Großansiedlung mit 160 Jobs - Kanadischer Konzern will in Guben Rohstoff für E-Autobatterien verarbeiten

Ladestation mit Elektro-Auto (Quelle: imago/Michael Gstettenbau)
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Video: Brandenburg Aktuell | 11.10.2021 | R. Herkner | Bild: imago/Michael Gstettenbau

Die Energie- und Mobilitätswende braucht vor allem eines: Akkus. Der Rohstoff dafür stammt aus Chile oder Australien und wird meist in China verarbeitet. Nun will ein Unternehmen Europas ersten Verarbeitungsstandort aufbauen - in Guben.

Das kanadische Rohstoff-Unternehmen Rock Tech Lithium plant im ostbrandenburgischen Guben (Spree-Neiße) einen Standort zur Herstellung von Europas erstem Lithiumhydroxid-Konverter. Laut den Plänen soll die Fabrik 2024 eröffnet werden.

Lithium ist ein Hauptbestandteil von Batterien und Akkus, beispielsweise für Elektroautos. Der Rohstoff selbst wird meist in Südamerika oder Australien abgebaut. Um ihn aber für Akkus verwenden zu können, muss er weiterverarbeitet werden - zu Lithiumhydroxid.

Das passiert bislang meist in China. Weil Europa von der chinesischen Produktion unabhängiger sein will, wird der Aufbau eigener Produktionsstandorte finanziell gefördert. Die Investitionsentscheidung für alle Produktionsschritte hänge unter anderem noch von Gesprächen über bereits beantragte beziehungsweise weiteren Fördergeldern ab, hieß es von Rock Tech Lithium.

160 Arbeitsplätze für Guben

Der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) bezeichnete die geplante Ansiedlung am Montag auf Twitter als "Erfolg für die Strukturentwicklung in der Lausitz". Der neue Lithiumhydroxid-Konverter stärke Brandenburgs Position als Zentrum der Elektromobilität in Deutschland, so Steinbach.

Die neue Fabrik soll in Gubens Industriegebiet entstehen und 160 neue Arbeitsplätze bringen. Von Guben aus sollen Kathodenhersteller, wie beispielsweise BASF in Schwarzheide oder auch Tesla in Grünheide beliefert werden.

Fläche von 12,5 Hektar in Industriegebiet erworben

Rock Tech Lithium wolle dafür sorgen, dass Europa unabhängig von Lithiumhydroxid aus Asien, speziell aus China werde, sagte Chairman und CEO Dirk Harbecke am Montag in Guben. Das Unternehmen gehe davon aus, dass der Lithiumhydroxidbedarf in den kommenden Jahren massiv ansteigen wird. Der Grund dafür sei, dass der Stoff essentiell für die Herstellung von Akkus, so auch für Elektroautos ist.

Rock Tech will für die Produktion in Guben Lithium aus einem eigenen Vorkommen in Kanada nutzen. Zudem arbeite man bereits jetzt an Möglichkeiten zum Batterien-Recycling. Optimalerweise soll zukünftig keine eigene Mine mehr betrieben werden, so Harbecke am Montag.

Das Unternehmen habe eine Fläche von 12,5 Hektar in einem Gubener Industriegebeit erworben. 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid sollen pro Jahr produziert werden, wie Harbecke erkärte. Das reiche für etwa 500.000 Autos. Weitere Ausbaustufen seien bereits vorgesehen. Laut Harbecke sollen bis zu 470 Millionen Euro in den kommenden Jahren in Guben investiert werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.10.2021, 16.10 Uhr

36 Kommentare

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  1. 36.

    Das stimmt natürlich. Warum sich Firmen die schlecht bezahlen über Arbeitskräftemangel beschweren werde ich auch nie verstehen.

    Rock Tech Lithium wird wohl auch keine Tarifbindung bei der IG BCE anstreben...

  2. 35.

    Wissen Sie, was dort für 4-Schichtsystem bezahlt wird? Ich habe dort gelernt und durfte gehen,weil Leiharbeiter billiger sind.

