar Rendez hat in einer am Dienstag öffentlich gewordenen Videobotschaft an die Mitarbeiter "ein paar schmerzhafte Entscheidungen" angekündigt. Das Video hat die Umweltgruppe "Grüne Liga" in einer Pressemitteilung verlinkt. Inzwischen ist es nicht mehr online verfügbar.

Weniger Kohleförderung, weniger Energieproduktion

Nach Angaben von Rendez hat die Leag in den ersten Monaten des Jahres 2020 weniger Erlöse erzielt. Er begründete diese Entwicklung unter anderem mit dem Wetter, dem Coronavirus, gesunkenen Gaspreisen und der sehr hohen Windstromproduktion.

Die Kohleförderung liege um zwei Millionen Tonnen unter dem Plan, ebenso die Energieproduktion um eine Terrawattstunde. Die Leag müsse laut Rendez in dieser Situation auch ihre Ausgaben senken. So solle die Verwaltung effizienter und schlanker werden. Außerdem wolle das Unternehmen den Aufbau neuer Wirtschaftsfelder beschleunigen. Weitere Details nennt Rendez in dem Video nicht.

Leag überarbeitet Personalbedarf

Wie die Leag rbb|24 erklärte, sei das Video weiterhin für die Mitarbeiter abrufbar. "Wir können bestätigen, dass die Summe der genannten Faktoren das Ergebnis in den ersten beiden Monaten des aktuellen Geschäftsjahres belastet hat", sagte Unternehmenssprecherin Kathi Gerstner. "Vor dem Hintergrund der derzeit schwierigen Marktbedingungen arbeiten wir - ebenso wie die gesamte Branche - daran, unsere Kostenstrukturen weiter zu verbessern."

Die Leag habe ihre Personalplanung auf Basis des 2017 veröffentlichten Lausitzer Revierkonzeptes erstellt. Mit Bekanntgabe des Fahrplans zum Kohleausstieg überarbeite das Unternehmen im Moment das Revierkonzept, "einschließlich des damit verbundenen Personalbedarfs", so Gerstner. "Die Leag stehe auch weiterhin zum bewährten Prinzip der sozialverträglichen Personalanpassung."

Die Leag hat im Moment rund 8.000 Mitarbeiter und ist damit der größte Arbeitgeber in der Lausitz. Das Energieunternehmen betreibt in der Region drei Kraftwerke und vier Tagebaue.

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11 Kommentare

  1. 11.

    Erneuerbare sind billiger? Der war gut, der Witz. "Braunkohlestrom" kostet in der Erzeugnung ca. 2Cent/kWh und wird künstlich verteuert auf 4,5Cent wegen der CO2-Zertifikate. Und selbst da kommen keine EE ran, schon gar nicht ohne EEG-Umlage !!

    In diesem Sinne...

  2. 10.

    Schallplatten und VHS gibts auch nicht mehr. Passiert.

  3. 6.

    Mit fördern ist nicht Geld gemeint sondern Rahmenbedingungen. Die Kwh Erneuerbare ist schon längst günstiger als Braunkohlestrom.
    Sie sollten wissen das es Solarmodule aus deutscher Produktion noch gibt, weit besser als der Billigschrott aus China.

  4. 5.

    Lieber Micha,
    das Problem der LEAG ist dasselbe Problem sehr vieler anderer Unternehmen. Nach mehr als einem jahrzehnt Wirtschaftsaufschwung, durch extreme billige und extreme hohe verschuldung künstlich hinausgezögert, bricht sich nun Bahn. Es wird abwwärts gehen und zwar sehr schnell sehr tief. Das wird viele Unternehmen in die Pleite stoßen. Ich rechne mit Arbeitslosenzahlen von 6-8 Millionen, eher mehr. Wohl dem, der keine Schulden hat und keine Zinsen zahlen muss. Man kann von der LEAG halten was man will, aber sie ist schuldenfrei und das wird sie retten. Wir sprechen uns nochmal wenn die Weltwirtschaftskrise die Ungleichgewichte bereinigt hat. Dann wird es keine Windmüller mehr geben, weil die noch nie subventionsfrei gearbeitet haben und genau das muss und wird sich ändern.

  5. 4.

    Es wird schon genug in den Erneuerbaren gefördert da muss man nicht noch die Arbeitsplätze fördern. Wenn die Arbeitsplätze da sin ist gut, aber mann muss keine künstlichen Arbeitsplätz schaffen. Ich komme aus den Erneuerbaren wo wir schon mal bedeutend mehr Arbeitsplätze hatten die aber durch die Billigprodukte aus China alle wieder weggefallen sind. Un das wird sich auch kaum ändern, China wird immer billiger sein schon wegen der fehlenden Umweltauflagen.

  6. 3.

    Keine Sorge, das wird "sozial verträglich " gestaltet, wie bei den Zwangsvertreibungen.

  7. 2.

    Sie haben ja eine tolle Glaskugel...
    Der Betriebswissenschaftler sagt einfach: weniger Output, deshalb weniger Input

  8. 1.

    Die Richtung ist klar seit Vattenfall die Kohlebuden verschenkt hat, habe schon damals gesagt, wartet 2020 ab......und Welzow Süd II kommt nicht.
    Jetzt hat RRG 4,5 Jahre Zeit Arbeitsplätze bei den Erneuerbaren zu fördern.
    Rendez sitzt die Heuschrecke EPH im Nacken somit sollte klar sein was die Ankündigung bedeutet.

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