E-Fuel
Audio: Antenne Brandenburg | 02.03.2021 | Andreas Friebel | Symbolbild | Bild: dpa

Startschuss Strukturwandelprojekt - Experten sollen in Cottbus am Treibstoff der Zukunft forschen

2020 wurde das Wort "Flugscham" in den Duden aufgenommen - Experten sollen es nun überflüssig machen. Dutzende Menschen sollen im Cottbuser "PtX Lab Lausitz" erforschen, wie klimafreundliche Treibstoffe hergestellt werden können.

In Cottbus wird am Dienstag ein Kompetenzzentrum zur Produktion von klimafreundlichem Treibstoff eröffnet. Im "PtX Lab Lausitz" (kurz für "Power to X") sollen Experten aus dem In- und Ausland erforschen, wie mit Öko-Strom (Power) erst Wasserstoff und dann Kraftstoffe (x) hergestellt werden können. Sie sollen zum Beispiel Benzin oder Kerosin ersetzen.

Die Herstellung von Wasserstoff als Kraftstoff und als Stromspeicher ist aufwendig, gilt aber als Hoffnungsträger für energieintensive Industrien und den Verkehr.

Für das Cottbuser Kompetenzzentrum stehen zunächst bis 2024 bis zu 180 Millionen Euro zur Verfügung. Es ist eines der Projekte, die im Rahmen des Strukturwandels in den Kohlegebieten gefördert werden.

Neue Perspektiven für Industriestandort Lausitz

Eröffnet wird das Labor von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD). "Grüner Wasserstoff und "Power to X" sind wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Energiewende", sagte Schulze am Dienstag dem rbb. "Flugzeuge und Schiffe brauchen klimafreundliche Treibstoffe und die chemische Industrie braucht grüne Grundstoffe für ihre Produktion."

In Deutschland gebe es laut Schulze das nötige Know-How, um PtX-Technologien weltweit auf den Markt zu bringen. Die Bundesregierung sehe das Kompetenzzentrum in der Lausitz als Denkfabrik, Dialogplattform und Startrampe für neue Projekte. "Zugleich soll die Zukunftstechnologie Energieregionen wie der Lausitz helfen, neue Perspektiven als Industriestandort zu entwickeln."

In den kommenden zwei Jahren sollen im Cottbuser Kompetenzzentrum bis zu 60 neue Jobs entstehen.

Länder wollen Wasserstoffwirtschaft voranbringen

Brandenburg und Berlin wollen die Wasserstoffwirtschaft in der Hauptstadtregion zusammen aufbauen und haben dafür eine Online-Befragung gestartet. Das hatten bereits am Montag das Brandenburger Wirtschaftsministerium und der Berliner Senat für Wirtschaft bekannt gegeben. Unternehmen, Verbände, Kommunen und weitere Akteure der beiden Länder sollen in der Umfrage ihren Bedarf oder ihr Angebot an Wasserstoff melden.

Die Energieverwaltungen wollen so einen Überblick über den Bedarf an Wasserstoff und die Erzeugungskapazitäten bekommen. Sie rechnen damit, dass der Bedarf und das Angebot an Wasserstoff in den kommenden Jahren deutlich ansteigen wird.

"Grüner Wasserstoff kann zu einem wichtigen Baustein des Brandenburger und Berliner Energiesystems werden. Er ist klimafreundlich, speicherbar und über lange Strecken transportabel", sagten Berlins Energiesenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Grüne) und Brandenburgs Energieminister Jörg Steinbach (SPD). Wenn die CO2-Minderungsziele erreicht werden sollen, müsse grüne Energie vor allem für die Mobilität und den Wärmebereich bereitgestellt werden.

Grüner Wasserstoff entsteht, wenn man unter Nutzung von erneuerbarem Strom Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Das Verfahren ist technologisch ausgereift, sicher und marktreif, aber noch immer relativ teuer.

20 Kommentare

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  1. 20.

