Strukturwandel in der Lausitz - Bahn will Instandhaltungswerk Cottbus schon ab 2022 bauen

Blick aus der Vogelperspektive auf das Gelände des künftigen Instandhaltungswerkes in Cottbus (Foto: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 20.05.2021 | Rico Herkner | Bild: rbb

Was kommt, wenn die Kohle geht? Ein Leuchtturm-Projekt im Strukturwandel der Lausitz ist das neue Instandhaltungswerk der Bahn in Cottbus. Über eine Milliarde Euro sollen investiert werden, mehr als 1.000 Arbeitsplätze entstehen - und das schneller, als bisher geplant.

Eines der großen Strukturwandelprojekte der Lausitz soll schneller umgesetzt werden als bisher geplant: Nach rbb-Informationen wird der Baustart für das künftige ICE-Instandhaltungswerk in Cottbus um rund ein Jahr vorgezogen. Anfang 2022 will die Bahn mit dem Bau des ICE-Werkes starten, es soll dann auch früher in Betrieb gehen.

Die Deutsche Bahn hat am Mittwoch rund 150 regionale Bauunternehmen über entsprechende Planungen informiert. Nach Auskunft von Beteiligten sollen die Bauausschreibungen für das Milliardenprojekt in den nächsten Tagen starten.

Verkehrsminister: "Standort der Superlative"

Nach Angaben von Beteiligten, unter anderem regionale Bauunternehmen und Gebäudeausrüster, werden sich die Arbeiten zunächst auf Straßen- und Gleisbauarbeiten auf dem Werksgelände konzentrieren. Außerdem werde der Bahnkonzern zahlreiche neue Werkhallen errichten. Dazu kommt ein elfstöckiges Verwaltungsgebäude gegenüber dem früheren Spreewaldbahnhof. Das Projekt soll bereits zum Jahreswechsel 2025/2026 fertiggestellt werden. Auch das wäre rund ein Jahr früher als ursprünglich vorgesehen.

Neben der ICE-Halle für die schwere Instandhaltung von Elektrotriebzügen (ICE 4) entstehen eine Halle für die Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf Hybridtechnik mit Elektroantrieb sowie ein Technologiezentrum zur Hybridforschung und moderne Lehrwerkstätten. Bei der Vorstellung der Bahn-Pläne in Cottbus im Herbst 2020 sprach Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) von einer "Job-Maschine" und einem "Standort der Superlative".

Laut Bahn bekommt Cottbus das modernste und umweltfreundlichste Bahn-Instandhaltungswerk in Europa. Es sei das erste große Vorhaben, das auf Basis des Strukturstärkungsgesetzes des Bundes finanziert würde. Bahn und Bund investieren rund eine Milliarde Euro in das Projekt. Zusätzlich zu den derzeit 420 vorhandenen Arbeitsplätzen sollen 1.200 neue entstehen. Das Bahninstandhaltungswerk in Cottbus gibt es seit fast 150 Jahren.

10 Kommentare

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  1. 10.

    Das ist doch ne gute Nachricht mit dem baldigen Baubeginn. Endlich mal vernünftig tariflich bezahlte Arbeitsplätze in der Gegend. LEAG und DB ergänzen sich hier sehr gut, durch die kooperierte Ausbildung bleiben vielleicht ein paar Jugendliche in ihrer Heimat.

  2. 9.

    Ich finde das sehr gut ,dass in Cottbus jetzt so
    Viel investiert wird. Weiter so. Zumal ich auch
    Ein Cottbus Anhänger bzw. Fan bin.

  3. 8.

    Warum nicht Cottbus? Dort hat man Erfahrung mit Eisenbahninstandhaltung. Da wurde schon die berühmte 01.5 gewartet und repariert.

  4. 7.

    "Die ICE-Wartung nach Cottbus holen wo dort nicht mal ein ICE planmäßig hält. So fahren die Dinger dann offensichtlich leer zwischen Cottbus und Berlin, obwohl genau dort ICE´s gewartet werden können."

    Nein, in Berlin-Rummelsburg geht das schon aus Platzgründen nicht. Warum steht im Text "schwere Instandsetzung"? Das ist etwas Anderes als "Wartung". So etwas macht ein ICE nur alle paar Jahre durch, und ob er dafür nach Cottbus oder einem anderen Ort ohne ICE-Halt fährt, ist egal.

