Ein Eimerkettenbagger steht im Braunkohletagebau Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.03.2021 | Jörg Reimann | Bild: ZB

Auswirkungen der Corona-Pandemie - Leag schickt Tagebau-Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit

Die Corona-Pandemie hat wieder direkte Auswirkungen auf den Tagebaubetrieb in der Lausitz. Nach April 2020 will der Energiekonzern Leag erneut einen Teil der Belegschaft in Kurzarbeit schicken. In Jänschwalde wird die Kohleförderung ganz eingestellt.

Der Energiekonzern Leag plant für einen Teil seiner Belegschaft Kurzarbeit. Grund seien anhaltende negative Auswirkungen der Corona-Pandemie, sagte eine Konzernsprecherin am Mittwoch auf rbb-Nachfrage.

Betroffen seien vor allem Mitarbeiter im Tagebaubetrieb Jänschwalde (Spree-Neiße). Wie umfangreich die Kurzarbeit für den Einzelnen ausfällt, werde individuell geklärt. Im Moment warte der Konzern noch auf die Zustimmung der Arbeitsagentur. Erst danach könne die Kurzarbeit beginnen.

Wirtschaftlichkeit nicht gegeben

Schon vor einigen Wochen schrieb die Leag in einem internen Newsletter, dass sich die Kohleverstromung aktuell kaum lohne. Hier wurden niedrige Strompreise in Verbindung mit hohen Kosten für CO2-Zertifikate als Gründe genannt. Jetzt sagte die Leag, der Schritt sei eine Reaktion auf den sinkenden Stromverbrauch in Deutschland infolge der Pandemie. Man habe in den vergangenen zwölf Monaten bis zu 25 Prozent weniger Kohle gefördert als in der Vor-Corona-Zeit. Das Unternehmen rechne auch nicht mit einer kurzfristigen Erholung der Stromnachfrage.

Tagebau Jänschwalde besonders betroffen

Die Kurzarbeit betreffe alle Tagebaue, vor allem aber den Tagebau Jänschwalde. Hier werde die Kohleförderung komplett eingestellt. "Aus organisatorischen, wie technischen Gründen ist vorgesehen, die geringere Förderleistung im Wesentlichen auf Jänschwalde zu konzentrieren", hieß es von der Leag. Die Mitarbeiter der Kraftwerkssparte seien nicht von der Kurzarbeit betroffen. Die anderen Mitarbeiter hatten sich bereits zuvor darauf eingestellt, zum Beispiel in andere Tagebaue wie Nochten, Reichwalde oder Welzow zu wechseln.

Kurzarbeit von Gewerkschaft positiv aufgenommen

Die Einschnitte für die Mitarbeiter würden laut Unternehmen sozialverträglich abgefedert. Die Gewerkschaft sieht die Nachricht positiv: Durch den Tarifvertrag werde das Kurzarbeitergeld ohnehin auf 85 Prozent aufgestockt, sagte Ute Liebsch von der Gewerkschaft IGBCE. Kurzarbeit sei das beste Instrument, weil es Kündigungen vermeide.

Die Kurzarbeitsphase solle laut Leag in jedem Fall bis Ende August andauern. Man gehe aktuell davon aus, dass sich der Bedarf an Rohbraunkohle aber spätestens im Herbst wieder stabilisieren werde.

Bereits im Frühjahr 2020 hatte die Leag einen Teil ihrer Belegschaft in Kurzarbeit geschickt.

20 Kommentare

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  1. 20.

    Natürlich geht es ohne Kohle...darum hat die verantwortliche Bundesnetzagentur kürzlich den Steinkohlekraftwerken Heyden, Walsum 9 und Westfalen E die Stillegung verboten.
    Aber was wissen die Physiker schon davon...die können nicht googeln.

  2. 19.

    Geben Sie doch einfach mal einen Link an wo das auch Physikalisch belegt nachgelesen werden kann.
    Ich möchte keine Wunschvorstellungen oder Thesen von irgend welchen Ökofreaks lesen.
    Selbst die Bundesnetzargentur kann mir keine Anwort geben.

