Produktion von Windkraft-Anlagen - Vestas schließt Standort mit rund 460 Mitarbeitern in Lauchhammer

Ein Rotorblatt fuer ein Windrad liegt in einer Fertigungshalle von vestas in Lauchhammer, am 11.02.2019. (Quelle: dpa/Florian Gaertner)
Video: rbb|24 | 21.09.2021 | Material: Brandenburg aktuell | Bild: dpa/Florian Gaertner

Die Ansiedlung von Vestas galt 2002 als großer Erfolg in der Braunkohle-Region. Nun schließt der Produktions-Standort für Flügel von Windkraftanlagen in Lauchhammer. Der stellvertretende Bürgermeister spricht von einer Katastrophe.

Der Flügelhersteller für Windkraftanlagen Vestas schließt zum Jahresende seinen Produktionsstandort Lauchhammer. Die überraschende Nachricht bekamen die Mitarbeiter am Montag während einer Belegschaftsversammlung übermittelt, wie der rbb erfuhr. Betroffen sind rund 460 Mitarbeiter.

In einer Mitteilung gab das Unternehmen am Montag an, sich künftig stärker als bisher auf Offshore-Windkraftanlagen konzentrieren zu wollen. "Es ist immer schwierig, Entscheidungen zu treffen, die sich negativ auf unsere guten, hart arbeitenden Kollegen auswirken", erklärte der leitende Vizepräsident von Vestas, Tommy Rahbek Nielsen. Vestas hatte wegen Lieferproblemen und höheren Kosten im August seinen Ausblick für 2021 gesenkt.

Schwerer Schlag für die Lausitz

Der Abzug von Vestas ist ein schwerer Schlag gegen die einstige Braunkohlehauptstadt der DDR. Der Windkraftanlagenhersteller ist der einzige nennenswerte Industriezweig, der in den letzten Jahren in der Lausitz angesiedelt werden konnte. Zudem ist Lauchhammer der einzige Ort in Deutschland, in dem Rotorblätter hergestellt werden.

Vestas baute seine Kapazitäten zuletzt besonders in Asien weiter aus. Währenddessen gingen in Deutschland die Zubauzahlen von Windkraftanlagen seit 2017 stark runter.

Vize-Bürgermeister spricht von Katastrophe für die Stadt

In einer ersten Reaktion im rbb sprach der stellvertretende Bürgermeister Jörg Rother von einer Katastrophe für die Stadt. Die Linke bezeichnete die geplante Schließung als "schweren Schlag für die Lausitz".

Es habe im Voraus keine Warnung gegeben, kritisierte der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach. "Ich selber kann diese Entscheidung zum augenblicklichen Zeitpunkt umso weniger nachvollziehen, als zu erwarten ist, dass die Nachfrage nach Windkraftanlagen gegenüber den vergangenen Jahren wieder steigen wird durch die derzeit intensiv geführte Debatte um Klimaneutralität", so der Minister. Er habe sich inzwischen mit der dänischen Geschäftsführung in Verbindung gesetzt, um in den nächsten Tagen "die Entscheidung einer Modifikation zuzuführen."

"Offenbar ist die Nachfrage nach den Rotorblättern erneut gesunken", erklärte der Linke-Fraktionsvorsitzende Sebastian Walter. Allerdings trage die Brandenburger Landesregierung mit Blick auf den viel zu geringen Ausbau der Windkraft im Land in den vergangenen Jahren eine Mitschuld, erklärte Walter weiter.

Der Linken-Abgeordnete Christian Görke forderte die Landesregierung auf, sofort Gespräche mit Vestas aufzunehmen, um eine Zukunft für die Beschäftigten in der Lausitz zu sichern.

Schließungen auch in Spanien und Dänemark

Der dänische Windturbinenbauer will neben dem Standort in Lauchhammer noch zwei weitere Fabriken in Europa schließen. Soll soll bis Mitte 2022 die Produktion in Viveiro (Spanien) und Esbjerg (Dänemark) eingestellt werden. Insgesamt seien rund 650 Mitarbeiter von den Maßnahmen betroffen, hieß es.

Anzahl der Entlassungen unklar

Wieviele Entlassungen es am Ende genau geben werde, sei noch nicht klar. Das Unternehmen prüfe Möglichkeiten für eine Verlagerung von Produktion und Service an andere Vestas-Standorte in Deutschland.

In Lauchhammer werden Flügel für Windkraftanlagen in unterschiedlichen Größen hergestellt, nach einem enormen Boom hatte das Unternehmen vor zwei Jahren bereits hunderte befristete und Leiharbeitsverträge nicht verlängert. Betroffen war damals die Hälfte der Belegschaft.

