Nach angekündigtem Aus in Lauchhammer - Jobbörse mit 60 Unternehmen für Vestas-Mitarbeiter geplant

Der Windkraftanlagenbauer Vestas schließt seine Produktionsstätte in Lauchhammer (Bild: rbb)
Video: rbb|24 | 25.09.2021 | Material: Brandenburg aktuell | Bild: rbb

Ein verärgerter Wirtschaftsminister, verunsicherte Mitarbeiter: Beim Windkraftanlagenbauer Vestas in Lauchhammer geht es nach dem überraschend angekündigten Aus zum Jahresende darum, Mut zu machen. Von Ralf Jußen

Bei einer Betriebsversammlung im Werk des Windkraftanlagenbauers Vestas hat der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach(SPD) am Freitag versucht, den Beschäftigten Mut zu machen. Sie seien sehr abwartend und verunsichert, sagte er dem rbb.

Gerade die Mitarbeiter mit langfristigen Verträgen, etwa 200 der insgesamt 460, müssten sich zunächst keine Sorgen machen. Die Fristen begännen erst, wenn die Kündigungen ausgesprochen sind, was bisher noch nicht passiert sei. Auch bei der Bundesagentur für Arbeit seien bisher keine Massenkündigungen eingegangen. Für Steinbach ist das ein Zeichen dafür, dass die Entscheidung zur Schließung des Standortes sehr "hemdsärmlig" getroffen wurde.

Steinbach: Ankündigung "stillos"

Steinbach kritisierte die Art und Weise der Ankündigung erneut scharf als "stillos", er sei erst durch eine Pressemittelung informiert worden. Vestas habe in den vergangenen Jahren viel Unterstützung vom Land bekommen. So seien Autobahnanschlüsse oder der Hafen Mühlberg (Elbe-Elster) für den Bedarf des Rotorblattherstellers umgebaut worden.

Neben diesen Infrastrukturmaßnahmen seien insgesamt 21 Millionen Euro Förderung in das Unternehmen geflossen, zeigte sich Steinbach verärgert die Ankündigung ohne Vorwarnung "mit dieser Datumsauswahl".

Jobbörse und Interessenten

Neben der Verärgerung brachte Steinbach auch einen konkreten Ausblick mit: Am 6. Oktober soll es eine Jobbörse in Lauchhammer geben. 60 Unternehmen, darunter die Deutsche Bahn, der Chemiekonzern BASF Schwarzheide und auch Tesla wollen den Mitarbeitern demnach Angebote machen.

Pläne, die Hannes Hauke Kühn von der Industriegewerkschaft IGBCE kritisch sieht. "Das Unternehmen möchte den Kuchen kleiner machen und Leute aus dem Betrieb herausziehen", so Kühn. Er setzt sich für Abfindungen und Umschulungen ein.

Auch der Wirtschaftsminister möchte verhindern, dass das Vestas-Gelände durch Teilverkäufe "gefleddert" wird. Seine Vision für den Standort: Produktion im Bereich der erneuerbaren Energien. Eine Alternative, über die man ernsthaft nachdenken müsse, sei die Herstellung von Maschinen zur Elektrolyse.

Für den Standort gebe es derzeit drei Interessenten, die geprüft werden. Konkreter wollte Steinbach nicht werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.09.2021, 15:10 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Aber klar typisches Verhalten von der Gewerkschaft (in der ich selbst mal war). Jeder der bei Verstand ist, bisl Köpfchen hat und flexibel ist, wird sich schnell was neues suchen. BASF wird wohl am beliebtesten sein.

  2. 5.

    Ich habe einige bekannte die Tesla fahren. Die haben sich vorher MB, BMW oder Audis bestellt. Die sind alle hochzufrieden uns sagen noch der Tesla war deutlich günstiger....soviel zum Thema Autos nur für Reiche. Ich werde mir wohl auch wenn unser Kombi kaputt geht einen Tesla holen, fürs Pendeln zur Arbeit habe ich mir eine City Transformer vorbestellt.

    Ihre Rechtschreibung ist schon extrem, ich verstehe leider nicht die Bedeutung aller ihrer Sätze, aber wo lügt Herr Neumann?

    Und zum ersten Absatz: Wenden Sie sich mit Ihrer Beschwerde bitte an den DIN/VDE. Soll ich Ihnen einen Kontakt verschaffen?

  3. 4.

    Und wer hat es erfunden? Gab es irgendwo im Sand eine Tafel eingegraben wo dies vorgegeben wurde? Sie und ihr technisches Wissen wieder. Aber sie können uns gerne den technischen Unterschied Hochvolt und Hochspannung.

    Warum sagen Sie nichts zu den falschen Unterstellungen des Alfred Neumann? Wenn es ihrer grünen Partei dient ist Lügen okay?

    Vor wenigen Tagen meinten Sie noch Tesla hatte Interesse an den Beschäftigen dort, allerdings sagt die nicht Teilnahme anderes. Und selbst wenn wäre diese nur ein politisches Manöver.

    Wer meint Tesla sei toll der google bitte Arbeitsvertrag und Tesla. Das viele Geld was Tesla von der Grünen Planwirtschaft bekommt nutzt dem Klima recht wenig, aber den Autohassern ist eben jedes Mittel recht und Autos nur noch für Reiche ist der ersten Schritt.

  4. 3.

    Ach Adriana, nur weil Sie Hochvolt nicht von Hochspannung unterscheiden können.

    Es heißt so, Sie können gerne an die Normungsgremien, DIN/VDE schreiben, dass die alle kein Deutsch können.

    Die Einteilung kommt nun einmal aus dem Arbeitsschutz.

  5. 2.

    Erneut liegen Sie falsch da ich weder den Klimawandel leugne, noch ihre Antwort sich auf die Frage bezieht. Es muss investiert werden und uns gibt keiner was auf ihre "Antwort". Zu den Extremwetterereignissen, da muss nicht nur an Co2-Minderung gedacht werden, da muss auch ein Umbau erfolgen. Und auch hier versagen die Grünen, da diese gar nicht darauf eingehen. In Baerbocks Heimatstadt wo die seit ewigen Zeiten regieren wird eine Klimaschneise nach der anderen zugebaut und durch Fehlplanungen in Waldstadt der Anschluss zum Bahnhof Bergholz verbaut.

    Falsche war auch dies, da ich ich nicht fragte wie ich einen "Hochvolt-Schein" bekomme, es ging darum dass das Wort "Hochvolt-Schein" kein gutes deutsch ist und nur ein schlechte Übersetzung aus dem Englischen.

  6. 1.

    60 Unternehmen suchen - und dann macht sich so mancher Sorgen wegen eine Hochvolt-Scheines, den man in fünf Tagen erwerben kann.

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