    Segeln ist auch eine Option, die für Hochseefrachter wieder in Betracht gezogen wird. Die Wallenius Marine verfolgt mit der Oceanbird das Ziel, einen segelnden Autotransporter zu bauen, der bis zu 7.000 PKW über die Weltmeere transportieren können soll. Dabei sollen 90 % des CO2 eingespart werden können im Vergleich zu den Frachter, der Ihre CO2-Schleuder aus Asien nach Europa transportiert hatte. Anders als Sie bin ich aber ein Freund regionaler Produkte. Mein Bier kommt aus Berlin anstelle durch halb Deutschland getruckt worden zu sein und die PKW, die ich früher besessen hatte, aus Wolfsburg, Osnabrück und Heilbronn, aber eben nicht aus Fernost.

  2. 19.

    Ihnen ging es vor allem um PtX für PKW, die dann Ihnen nach nicht exportiert werden müssten wie das heute mit vielen alten oder maroden Verbrenner passiert, die durch neue Verbrenner ersetzt werden.

    Die Brennstoffzellen habe ich eim Primärenergiedarf nur angeführt, weil die well2wheel einen schlechten Wirkungsgrad hat, der aber immer noch deutlich besser ist als PtX.

  3. 18.

    Der klimaneutralste Antrieb benötigt nur Segel. So lautlos über den Flakensee / Dämmeritzsee / Müggelsee. Das mag ich. Mal sehen ob es schon zu Ostern klappt.

  4. 17.

    E-Fuel ist der Stoff, um den es (mir) geht.
    ...
    Und nicht (unbedingt) die Anwendung in einer KFZ-Brennstoffzelle.

    https://de.wikipedia.org/wiki/E-Fuel

  5. 16.

    Die Werte zu Ihrem Traum der Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren für PKW würden Sie verlieren. Immer mehr Konzerne haben das Ende der ICE-Produktion angekündigt und suchen Zukunftsperspektiven für die Mitarbeiter in den Werken - s. auch die aktuelle Berichterstattung hier auf RBB24 zu Mercedes hier in Marienfelde oder die Ankündigungen von Audi, GM, Volvo etc. Eine weitergehende Forschung jenseits von Nischen wie dem Porsche 911 und Autos mit H-Kennzeichen ist deshalb obsolet. Selbst für letztere gibt es immer mehr Umbauanbieter.

  6. 15.

    Wir haben hier zu wenig Platz um Weisheiten herauszupicken um Recht zu haben. Und das haben Sie zuweilen, nicht in allem. Deshalb werbe ich nun wiederholt um den Sinn der Kernaussage: nicht einseitig sehen und technologieoffen sein. Dann macht "Streit" auch Spaß. Ach ja, synthetische Kraftstoffe (zukünftig) ist erst der Anfang für moderne Verbrenner - wetten das? Und Cottbus hat die Leute dafür, in Dresden gibt es die auch. Und immer mehr leise Töne sehen im direkten Verbrennen als Feinstaubfilter eine Ergänzung zur Elektromobilität. Wer diese Möglichkeiten nicht sehen will, der sieht auch anderes nicht. Soll Dtl. seine Fähigkeiten, etwa so wie die Pharmaproduktion in den 80igern, auf dem grünen Altar opfern? Übrigens, die Lautstärke ist ein anderes wichtiges u. komplexes Thema. Vielleicht an anderer Stelle gerne mehr?

  7. 14.

    Um die rd. 800 TWh meist fossiler Primärenergie allein für den in Cottbus nicht betrachteten Straßenverkehr zu ersetzen, werden rd. 200 TWh Strom für batterieelektrische Fahrzeuge benötigt, für Brennstoffstoffzellen-Fahrzeuge mit H2 als Energieträger wären es rd. 1.000 TWh. Mit PtX würde es noch grausamer werden, weshalb die Nische dafür von den Projektbeteiligten wie Rolls Royce nicht auf der Straße ist. Zum Vergleich: In D. werden aktuell rd. 250 TWh Strom aus erneuerbaren Quellen gewonnen.
    Vergl. z.B. https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/tesla-akkus-wenn-elf-avocados-umweltschaedlicher-als-eine-e-auto-batterie-sind/25291904.html

  8. 13.

