Demo und Kundgebung in Lübben - Mitarbeitende der Asklepios-Kliniken beenden tagelangen Streik mit offenen Forderungen

Di 26.10.21 | 14:01 Uhr
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Archivbild: Mitarbeiter der Asklepios-Kliniken demonstrieren am 21.10.2021 vor dem Gesundheitsministerium für bessere Arbeitsbedingungen. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Audio: Antenne Brandenburg | 26.10.2021 | Daniel Mastow | Bild: dpa/Jens Kalaene

Es geht um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen: Sechs Tage haben Mitarbeitende der Asklepios-Kliniken in Brandenburg gestreikt. Nicht das erste - und offenbar auch nicht das letzte Mal. Verdi hat weitere Streikwellen angekündigt.

An den Asklepios-Kliniken in Brandenburg endet am Mittwoch der jüngste, sechstägige Streik. Zum Abschluss sind am Dienstagvormittag laut Gewerkschaft Verdi rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einer zentralen Demonstration und Kundgebung nach Lübben (Dahme-Spreewald) gekommen.

Verdi hatte seit Donnerstag voriger Woche nichtärztliche Mitarbeitende an den Standorten Brandenburg an der Havel, Teupitz (ebenfalls Dahme-Spreewald) und Lübben aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Neben den Krankenhäusern sind auch zehn Tageskliniken betroffen.

Den Streikenden geht es dabei um bessere Arbeitsbedingungen und die Anpassung der Brandenburger Gehälter an die der Asklepios-Beschäftigten in Hamburg und Göttingen. Dort zahlt der Klinikbetreiber nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Teilweise verdienten die Brandenburger Beschäftigten laut Verdi bis zu 10.000 Euro weniger im Jahr.

Asklepios: Streikende gefährden Zukunft der Standorte

Asklepios hatte in der seit April dieses Jahres andauernden Tarifverhandlung in Brandenburg bereits mehr Geld angeboten, eine Angleichung an den Tarifvertrag aber abgelehnt. Man sei ein privatwirtschaftlicher Klinikbetreiber und könne den geforderten Tarif nicht bezahlen, teilte die Geschäftsleitung am Dienstag dem rbb mit. Mit den Streiks würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Zukunft der Standorte gefährden.

Der letzte Vorschlag der Arbeitgeber sah nach eigenen Angaben je nach Berufsgruppe höhere Gehälter innerhalb einer zweijährigen Laufzeit von bis zu 16 Prozent vor. Die Gewerkschaft bezeichnete das als Behauptung und widersprach: Nach Berechnungen von Verdi entspräche das Angebot nur einer Gehaltssteigerung zwischen 4,1 und 8,5 Prozent. Hinzu käme eine einmalige Corona-Sonderzahlung von 1.200 Euro, für die es aber ein Jahr lang keine Tarifsteigerung geben solle.

Asklepios-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter demonstrieren mit Transparenten in Lübben (Foto: rbb/Mastow)

Weitere Streiks angekündigt

Seit April führen Verdi und die Asklepios-Kliniken Brandenburg Tarifverhandlungen für die 1.450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter für die rund 1.300 nichtärztlichen Beschäftigten der drei Standorte. Die bislang letzte Verhandlungsrunde fand am 22. Juni statt.

Schon im Mai, Juni und August hatten die Beschäftigten in den drei Brandenburger Psychiatrie-Fachkliniken ihre Arbeit für je zwei Tage niedergelegt. Bei einer Urabstimmung Anfang Oktober hatten knapp 91 Prozent der befragten Mitglieder für unbefristete Streiks gestimmt.

Noch während des jüngsten Streiks hat die Gewerkschaft Verdi weitere Streikwellen angekündigt. Mitte der Woche werde darüber entschieden, sagte Gewerkschaftssekretär Ralf Franke am Montag. Es werde allerdings nicht durchgängig gestreikt, um die medizinische Versorgung vor Ort zu sichern.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.10.2021, 13:30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    "in Hamburg und Göttingen. Dort zahlt der Klinikbetreiber nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst." Also, geht doch! Mit welchem Argument wird den Mitarbeitern in Brandenburg dieser Tarif vorenthalten? Weil es ein privater Klinikbetreiber ist? Oder weil es ja nur die "doofen Ossis" dort sind? Wir leben im Jahr 31 nach der Wende! Inzwischen sollte es keinerlei Unterschiede mehr in der Bezahlung / Rente zwischen Ost und West geben!

  2. 1.

    "Man sei ein privatwirtschaftlicher Klinikbetreiber und könne den geforderten Tarif nicht bezahlen"

    O Segen der Privatisierung! Durch Privatisierung wird alles besser, vor allem viiiel effizienter, die Patienten werden schneller gesund und die Mitarbeiter werden glücklich!

    Tja, so ist das eben, wenn außer der Patientengesundheit auch die Renditeerwartungen der Anteilseigner und Kreditgeber befriedigt werden müssen. Da bleibt für angemessene Gehälter nichts übrig!

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