Kurzarbeit wird unterbrochen - Tagebau Jänschwalde fördert im Juni wieder Kohle

Ein Pickup im Tagebau Jänschwalde (Archivfoto: dpa/Pleul)
Archivfoto | Bild: ZB

Im März verkündete der Energiekonzern Leag für den Tagebau Jänschwalde Kurzarbeit - die Kohleförderung wurde komplett eingestellt. Nun wird die Produktion im Juni überraschend wieder hochgefahren - eine Entwarnung für die Kumpel ist das aber noch nicht.

Der Energiekonzern Leag setzt die Kurzarbeit für die Mitarbeiter im Tagebau Jänschwalde im Juni aus. Das hat der rbb am Freitag von einer Unternehmenssprecherin erfahren. Nach Unternehmensangaben habe sich die Prognose für den Stromabsatz im Juni leicht verbessert, auch, wenn die Stromproduktion der Leag weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie liege.

"Ab Juni wird somit die Arbeit in allen Produktionsbereichen des Tagebaus Jänschwalde wieder fortgesetzt", erklärt das Unternehmen. Die Förderprognosen für die darauffolgenden Monate würden Mitte Juni erwartet, heißt es weiter. Je nachdem, wie diese ausfielen, könnte nach Juni erneut Kurzarbeit zum Einsatz kommen.

Im März hatte die Leag die Kohleförderung im Tagebau Jänschwalde eingestellt. Als Grund gab der Konzern die anhaltend negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie an. Die Kurzarbeitsphase sollte ursprünglich bis einschließlich August andauern.

Wechselmodell für Welzow Süd und Jänschwalde geplant

Zudem teilte das Unternehmen auf rbb-Nachfrage mit, die Tagebaue Welzow-Süd und Jänschwalde ab dem 1. Januar 2022 in einem Wechselbetrieb fahren zu wollen. "Ein Wechselbetrieb ist eine verschränkte, alternierende Fahrweise von Tagebaustandorten zur Optimierung von Kosten und betrieblichen Abläufen", so die Leag. Konkret heißt das, dass in den beiden Tagebauen abwechselnd und mit nur einer Mannschaft Kohle gefördert wird. Ein solches Modell werde beispielsweise bereits seit Mitte der 1990-er Jahre in den sächsischen Tagebauen Nochten und Reichwalde genutzt.

Gerüchten, dass das Kraftwerk Jänschwalde früher als geplant, bereits im Jahr 2026 vom Netz genommen werden soll, widersprach die Leag hingegen. "Für unsere Kraftwerke gelten weiterhin die im Kohleverstromungsbeendigungsgesetz vorgegebenen Abschaltjahre. Danach endet der Betrieb für das Kraftwerk Jänschwalde zum Ende des Jahres 2028", so das Unternehmen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.05.2021, 11:30 Uhr

19 Kommentare

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  1. 19.

    Ich bliebe meine Frau und meine Kinder, meinen Job habe ich noch nie geliebt.

  2. 18.

    Falls Sie es nicht mitbekommen haben....mit Ausstieg 38 ist die CO2 Senkung nicht erreichbar. Das haben die Umweltverbände und die Kohlelobby am Tisch gewusst.
    @TRAMM88 16
    DAS wäre ein Anfang....

  3. 17.

    Das milliardenteure Stromkabel zwischen Norwegen und Deutschland ist aber auch Garant für teuren Strom. Es muss sich ja bezahlt machen.

  4. 16.

    Baut endlich die modernsten Solarzellen hier in Europa bzw. Deutschland. Habe-leider unvollständig- eine Sendung über die neuesten Solarzellen ( Forschung etc ) gesehen. Bahnhofsdächer, alle Flachdächer und sogar Fassadenteile bepflastern. Nix mehr aus China; hier fertigen-aber zügig. Auf jedes Garagendach müßte Pflicht sein. Niemals Kohlestrom für E-Autos.

  5. 15.

    Sollte nicht einfach nur der schwer ausgehandelte Ausstiegsfahrplan aus der Kohleverstromung eingehalten werden?
    Dann hätten wir vielleicht das Potential uns damit zu beschäftigen, woher die Energie beim schrittweisen Ausstieg kommt.
    Das Beispiel der Teslafabrik als nächste "Monokultur" ist als Feigenblatt keine echte Option. Es ist das alte Wendeproblem.
    Der Strom der Klugsch... und Nichtskönner nimmt nicht ab. Wo sind die klugen Köpfe, 30 Jahre nach der Wende, die anpacken können? Zukunft braucht Verständnis bzw. Kenntnis der Vergangenheit. Auch für den Fortschritt.
    Kaffee to Go in der Grossstadtszene ist nicht die Lösung.

