Nachhaltigkeitszentrum auf ehemaligen Flugplatz Drewitz - Elektromobilitäts-Pläne in der Lausitz nehmen Gestalt an

Entwurf Flugplatz Drewitz Jänschwalde (Quelle: Euromovement)
Audio: Antenne Brandenburg | 20.07.2020 | Bild: Euromovement

Der neue Eigentümer des Flugplatzes Drewitz in Jänschwalde (Spree-Neiße) hat seine Pläne für die Ansiedlung eines Industrie- und Gewerbegebietes konkretisiert. Das Areal soll eine Fläche von rund 209 Hektar haben und ein Zentrum für Nachhaltigkeit werden, wie Tassilo Soltkahn von der Euromovement GmbH am Montag sagte.

Er hat rbb|24 außerdem die Planungsbilder für das Areal zur Verfügung gestellt und weitere Details bekannt gegeben. Auf dem einstigen Flugplatz sollen demanach unter anderem Busse auf Elektromobilität umgerüstet werden. Rund 2.000 Arbeitsplätze sollen an dem Standort im Laufe der nächsten Jahre entstehen.

Luftbild: Flugplatz Drewitz Jänschwalde, Blick auf das Areal mit der geplanten Bebauung. (Quelle: Euromovement)
Blick auf das Areal mit der geplanten Bebauung (Bild: Euromovement) | Bild: Euromovement

Ziel: komplett ökologischer Standort

"Der Umbau alter Fahrzeuge ist eine Sache, an dem Standort soll aber auch geforscht werden, sagte Soltkahn rbb|24. "Es ist ein Bereich, der sich gerade sehr sehr stark entwickelt. Die ökologische Batterie, die komplett geschreddert werden und auf den Kompost geschmissen werden kann, ist keine neueste Geschichte mehr, daran wird schon gearbeitet."

Es solle einmal ein ökologischer Standort werden, so der Investor. Geplant ist, dass das Gewerbegebiet bis zu 100 Prozent aus CO2 neutraler Energie gespeist wird. 35 Prozent der Fläche sollen genutzt werden, um regenerative Energie aus Wind und Sonne zu erzeugen.

Soltkahn glaubt, dass sich auf dem ehemaligen Flugplatz viele Betriebe aus der ganzen Welt ansiedeln werden. "Und dann werden alle in die Lausitz schauen uns sagen: Was passiert denn da? Die können das ja!"

"Der Markt ist riesig"

Der neue Eigentümer hatte bereits im Dezember 2019 angekündigt, auf dem Gelände Busse auf Elektroantrieb umrüsten zu wollen. Es gebe zahlreiche Busse, die von öffentlichen Verkehrsbetrieben genutzt würden und die mit einer Umrüstung weitere zehn oder 20 Jahre nutzbar sein könnten, so Soltkahn. Vorhandene Busse klimaneutral zu betreiben sei nachhaltiger als ein Neukauf.

Der Bedarf sei da. "Der Markt ist riesig", sagte Soltkahn am Montag. Allein die Deutsche Bahn brauche 20.000 Busse für die Zubringer. Im Moment wüden außerdem alle danach rufen, "dass in den Innenstädten nicht mehr Dieselkraftstoff-Busse verbrannt werden, die die Menschen ja dann einatmen müssen." Der öffentliche Nahverkehr sei der neue Kunde. "Auch der Bürgermeister in Cottbus möchte gern, dass die Busse elektrisch oder mit Wasserstoff fahren."

Entwurf für den Flugplatz Drewitz Jänschwalde, die geplante Bebauung des Areals. (Quelle: Euromovement)Geplante Bebauung des Areals (Bild: Euromovement)

Zeitplan wird konkreter

Soltkahn hat auch Einzelheiten zum ungefähren Zeitplan für die Bebauung des Areals bekannt gegeben. "Ich glaube, dass das Planungsrecht im nächsten Jahr und die ersten Baugenehmigungen 2022 möglich sein werden." Danach werde es etwas dauern, weil "ein Gebiet in dieser Größe [...] zehn Jahre dauern [wird]."

Er geht davon aus, dass es anfangs 100 bis 200 Arbeitsplätze geben werde, "irgendwann" sollen daraus aber rund 2.000 werden. Sie werden laut Soltkahn zum Beispiel mit Forschern, Planern, Lackierern und Mechatronikern besetzt. Außerdem würden auch für die Pflege der Grünanlagen Mitarbeiter gebraucht. Sie werden "unendlich viel Garten zu pflegen haben, weil wir circa 30 Prozent der gesamten Fläche als Garten gestalten". Die Arbeiter sollen ein schönes Umfeld haben, sagt Soltkahn.

Der breiten Öffentlichkeit soll das Projekt am 8. August vorgestellt werden. Dann findet auf dem Areal ab 14.00 Uhr ein Tag der offenen Tür statt.

5 Kommentare

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  1. 5.

    CO2-neutrales Fertigen und Arbeiten. Ein Konzept, das maximale Zukunftsaussichten hat. Und Projektpioniere, die diesen Traum mit Eigenkapital finanzieren. Ich wünsche allen Beteiligten viel Glück und Erfolg und hoffe, dass das Baurecht schnell und antragsgemäß erteilt wird. Ein Pilotprojekt für EUROPA!

  2. 4.

    Tassilo Soltkahn ist Vorstand und Mitgründer der Tassima. Siehe auch https://www.tassima.de/ .

  3. 3.

    "Wo gibt es denn diese riesen Feuer aus verbrannten Fahrzeugen in den Innenstädten und welcher Mensch atmet Busse ein?" Man kann sich auch immer bewusst dumm stellen? Hier geht es zuallererst mal um die direkten Emissionen der Sprit Verbrennung. Ausgeblendet werden hier aber mal wieder alle Faktoren/Emissionen des Herstellungsprozess.

  4. 2.

    Es wäre ja zu wünschen, wenn endlich aus dem Areal was würde. Flughafen war ja nun wirklich nur ein feuchter Traum einiger Lokalgrößen. Nur mir fehlt der Glaube: Der Hr. Soltkahn ist ein Projektentwickler, Architekt, Ein- und Mehrfamilienhäuser. Außerdem CDU Lokalgröße im Dreieck Teltow Stahnsdorf Kleinmachnow. Durchaus schon einmal damit aufgefallen, dass er durchaus auch Mal im Interesse seiner Kunden gegen Baurecht verstößt. Okay, Petitesse.: Garage als Schwarzbau.Aber wer sind nun die, die den technischen Hintergrund für die Umrüstung von Dieselbussen auf Elektro mitbringen. Die drei üblichen Verdächtigen scheinen es nicht zu sein. E-trofit? I S E B? Tassima?
    Ist es ein osteuropäisches Unternehmen, oder gar Chinesen. Über Euromovements ist nichts raus zu bekommen Außer schönen Bildern ...
    Das mit den Windkraftanlagen können die sich allerdings schon Mal abschminken. Abstandsregeln. Es wohnen in der Ecke ein paar mehr Menschen, als auch die Entwickler wohl so vorstellen.

  5. 1.

    "dass in den Innenstädten nicht mehr Dieselkraftstoff-Busse verbrannt werden, die die Menschen ja dann einatmen müssen." Lieber RBB: Wo gibt es denn diese riesen Feuer aus verbrannten Fahrzeugen in den Innenstädten und welcher Mensch atmet Busse ein??

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