Das Klinikum Niederlausitz erweitert am Standort Senftenberg seine Intensivkapazitäten. Insgesamt sollen 40 Beatmungsplätze geschafften werden. (Quelle: Klinikum Niederlausitz/Steffen Rasche)
Audio: Antenne Brandenburg | 29.07.20 | Daniel Friedrich | Bild: Klinikum Niederlausitz/Steffen Rasche

Wirtschaftliche Schieflage - Dem Klinikum Niederlausitz geht es langsam besser

Verluste in Millionenhöhe, verunsicherte Patienten, ein eigenes Sanierungskonzept: Das Klinikum Niederlausitz gilt seit Längerem als Sorgenkind. Zum Jahresanfang wurde die Geschäftsführung ausgetauscht - nun scheint es, als würde sich das Klinikum wieder erholen.

Dem Klinikum Niederlausitz mit seinen Standorten in Senftenberg und Lauchhammer geht es wirtschaftlich besser. Das Sanierungskonzept schlage an, die Stimmung im Haus sei besser, sagt Siegurd Heinze, Landrat des Oberspreewald-Lausitz Kreises. Der Landkreis ist Eigentümer des Klinikums. In den letzten Jahren hatte das Klinikum mehrere Millionen Euro Verlust eingefahren. Nun ist die Lage so, dass ein Notfalldarlehen vom Landkreis nicht einmal angetastet werden musste.

Bessere Stimmung auf den Stationen

Die Kardiologin Victoria Grobel freut sich, wenn sie über ihre Arbeit im Klinikum Niederlausitz spricht. Seit sechs Jahren ist sie im Senftenberger Klinikum, sie kennt die Situation vor und nach der wirtschaftlichen Krise des Hauses. "Wir haben wirklich mal schwierige Zeiten gehabt, wo wir kein Personal hatten, kein Pflegepersonal hatten. Die Stimmung war natürlich schlecht. Das hat sich jetzt gebessert. Wir haben ein sehr gutes Team, wir können entspannt arbeiten", so Grobel.

Auch in finanzieller Hinsicht sei die Stimmung am Klinikum besser. Ein Notfalldarlehen des Kreises musste nicht genutzt werden. Die Verluste gingen zurück, sagt der neue Geschäftsführer Tobias Vaasen. "Wir hatten im letzten Jahr ein Defizit von fast fünf Millionen Euro und haben für dieses Jahr zwei Millionen Defizit geplant. Da liegen wir aber leicht besser", so Vaasen.

Umstrukturierungen haben gewirkt

Die neue Geschäftsführung hat Umstrukturierungen auf den Weg gebracht. Die Intensivstation wurde gestärkt, kostspielige Honorarärzte nicht mehr zusätzlich eingekauft. Dafür musste kein eigenes Personal entlassen und keine Abteilung geschlossen werden, freut sich Landrat Siegurd Heinze. Der Landkreis ist Miteigentümer des Klinikums. "Die neue Geschäftsführung hat gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung einen neuen Kurs definiert, der wird auch konsequent begangen", so Heinze. Neueinstellungen bei Chefärzten, aber auch die Corona-Hilfen des Bundes hätten zusätzliche Erleichterungen gebracht. "Es ist auch ein Ruck durch das Haus gegangen. Das Personal hat erkannt, dass wir uns in einer schwierigen Situation befinden und alle mitziehen", fährt er fort.

Und letztlich hätten auch die Patienten wieder Vertrauen in das Haus gefunden, das würden aktuelle Zahlen belegen, so Heinze. Um das Klinikum aber langfristig zu sichern wird aktuell weiter nach einem Mitgesellschafter gesucht. Bewerber gebe es bereits, im Herbst soll eine Entscheidung getroffen werden.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

1 Kommentar

  1. 1.

    Wie kann es sein, das ein Krankenhaus Gewinne abwerfen muss?
    Es sollte Funktionieren und den Bürgern dieses Landes bei Bedarf ohne "Gewinne einzufahren" zur Verfügung stehen.
    Genau wie Bibliotheken, Schwimmbäder, Schulen, Kitas, Straßen und Bürgersteige, Infrastruktur und so weiter und so fort.
    Das ist ein Teil unserer Kultur, die wir uns hier so leisten und kein Leistungsanwärter um Gewinne zu erzielen.

Das könnte Sie auch interessieren

Slawenburg Raddusch im Spreewald, Foto: rbb/Jan Urbanski
rbb

Ausflugsziel - Lifting für Slawenburg Raddusch

Die Slawenburg Raddusch ist eine originalgetreu wiederaufgebaute Fluchtburg, so, wie sie Slawen im 9. und 10. Jahrhundert aus dicken Baumstämmen, Stein und Erde errichtet hatten. Seit 2003 gibt es die Burg, Zeit für ein Lifting. Von Iris Wußmann