Der Standort sei nicht gefährdet, hieß es damals. Man werde sich auf das Kerngeschäft konzentrieren und kleinere Rotorblätter bauen. Vestas produziert in Lauchhammer seit 19 Jahren Rotorblätter. Die Ansiedlung in der einst Braunkohle-dominierten Stadt Lauchhammer galt als Meilenstein des Strukturwandels.

Sendung: Brandenburg aktuell, 20.09.2021, 19:30 Uhr

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136 Kommentare

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  1. 136.

    Man sieht, das Geschäftsmodell Windenergie funktioniert nur mit staatlichen Subventionen. Kein Mensch käme ohne die Steuerkohle, die andere erst erarbeiten müssen auf die Idee, diese Dinger in die Landschaft zu stellen.

  2. 135.

    Deutschland ist sechst größter Co2 Emittent, bei pro Kopf weit vor China.
    Ich meine das China was uns bei Zubau der EE längst überholt hat.
    Aber was sind schon Fakten....Bevor Sie wieder nach Belegen fragen...suchen Sie selber.

  3. 134.

    Historisch ist unser Anteil schon viel größer und erst Recht pro Person.

    Sehen Sie jede Medallie hat 2 Seiten.

    Genauso wie bei Zubau von Kraftwerken. Nicht wenige konventionelle thermische Kraftwerke kriegen aktuell immer größere Finanzierungsprobleme. Der Zubau an PV und WKA jagen in China einen Rekord nach dem anderen.

  4. 133.

    Ich bin Wissenschaftler, natürlich ist das keine "unverschämte Anspielung" sondern durch sozio-ökonomische Studien belegte Tatsachenbehauptung.

    Und ich bin kein Soziologe, aber die Datengrundlage zu Bevölkerungsentwicklung, Geschlechterverteilung und Bildungsgrad erschien mir nachvollziehbar.

    Beschimpfen Sie grad mal wieder empirische Wissenschaft, weil Ihnen das Ergebnis nicht passt.

  5. 132.

    Unter Ihrem Namen wurde falschbehauptet, dass Umweltminister Vogel den Pestizid Einsatz gegen Borgenkäfer verboten haben soll. Richtig ist aber, das
    a) Richter den Einsatz verboten hatten
    b) die Grünen zu dem Zeitpunkt in der Opposition gewesen sind.

    Frau Baerbock ist Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Bundestagswahl,. Auch dort sind die Grünen seit 2005 in der Opposition. Regierungsverantwortung tragen andere Parteien.

  6. 131.

    Wer soll denn noch FCKW nutzen? Ihr Glaube alle alten Kühlschränke wäre schon weg ist auch falsch. Dabei sollten diese ineffizienten Stromfresser möglichst schnell ausgetauscht werden.

    Ich kenne nur ein Land was illegal noch FCKW herstellt....aber auch nur an Sattellitendaten....

  7. 130.

    Die wurden grundsätzlich schon auf 20 Jahre ausgelegt.

    Es gibt auch Betreiber die den Strom direkt vermarkten, dass kommt auch auf den Typ an. Wenn teure Wartungen fällig werden kann das unwirtschaftlich werden, vor allem weil neue Anlagen erheblich Wirtschaftlicher sind,
    ganz ohne Förderung . Man darf nicht vergessen, dass die Anlagen die jetzt aus der Förderung aus der Anfangsphase der Technik sind. In den alten Generatoren sind noch win mehrfaches an Kupfer, seltene Erden als neuen größeren Effizienteren Anlagen. Da wird jedes Gramm recycelt.

  8. 129.

    Und erst noch der Wassermotor....wobei für Brandenburg mit Wassermangel wäre der natürlich keine Lösung.

  9. 128.

    Die (menschengemachten) Klimawandelleugner sterben nicht aus oder?

    Kennen Sie den Unterschied von C4 und C3 Pflanzen?

    Wissen Sie wie lange die aktuelle Eiszeit schon vorherrscht? Sehr viel länger als es die Gattung Homo überhaupt gibt. Noch dazu dauerten solche Veränderungen früher hunderttausende oder Millionen von Jahren und nicht wie jetzt wenige hundert Jahre.

    Es gab erheblich Wärmere Zeiten genauso wie Schneeball Erde, das ist für heute und die menschliche Zivilisation vollkommen unbedeutend, weil sich der Mensch wahrscheinlich nur wegen der sehr stabilen Phase der jetzigen Eiszeit überhaupt entwickeln konnte. Die Eiszeit ist bald durch menschliches Handeln bald vorbei...