  3. 18.

    Ja glauben wir und jeder der in Physik aufgepasst hat auch: https://blackout-vorbereitung.de/aktuelles/kohleausstieg-hielt-nur-8-tage/?fbclid=IwAR1gVXT9YlnGSc4gTSRR-SkbE-0Jcu1s8gVMKKCxO2i2jRISWXaPC09MkvM

  4. 17.

    Also nochmal, als Vattenfall seine Kohlebuden verschenkt hat sagte ich Welzow Teilfeld II kommt nicht. PUNKT.
    Jetzt sage ich spätestens 2025 sind die LEAG Buden zu.
    Wie das ohne Kohle und Atom gehen kann, kann jeder selbst googlen.

  5. 16.

    Wenn Sie der Meinung sind das es Technologisch nachweislich schon heute nicht mehr notwendig ist fossiele Energieträgern zu nutzen, würde mich schon mal interessieren wir unsere Stromversorgung sichergestellt werden soll. Wir konnten in Januar und Februar 2021 nicht mal Ansatzweise unseren Energiebedarf mit Sonnen und Windenergie abdecken.
    Da kann man sich schon mal die Frage stellen wo den die Energie herkommen soll.

  6. 15.

    Mir sträuben sich die Nackenhaare über so mancher EXPERTENmeinung und das nicht nur hier im Forum.
    Ich wünsche niemandem einen Stromausfall wie 1978/79. Ach den haben sie gar nicht miterlebt ... ?

  7. 14.

    Die „Experten“ können über Kohleausstieg ja oder nein reden wie sie wollen, die Praxis wird uns zeigt, dass unsere Versorgung mit Elektroenergie auf hölzernen Füßen steht. Den ersten Knall gibt es wenn alle Atomkraftwerke vom Netz gehen. Warten wir es ab. Geklappt hat ja in Deutschland bei größeren Vorhaben meist nur Türen und Fenster. Der vergangene Winter hat uns deutlich gezeigt wo es uns mangelt. Kraftwerke und Freileitungen, die will aber keiner haben. Vielleicht erlebe ich den Ausstieg aus der Verwertung fossiler Brennstoffe und das damit verbundene Chaos. Vielleicht sind dann diejenigen die heute, ohne Sinn und Verstand, auf die Kohle schimpfen, auch noch dabei.

  8. 13.

    Ist es nicht eher so das die Russen auf jeden Euro aus dem Gasverkauf angewiesen sind......

  9. 12.

    Ist Deutschland irgendwie auf wirkliche Notfälle vorbereitet? Ich glaube nicht, wie der Umgang mit Corona zeigt. Keine Fachkenntnisse, kein Plan.
    So wird auch keiner an die Möglichkeit einer "Notversorgung" mit Kohle denken. Eher wird alles verschrottet, platt gemacht und zugeschüttet.
    Und Russland wartet auf diesen Tag und dreht den Gashahn zu. Und dann?

  10. 11.

    Ihre Kommentare sind immer amüsant. Wo vor ein paar Wochen das weiße zauberpulver vom Himmel fiel durften wir doppelschichten fahren damit im Kraftwerk von eins Energie in Chemnitz die Lichter nicht ausgingen. Weil die Windräder eingefroren sind die Solarfelds unter Schnee begraben waren und ja wir waren da und haben das dreckige Zeug aus dem Leipziger Süden nach Chemnitz gefahren damit die Lichter nicht aus gehen und es warm bei den Menschen blieb! Aber ja schreien sie weiter nach ihrem grünen Leben in 30 Jahren werden die Rechnungen neu geschrieben!

  11. 10.

