Eine Grafik zeigt die geplante Anlage EVA in Jänschwalde aus der Vogelperspektive (Grafik: Leag)
Bild: Leag

Leag und Veolia - Unternehmen für umstrittene Müllverbrennungsanlage in Jänschwalde gegründet

Nächster Schritt in Richtung einer Abfallverbrennungsanlage am Kraftwerksstandort Jänschwalde (Spree-Neiße): Der Energiekonzern Leag und das Entsorgungs- und Energieunternehmen Veolia haben ein gemeinsames Unternehmen gegründet, die Energie- und Verwertungsanlage (Eva) Jänschwalde GmbH & Co. KG. Das gab die Leag am Dienstag bekannt [leag.de].

Die neue Anlage soll demnach 2024 den Betrieb aufnehmen und zum Bespiel Fernwärme für Cottbus produzieren. Hintergrund der Planung ist, dass durch den Kohleausstieg Ersatzbrennstoffe künftig nicht mehr in Kohlekraftwerken mitverbrannt werden.

Neue Verwertung für nicht-recycelbare Abfälle

Die Bauvorbereitungen sollen laut Mitteilung im Jahr 2021 östlich des Kraftwerks Jänschwalde beginnen, sobald eine Genehmigung vom Landesamt für Umwelt Brandenburg vorliege.

Nach Angaben der Leag besteht jetzt bereits eine Zusammenarbeit mit Veolia; das Unternehmen beliefere die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe mit "aufbereiteten Sekundärbrennstoffen" für die Mitverbrennung. Mit dem Kohleausstieg in Deutschland gebe es "Bedarf, neue Verwertungskapazitäten für nicht sortier- bzw. recycelbare Abfälle zu erschließen". Mit der Verbrennungsanlage werde Restmüll vor Ort beseitigt, Strom und Wärme erzeugt "bei bestmöglichem Umweltschutz".

Zu hohe Emission befürchtet

Gegen die geplante Verbrennungsanlage gibt es allerdings Widerstand. Der Umweltverband Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat im Oktober Befürchtungen geäußert, dass es zu hohe Emissionen geben werde. Außerdem könnten Naturschutzgebiete beeinträchtigt werden. Die geschützten Gebiete "Peitzer Teiche" und "Spree zwischen Peitz und Burg", sowie das "Vogelschutzgebiet Spreewald und Lieberoser Heide" befänden sich in unmittelbarer Nähe der Anlage.

Die Leag hatte die Kritik zurückgewiesen. Die Anlage erfülle die neuesten Umweltauflagen und sei ungefährlich, hieß es vom Unternehmen. In der jüngsten Mitteilung vom Dienstag betont die Leag auch, dass zurzeit das gesetzlich vorgeschriebene Genehmigungsverfahren vom Landesamt für Umwelt Brandenburg durchgeführt werde.

Zuvor hatte bereits die Deutsche Umwelthilfe (DUH) einen Stopp der Planungen für die Anlage gefordert. Sie gefährde die Klimaschutzziele, erklärte der Umweltverband. "Hier soll ein Energie- beziehungsweise Wärmeerzeuger an einem Standort errichtet werden, wo die Wärme in diesem Umfang nicht gebraucht wird", hieß es damals.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.11.2020, 15.30 Uhr

9 Kommentare

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  1. 8.

    Die achso mächtige Kohleloby hat den Ausstieg besiegelt, auch wenn niemand heute sicher ist, wie diese Versorgungslücken verlässlich gedeckt werden können!
    Das Hamburg jetzt Moorburg verliert, sorgt aktuell bei der Wirtschaft und den Netzbetreibern für große Sorgen und ungeklärte Probleme.
    Aber was interessiert das schon Sie, als bekennenden Kassierer unserer aller EEG Umlagen. Stimmt's?

  2. 7.

    Anstatt zum Thema immer wieder die alten falschen Argumente zu bringen, schauen Sie den von mir angesprochenen Beitrag. Da lernen Sie was getan werden muss und wie es geht.
    Die Bremser sitzen bei der Kohlelobby und bei Altmeier.
    Das wird sich hoffentlich nach der Wahl ändern....

  3. 6.

    Es ist schlimm, wenn jemand so kurz denkt wie Sie, Peter. Müll entsteht täglich und überall. Sie legen Ihren Müll sicherlich in die Mülltonne. Die wird abgeholt. Was dann passiert interessiert Sie nicht. Hauptsache immer drauf auf alles was Sinn machen würde. Raus aus Kohle und Atom. Der Strom kommt aus der Steckdose. Basta. Jeder kann froh sein, dass es Menschen gibt die sich Gedanken machen, dass Schulen und Wohnhäuser nach dem Ausstieg aus der Kohleverstromung, beheizt werden können. Und das bezahlbar.

  4. 5.

    Die EE bringen gerade etwa 20% des benötigtem Bedarfs, wie will man da auf nukleare und fossile Anlagen verzichten? Und der Bedarf steigt noch!
    Den Knall (ihre Ausdrucksweise) haben Sie wohl nicht gehört.

  5. 4.

    Lieber "Umweltfanatiker" als Vernichter wie die Leag mit ihren Kohlebuden.
    @Horst, so ist es, manche haben den Knall immer noch nicht gehört. Allen die von Kohlestrom faseln empfehle
    Planet b ,raus aus Kohle und Atom in der ZDF Mediathek.

  6. 3.

    Ich finde die Müllverbrennungsanlage gut und wichtig. Umweltfanatiker sollten überhaupt keinen Strom beziehen. Alles kein 1:1 Öko Strom.

  7. 2.

    Soll nicht langfristig die Recyclingquote deutlich erhöht werden. Welche Abfälle sollen denn langfristig noch anfallen, die nicht im Zementwerk verbrannt werden können?
    Etwas konkreter könnte der Artikel diesbezüglich gerne sein.

  8. 1.

    "Mit dem Kohleausstieg in Deutschland gebe es "Bedarf, neue Verwertungskapazitäten für nicht sortier- bzw. recycelbare Abfälle zu erschließen"."

    Den Bedarf gibt es aber vor allem, weil die Industrie solche Abfälle in großen Umfang produziert und die Bundesregierung dagegen so überhaupt nix unternimmt. Weder zur Reduzierung des Mülls, noch zur besseren Sortierbarkeit von Müll. Verbot von Strohhalme oder Plastiktüten sind da nur Alibimaßnahmen.

    "Mit der Verbrennungsanlage werde Restmüll vor Ort beseitigt"

    Von dem Restmüll bleibt nach der Verbrennung Restmüll übrig, der eingelagert werden muss.

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