  10. 126.

    ?

    Davon hat Leni gar nichts geschrieben. Statt die Gefahren der Zukunft wahr zu nehmen wird gleich von der Höhle geredet. Das ist ein Klassiker unter denen, die nicht an die Gefahren des Klimawandels glauben.

    Der Klimawandel hat das Potenzial, dass wir uns zukünftig aus der offenen Welt mehr zurückziehen in geschlossene Räume, die gegen die Gefahren gesichert sind und in denen wir uns bessere Überlebenschancen ermöglichen. Dann sind wir moderne Höhlenmenschen, quasi Höhlenmenschen 2.0. Autos werden dann zu fahrenden Höhlen weiterentwickelt, da deren aktueller Schutz nicht angepasst ist.

  11. 125.

    Was wollten Sie damit sagen? "Das hauptsächlich junge intelligente Frauen in den Westen weggezogen sind merkt man irgendwie..." Aber Ihre unverschämten Anspielungen sagen aber viel über sie selber. Die Menschen in der Lausitz sind ihnen egal? Bei Proschim wegen ein paar Kilometer Umsiedlung waren die Worte der Grünen aber ganz anders.

  12. 124.

    Dachte nicht das es noch Leute gibt die auf solchen absoluten Unsinn wie vom Magnetmotor reinfallen. Mein Irrtum.

  13. 123.

    Ausgelegt sind WKA für 20 +X Betriebsjahre, auch weil das die Förderdauer nach EEG ist. Nach Ablauf der 20 Jahre ist z.B. eine "HU" fällig, der Wartungssaufwand nimmt deutlich zu, während gleichzeitig die "Vorfahrtsregelung" für den erzeugten Strom nicht mehr gilt. Das hat aber nur am Rande mit dem Thema des Artikels zu tun. Hier in dem Werk werden Rotorblatter für bestimmte Neuanlagen hergestellt, was sich aber nicht mehr rechnet.

  14. 122.

    Warum redet eigentlich niemand von FCKW, welches zwar aus unseren heimischen Kühlschränken verschwunden ist, jedoch nicht in der Industrie. Die kann sich auch hier schön freikaufen.
    FCKW ist übrigens 20000 Mal schädlicher als CO2

  15. 120.

    Sie ignorieren dabei allerdings den geringen Anteil der BRD und das was China gerade baut. Ist hat etwa realitätsfern ihre Analyse.

  16. 119.

    Es ist unverschämt wie sie anderen die Worte verdrehen, nur weil diese nicht ihrer Grünen-Partei Linie folgen mögen. Die Jobs in der Windkraft waren eine der Grünen Utopien. Bei Karate Faust wurde eindeutig klar gestellt, dass ihre Postionen falsch ist. Dies einfach einmal lesen. Des weiteren liegen Sie falsch, da die Grünen die Versprechen der Politiker eben nicht einhalten wollen. Wenn Frau Baerbock so tut als seinen die Grünen schon immer dagegen belegt deren Handlungen beim Tagesbau Garzweiler das Gegenteil.

  17. 118.

    Natürlich halten sie länger aber es gibt keine Förderung mehr, die den Betrieb einer Windkraftanlage rentabel macht.

  18. 117.

    Na gut, Leni. Wir schaffen ab sofort die Digitalisierung ab. Sprich Internet, sämlichte Handymasten und Systeme, allen Kompfort, Plastikgeld, Transport von Waren in die Städte... Weiterhin darf jedes Paar nur noch max. 1 Kind bekommen und Zwar in allen Kulturkreisen...

    Ein Google Rechenzentrum braucht pro Jahr 5.700.000.000 Kilowattstunden Strom. Und das ist nur 1 von insgesamt 15. Alle wollen immer mehr Komfort und immer die neusten Klamotten und am besten jedes Jahr ein neues Iphone... Ne Smarthwatch, jetzt soll der Markt mit e Autos geflutet werden... Egal woher die Rohstoffe für die Akkus kommen... Und wenn die Akkus ferstig sind schmeisen wir das alles weg... Beschäftigen Sie sich bitte mal mit geplante Obsoleszenz... Die Industrie will uns zum Umweltschutz erziehen, verursacht aber am meisten Müll, weil absichtlich Geräte mit eingebauten geplanten Defekt auf den Markt geschmissen werden... Wenn früher ein Kühlschrank 15 bis 20 Jahre hielt, sind es heute 5-10 Jahre.

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