Die Gurkenernte im Spreewald (Bild: Spreewaldverein)
Die Gurkenernte im Spreewald | Bild: Spreewaldverein

Erntebilanz des Spreewaldvereins - Spreewald-Bauern sprechen von "miesestem Gurkenjahr"

Nachtfrost, Hagel, Corona - das Jahr 2020 war kein gutes Erntejahr für die Spreewaldgurke. Im Erntefazit des Spreewaldvereins sprechen Gurkenbauern vom "miesesten Jahr" seit Beginn des Anbaus. Ohne den milden Herbst hätte es noch schlimmer aussehen können.

Der "Spreewaldverein e.V." zieht ein schlechtes Fazit bei der diesjährigen Gurkenernte. Es sei kein gutes Jahr für die Spreewälder Gurkenanbauer und -verarbeiter gewesen, heißt es in einer Mitteilung. Manche Produzenten würden sogar vom "miesesten Jahr seitdem wir Gurken anbauen" sprechen.

Insgesamt seien 2020 rund 24.000 Tonnen Einlege- und Schälgurken geerntet worden. Damit seien die vertraglich vereinbarten Liefermengen an die Verarbeitungsbetriebe nicht von allen Bauern erfüllt worden. Vor allem die Lieferung von Gurken in bestimmten Größen habe großen Schwankungen unterlegen, so der Spreewaldverein. In den Jahren 2018 und 2019 seien jeweils rund 26.000 Tonnen Gurken geerntet worden.

Der Verein ist der Inhaber der Dachmarke "Spreewald" und hat damit den Überblick über die Gurken, die als "Spreewaldgurken" verkauft werden. Dabei handelt es sich um eine geschützte Herkunftsbezeichnung.

Wetter und Corona als Ursachen

Als Gründe für das schlechte Erntejahr gibt der Spreewaldverein unter anderem das Wetter und die Auswirkungen der Corona-Pandemie an. So hätten Nachtfröste im Mai viele Pflanzen beschädigt, genauso wie teils schwere Hagelschauer in der Region. Auf fast allen Flächen seien daher Nachpflanzungen nötig gewesen.

Niedrige Temperaturen hätten den Gurken zudem im Sommer zu schaffen gemacht. Daraufhin habe sich der Erntebeginn verzögert. Im Juli, der Haupterntezeit seien nur rund 50 Prozent der sonst üblichen Menge an Gurken geerntet worden, so der Spreewaldverein in seiner Mitteilung.

Durch die Coronaschutzmaßnahmen und damit verbundene Investitionen in die Unterbringung von Erntehelfern oder Hygienemaßnahmen habe sich der Arbeitsaufwand und die Kosten außerdem spürbar erhöht.

Schlechte Ernte trotz langer Saison

Durch den milden September seien die Ausfälle nur zum Teil kompensiert worden. Einige Anbaubetriebe hätten 15 bis 20 Prozent ihrer Gesamternte im September eingefahren. Weil teilweise bis in den Oktober geerntet werden konnte, spricht der Verein von einer rekordverdächtigen Saisondauer.

Die Nachfrage nach Gurkenkonserven sei hingegen durch die Coronakrise enorm. Lagerbestände seien schnell abgebaut worden. Der Einbruch der Nachfrage in Gastronomie und Tourismus im Frühjahr sei dadurch ausgeglichen worden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.11.2020, 12:30 Uhr

3 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 3.

    Hallo Ivo und Phdr, vielen Dank für Ihre Hinweise. 24.000 Gurken wären für Spreewald-Verhältnisse tatsächlich deutlich zu wenig. Gemeint sind 24.000 Tonnen. Wir haben den Fehler korrigiert. Beste Grüße aus der rbb|24-Redaktion

  2. 2.

    @rbb Hoffentlich wurden nicht nur 24000 Gurken, sondern 24000tonnen geerntet ;)

  3. 1.

    Nur 24.000 Stück? Da muss ich mir schnell noch welche aus dem Supermarktregal sichern!

Das könnte Sie auch interessieren