    Es liegt auch nicht an der Brandenburger Landesregierung, ob Fernzüge von Cottbus nach Breslau fahren. Da hat eine Staatsregierung in Warschau ein Wörtchen mitzureden - und die setzt andere Prioritäten. An der Elektrifizierung der Görlitzer Bahn und Durchbindung nach Liberec hingegen wird gearbeitet; das ist Teil des Lausitz-Strukturpakets. Das könnten Sie als Lausitzer eigentlich wissen. Den Rest Ihrer Klagen sollten Sie lieber an die DB und das "bayrische" Bundesverkehrsministerium richten.

  5. 6.

    Das Werk in Cottbus wird größere, längerdauernde Instandhaltungen durchführen. Die Anzahl der täglich zuzuführenden ICE dürfte sich sehr in Grenzen halten.

    Für die betriebsnahe Instandhaltung und Versorgung wird gegenwärtig Berlin-Rummelsburg weiter ausgebaut.

  6. 5.

    Oh es gibt einen. Morgens kurz nach sechs. Fährt durch bis Norddeich Mole und hält in Berlin.

  7. 4.

    @ Realistischer: Das ICE-Werk wird in Cottbus und nicht in Berlin gebaut, weil in Cottbus zwar (leider) keine ICEs halten, es aber dort im Gegensatz zu Berlin massig Fördermittel gibt.

    Wie Sie richtig schreiben, werden die allermeisten ICEs wohl als Leerfahrten zwischen Berlin und Cottbus pendeln.
    Was ich daran wirklich interessant finde, ist die Tatsache, dass der zweigleisige Ausbau zwischen Lübben und Cottbus planmäßig erst Ende 2027 abgeschlossen sein soll - man muss kein Pessimist sein, um dabei mit Verzögerungen zu rechnen. Soll das Instandhaltungswerk also früher als das zweite Gleis eröffnet werden? Wahrscheinlich rechnet man beim Bau des Werkes insgeheim mit noch größeren Verzögerungen.

  8. 3.

    Warum haben soviel Lausitzer null Vertrauen in die Landesregierung in der Vorstadt. Weil diese in erster Linie nur an sich und den Speckgürtel denkt. In 10 Jahren werden wir die Endresultat sehen. Keiner der heutigen " Entscheider " wird seine Unfähigkeit und Ignoranz eingestehen.

  9. 2.

    Im Kern ist das eine gute Sache, hat mit dem Strukturwandel nichts zu tun. Das die Fördermilliarden hauptsächlich für Bundesvorhaben gönnerhaft verteilt werden, ist gelinde gesagt sogar Verschwendung und wieder typisch für Brandenburg. Und jetzt der Knaller: die Menschen im Kerngebiet der Kohlegruben haben rein gar nichts davon. Wetten das das in ein paar Jahren wieder den einen oder anderen Untersuchungsausschuss ohne Folgen beschäftigen wird. Mit Geld richtig umgehen, ja das kann die deutsche Hausfrau oder der chinesische Suppenhändler dreimal besser als Ideologen einer ganz bestimmten Farbrichtung.

  10. 1.

    Ich glaube es erst, wenn ich es sehe. Wolkenkratzer bauen wollen aber unfähig, eine schnelle IC-Verbindung aus der Lausitz nach Berlin zu realisieren. Und ich meine einen IC keinen ICE. Unfähig aus der Lausitz beispielsweise Dresden so anzubinden, dass es keine Weltreise wird. Aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen Cottbus und Dresden: 50km/h. Nur jeder 2. Zug fährt auch durch. Unfähig von Cottbus aus Liberec einzubinden mit Weiterfahrt Prag, unfähig eine schnelle Verbindung aus der Lausitz nach Breslau oder via Grünberg nach Warschau zu errichten. Den Cottbuser Bahnhof verlassen nur noch irgendwelche "Ferkeltaxen" mit STOP an jeder Milchkanne. Die ICE-Wartung nach Cottbus holen wo dort nicht mal ein ICE planmäßig hält. So fahren die Dinger dann offensichtlich leer zwischen Cottbus und Berlin, obwohl genau dort ICE´s gewartet werden können. Aber macht mal, die Hoffnung stirbt zuletzt..

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