    Wann haben Sie zuletzt ein Fahrzeug an der Ampel anfahren hören? Ich pendele bevorzugt mit einem 320PS-Diesel zu Arbeit. Haben Sie schon einmal gehört, wie laut so ein Fahrzeug aus dem VW-Konzern beim Anfahren ist? Wie aus der Diskussion rund um den Diesel bekannt sein sollte, kann man mit den Stickoxiden im Abgas eines PKW nichts machen außer die in einem Katalysator in harmlosere Stoffe umzuwandeln. Wegen der Down-Sizing-Benzinern sind die neben den Partikel mittlerweile auch bei denen ein Thema.

    Ansonsten sind wohl auch Sie dem dem RBB geschuldeten Irrtum aufgesessen, dass es in Cottbus um Kraftstoffe für den Straßenverkehr geht. Anders ist auch Ihr Hinweis auf alte Batterien nicht zu verstehen. Dass die zum einen nach dem Einsatz im PKW noch stationär eingesetzt werden wie auch recycelt. Mangels Masse passiert das nur noch nicht.

  9. 12.

    Brauchen sie auch nicht (leiser werden), weil heute schon die Rollgeräusche höher, als die Motorgeräusche, sind. Und Nebenprodukte entstehen i m m e r, egal welche Antriebsart (auch beim laufen). Unseriös ist, wenn man das einseitig sieht. Was kann man mit Stickoxiden noch machen...? Oder was kann man mit alten Batterien noch machen...? Diese Fragen können nur technologieoffen beantwortet werden.

  10. 11.

    "Energieeffizient ist es, im normalen PKW-Verkehr elektrisch zu fahren", sagte Bundesumweltministerin Schulze. "Für die gleiche Strecke, wo ein PKW eine Windkraftanlage braucht, braucht jemand, der mit synthetischen Kraftstoffen fährt, fünf bis sieben Anlagen." Daher konzentrier man sich auf Luft- und Seefahrt, die klimaneutrale Antriebe "am dringendsten benötigen." kann man z.B. beim Tagesspiegel nachlesen. Anders als vom RBB kurz angedeutet, war gar nicht von Kraftstoffen für den Landverkehr die Rede.

  11. 10.

    Einsatzgebiet der PtX soll auch laut diesem Artikel vor allem die Luft- und Schifffahrt sein. Hierin wird zudem angedeutet, dass der Wasserstoff auch in anderen Sektoren benötigt wird. Der Wirkungsgrad spricht gegen den flächendeckenden Einsatz in PKW.

    Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass Ihre Erfahrungen zum Fahrzeug-Export auf dem Verkauf von neuen Verbrenner-PKW basieren? Die Karren, die exportiert werden, will hierzulande niemand mehr haben. Der Export-Erlös ist deshalb höher.

    Nebenprodukte wie NOx entstehen übrigens auch bei der Verbrennung synthetischer Kraftstoffe und leiser werden die fahrzeuge dadurch auch nicht..

  12. 9.

    Naja, wenn ich das alles richtig verstanden habe dann geht es hier ja darum, den (zeitweise) überschüssigen regenerativ erzeugten Strom (in anderer Form) speichern und dann später (anders) verwenden zu können. Daher kommt die Energie.

    Heute nimmt man bei viel Wind, Wasser oder extensivem Sonnenschein ja zeitweise Windräder, Wasserkraftwerke und Solarfelder vom Netz, weil man nicht weiß wohin mit dem erzeugten Strom. So aber könnten die immer und gerne liefern so viel sie können.
    ...
    Und auch, wenn dabei viel der ursprünglichen Energie verloren geht, dann aber wenigstens nicht alle(mögliche). Und mit der Forschung wird's bestimmt besser.

    Und, vielleicht gibt es im Stromnetz von Zeit zu Zeit ja auch noch andere Strom-Überschuss-Phänomene, die so eine Speicherung wünschenswert machen.

  13. 8.

    Die Fläche ist sehr überschaubar.
    https://katapult-magazin.de/de/artikel/artikel/fulltext/wie-viel-platz-benoetigen-wir-um-die-gesamte-welt-mit-solarstrom-zu-versorgen/

  14. 7.

    Naja, wenn ich das alles richtig verstanden habe dann geht es hier ja darum, den (zeitweise) überschüssigen regenerativ erzeugten Strom (in anderer Form) speichern und dann später (anders) verwenden zu können. Daher kommt die Energie.