    Liebe Kohlenmunks,
    Hier geht's ja wieder ab.......ihr glaubt wirklich bis 2038 Kohle zu verbrennen?
    Technologisch nachweislich schon heute nicht mehr notwendig wenn man die letzten 20 Jahre nicht der Kohlelobby in den Hintern gekrochen wäre.
    Im September werden die Dauerbremser in der Union sehr schnell eine Kehrtwende hinbekommen....

  12. 9.

    Die Notwendigkeit der Sicherstellung der Stromversorgung ist gleichzusetzen mit der der Trinkwasserversorgung. Deshalb darf diese x-mal redundant und teuer sein.
    ...
    Es geht doch hier um die Braunkohle-Lagerstätten und quasi auch -Verstromung. Die jetzt bitte nicht überhastet oder für quasi alle Zeiten unzugänglich machen. Denn wir haben nicht sooo viele eigene Energie-Rohstoffe und dazu passende Anlagen ... Für den Fall des hoffentlich nicht eintretenden Notfalls.

  13. 8.

    Die Notwendigkeit der Sicherstellung der Stromversorgung ist gleichzusetzen mit der der Trinkwasserversorgung. Deshalb darf diese x-mal redundant und teuer sein.
    ...
    Es geht doch hier um die Braunkohle-Lagerstätten und quasi auch -Verstromung. Die jetzt bitte nicht überhastet oder für quasi alle Zeiten unzugänglich machen. Denn wir haben nicht sooo viele eigene Energie-Rohstoffe und dazu passende Anlagen ... Für den Fall des hoffentlich nicht eintretenden Notfalls.

  14. 7.

    Und diese sicherheitsbereiten Anlagen werden so lange gebraucht, bis ihre Erneuerbaren grundlastfähig oder eine großindustrielle Speicherung effektiv möglich ist...achso, merken Sie etwas?

  15. 6.

    Ich lese ihre wohlwollenden Kommentare schon seit Längerem. Wenigstens schwindet damit nicht die Hoffnung, dass alle vom Greenwashing infizert wurden und einfachste physikalische Zusammenhänge ausgeblendet werden um das "grüne Roß" zu reiten. Ich bin es inzwischen leid, auf all die Schlichtheit zu reagieren. Wer die Physik der Politik unterordnet wird eines Tages ganz schmerzlich aus seinem Traum erwachen, wenn das Smarthome dann auf "power off" steht und die freundliche Alexa und ihre Freundin Siri die Klappe halten müssen. Fazit: die Verträge sind geschlossen, der Fahrplan steht und nun rollte der Zug..... Hoffentlich hält er auch in der Lausitz um ein paar Strukturwandelgroschen abzuladen, so diese nicht schon vorher im Berliner Speckgürtel (RKI Wildau) verballert wurden. Aber wir haben ja noch die EEG-Umlage, löl

  16. 5.

    Man merkt das Sie keine Ahnung vom Betrieb haben, selbst die jetzt schon vom Steuerzahler finanzierten in Bereitschaft befindlichen und bisher nicht einen Tag gebrauchten Kohlebuden sind überflüssig.

  17. 4.

    Jetzt da alles einmotten und dann aber so in Stand halten, dass man das im (heute unvorstellbaren, aber immer möglichen) Notfall schnell wieder reaktivieren kann. Und das Kraftwerk mit der Option der Gasbefeuerung ausstatten (und es im Bedarfsfall erstmal damit betreiben) … Keine Flutung, aber Grundwasser ein großes Stück nach oben kommen lassen.

  18. 3.

    was für ein blöder Kommentar. Trauen sie sich auch Ihre Äußerung den Kohlekumpels gegenüber zu wiederholen?
    Außerdem ist doch der Ausstieg beschlossen. Was wollen sie mehr?

  19. 2.

    Im ersten Quartal liefen die Kohleanlagen auf Vollgas und sicherten die deutsche Versorgung.
    Also total überflüssig.

  20. 1.

    Glück gehabt das es Corona gibt, so lässt sich die Überflüssigkeit besser kaschieren. Fragt sich nur wie lange das auf Steuerzahlerkosten gehen soll.

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