  6. 14.

    Nach ihrer Auffassung müssen konventionelle Stromerzeuger sofort vom Netz währenddessen Elektroenergie verbrauchende Kraftfahrzeuge am besten sofort und ohne Ausnahme in immer größerer Zahl eingesetzt werden. Da die immer wieder beschworenen erneuerbaren Energieerzeugungsarten dieses Manko nicht ausgleichen können geben Sie dann doch mal sinnvolle Lösungen. Alles andere ist lauwarmes Abwaschwasser. Der Import von teurem dreckigem Strom aus dem uns auslachendem Ausland wird nicht funktionieren, da diese Länder ebenfalls an ihre Erzeugergrenzen angelangt sind und dann im Fall der Dunkelflaute nicht liefern können.

  7. 13.

    Doch es gibt eben viele normal denkende Menschen die konstruktive über das Thema reden wollen und nicht wie sie nur einfach sagen nein Schluss mit all dem ! Das es keine Zukunft hat ist ja vielen klar nur der Weg dahin über den muss man halt auch mit den Menschen reden ! Und ja ich arbeite in einem Unternehmen der EPH in einem Bereich wo wir täglich für einen besseren Umweltbewusteren Transport von Gütern was machen für sie sicher unvorstellbar das Unternehmen EPH damit zu verbinden!

  8. 12.

    Unabhängig von Kohlestrom....UNVORSTELLBAR...ha ha.
    Bin ich schon lange.
    Denke schon das Sie bei der Leag arbeiten....ein normal denkender Mensch weiß das diese Art der Energieumwandlung schneller beendet sein wird als gedacht und verteidigt diesen Raubbau nicht noch.

  9. 11.

    … und geeignet um letztendlich Strom aus der Wertschöpfungskette des Bodenschatzes Braunkohle zu erzeugen. Jederzeit. Auch für Sie, lieber Peter. Leider. Und nein, ich arbeite nicht bei der LEAG.

  10. 10.

    Ich weiß ja nicht was Sie auf dem Foto sehen...Ich sehe ein in der DDR gebauten ,längst abgeschriebenen , Abraumbagger. Geeignet um maximale Umweltzerstörung und Bergbaufolgekosten zu hinterlassen.

  11. 9.

    Mein Großvater war Dampflokführer, hat seinen Job auch sehr geliebt......

  12. 8.

    Ich liebe Kohle und Industrie.

  13. 7.

    Also das Bild ist Klasse...weil es Emotionen in alle Richtungen zulässt.

  14. 6.

    Hat sich eigentlich was geändert oder bleibt's beim planmäßigen Ende 2023 für den Tagebau Jänschwalde.

  15. 5.

    Da haben die " Klimaschützer" ja wieder einen Grund zu protestieren

  16. 4.

    Natürlich sagt man nicht, dass die Kraftwerke früher abgeschaltet werden, solange die Steuermilliarden noch von den EU zurückgepfiffen werden können. Da fährt man lieber noch eine Weile auf Verlust bis das ganze rechtskräftig ist.

  17. 3.

    Das liest sich als ob die Leag nur noch die Steuergelder für Kurzarbeit abfasst so lange es noch geht. Interessant wird es wenn die EU Kommission die 10 fach überhöhte angedachte Entschädigung kassiert.

  18. 2.

    Gut das hier weitergebaggert wird. Jobs sind alles! Grundwasser, geschützte Biotope kann alles weg, Hauptsache diese good old Jobs bleiben erhalten. ES SOLL ALLES BLEIBEN WIE ES IST!

    Tesla dagegen darf auf gar keine Fall weitergebaut werden und niemals in Betrieb gehen. Es darf ja keine alternativen Arbeitsplätze zur Kohle in Brandenburg geben sonst wird am Ende noch giftige Braunkohle in der Erde bleiben. Das kann doch keiner wollen oder? der Giftige Dreck muss raus aus der Erde und in die Atmosphäre!

    Wer Ironie findet darf diese gern behalten.....

    ach man will wahrscheinlich mehr Geld für eine frühere Abschaltung abgreifen....

  19. 1.

    Warum? Zu wenig und zu unregelmäßig Sonne und Wind? Es muss sich doch lohnen, denn so eine Bude wieder hochzufahren kostet ja einiges extra.

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