    Heute nimmt man bei viel Wind, Wasser oder extensivem Sonnenschein ja zeitweise Windräder, Wasserkraftwerke und Solarfelder vom Netz, weil man nicht weiß wohin mit dem erzeugten Strom. So aber könnten die immer und gerne liefern so viel sie können.
    ...
    Und auch, wenn dabei viel der ursprünglichen Energie verloren geht, dann aber wenigstens nicht alle(mögliche). Und mit der Forschung wird's bestimmt besser.

    Und, vielleicht gibt es im Stromnetz von Zeit zu Zeit ja auch noch andere Strom-Überschuss-Phänomene, die so eine Speicherung wünschenswert machen.

  15. 6.

    ich frage mich schon lange, wo diese Menge an Energie produziert werden soll, um diesen Wasserstoff zu produzieren. Wir reden von so schlechtren Wirkungsgeraden z.B. bei einem von gerade mal 30% vonm erzeugtem Strom zur erzeugten Bewegungsenergie. Rein elektrisch liegen wir hier bei rund 75%. Diese Daten sind hier aus einer VW Studie aus 2020. In einem Artikl von Motor1.com wird sogar von nur 15% Wirkungsgrad gesprochen. Und nein, Ein Diesel-, Benzinmotor wird so einfach damit auch nicht nicht laufen.
    Aus meiner Sicht nein wird keiner gezwungen seine alte Möhre ins Ausland zu verkaufen. Jeder kann sie fahren, bis es nicht mehr geht. Die meisten fallen doch eh nach spätetens 15-20 Jahren auseinander. Ausnahmen bestätigen hier die Regel ;-).

  16. 5.

    Wie immer nur ein kleiner Ausschnitt des Ganzen. Es wäre schön, wenn man mal aufzeigen würde, wieviel Strom benötigt würde, um alles Öl durch diese Alternative zu ersetzen- ich fürchte, so viel Landfläche gibt es gar nicht auf der Erde- weder um darauf Solaranlagen zu bauen noch um Windräder zu stellen.
    Aber selbst wenn- die Akzeptanz für Windräder reicht ja noch nicht mal, um die Hälfte des "einfachen/normalen" Strombedarfs zu decken (also ohne Heizung und Verkehr)- wie soll das denn bitte funktionieren? Das Mindeste wäre, solche Dinge transparent zu machen, statt Hoffnungen zu wecken, die nicht erfüllt werden können.

  17. 4.

    Darauf wartet die Welt ... Keine Ironie ... Denn wenn es sich wirklich auch für Diesel-, Benzin-, Erd- oder Autogasmotoren eignet, dann werdet bitte damit fertig, bevor fast alle ihre noch absolut funktionstüchtigen KFZ (für zu wenig Geld) ins Ausland verkauft haben und sich (klimaschädlicher) ein neues Fahrzeug mit neuem Produktions-CO2-Rucksack anschaffen mussten … Da werden nämlich (seit geraumer Zeit schon) sauer verdiente Milliardenwerte der Privathaushalte voreilig vernichtet.

  18. 3.

    Sie hätten Politiker werden sollen, dann könnten Sie auch noch viel Geld versprechen, damit die Forschung schneller wird.

  19. 2.

    Sehr gut. Aber macht da bitte schnell. Und nicht erst wieder 10 Jahre Grundlagenforschung. Ich will es ja nicht mit der Dringlichkeit der Entwicklung eines Impfstoffes vergleichen, aber eine große Dimension und Eile hat das Thema schon. Das muss bitte mal sehr schnell in die (sinnvolle) Anwendung.

  20. 1.

    Da sind gute Leute am Werk, Könner, Macher. Mit denen sollten sich die Verbotsideologen a la Nonnenmacher "synchronisieren". In Brandenburg reicht auch ein Abstimmen. Wenn die Entwickler sich an Demonstranten in die Berliner Innenstadt synthetisch vorbei"gemogelt" haben, wird so manch linksgrüner Ideologe sich über die Luftverbesserung, mit weniger Feinstaub, dann wundern und schnell was machen...? Tempolimit aufheben? Eher wird das Lastenrad verboten: hat eine "dreckige" Batterie. Aber vorher noch schnell eine "Lastenradanschnall-Ellenbogenschützerpflicht" einführen. Natürlich mit Rauchverbot für straffreie Kinder unter 27.

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