  3. 34.

    Das mit den Arbeitskräften dort ist wirklich nicht so einfach. Das Nachbarunternehmen hat durchaus richtig Probleme. Arbeitswillige sind fast ausschließlich Polen. Und wir wissen beide, was wir uns wieder anhören können wenn dort dann auch Polen arbeiten. (was bei Guben/Gubin wohl das normalste der Welt wäre)

  4. 33.

    Wieso glauben hier immer alle, dass Subventionen fließen würden bevor ein Werk überhaupt steht?

    Und Nein auch wenn einige Forentrolle das immer behaupten, KEINE Firma bekommt eine neue Fabrik komplett bezahlt. Üblich sind so 20 % bei besonderem Interesse des Staates, wie z.B. Unabhängigkeit von anderen Staaten, auch mal 30 %.

    PS: Von einem großen Unternehmen im Industriegebiet in Guben weiß ich im übrigen, dass die schon extreme Arbeitskräftenot haben. Wenn dann gibt es nur Polen. Find ich aber auch in Ordnung, nur manche werden dann wieder schimpfen.....

  5. 32.

    Warum muss ich gerade wieder bei Ihrer Meinung zur Faktensammlung samt Quellen angaben an das Unwort des Jahres 2014 denken. Viele Heimatschützer denken sowie Sie.

  6. 31.

    Subventionen gibt es erst, wenn die Anlage steht. Die Rohstoffe werden dringend für die Batterieproduktion gebraucht. Die Flächen sind in der Lausitz vorhanden und 160 Arbeitskräfte sollten doch zu finden und auszubilden sein. Das Geld für den Strukturwandel ist da.
    Man kann auch nach AFD-Manier jeden Fortschritt schlecht reden und sich dann lautstark über die abgehängten Regionen beklagen.

  7. 30.

    Sie sollten sich besser informieren vor dem Kommentieren

    https://www.rbb24.de/studiocottbus/wirtschaft/2020/11/basf-schwarzheide-batteriefabrik-spatenstich.html

  8. 29.

    Na, wo ist denn for Sie der Fehler? Reden Sie mal Klartext. Und bei Ihren Kenntnissen sollte eventuell mal ein Upgrade stattfinden. Asien, Europa, Amerika. Sehr pauschal. Meinen Sie es geografisch, politisch oder so einfach ohne Sinn? Übrigens ist BASF bereits in der Technologie unterwegs.

  9. 28.

    Es stank zum Ende des Jahres, als die Abschaffung der O-Busse dort beschlossen worden, vor allem nach Zeitaktöl. Und heute fahren Autos sehr leise an der Ampel an - ganz ohne Dreck aus dem Auspuff

  10. 27.

    Wenn ich sowas lese denke ich: Wiedereinmal wird was hochgelobt, was dann nur Subventionen kostet, und aus völlig überraschendem Mangel an Räumen, Infrastruktur und Fachkräften wieder abgeblasen wird nachdem es die Steuerzahler viel Geld gekostet hat.

  11. 26.

    Selbst wenn wir so weitermachen wie bisher, wie lange reichen denn noch die Rohstoffe hier bei uns?
    Ist es nicht interessant eine Neue Alternative zu schaffen und als erstes Land in Europa Made in Deutschland wieder populär zu machen und davon zu profitieren?
    Warum soll Deutschland nicht wieder zum Spitzenreiter neuer Technologien und werden wenn alle anderen noch schlafen?
    Es ist an der Zeit das Deutschland sich neu erfindet, bevor es wieder einmal die anderen tun.

  12. 25.

    WIKI ist auch nur eine Meinungsquelle. Der Rohölpreis war zwar gekoppelt; es war aber insgesamt ein gutes Geschäft. Zufällig sind ehem. Wirtschaftsleute mit mir zur EOS gegangen. Lassen Sie ihre Darlegungen.

  13. 24.

    Im Westen verstromte man auch reichlich Kohle. Von der Technik und den objektiven Erfordernissen waren O-Busse zumindest gleichwertig mit Straßenbahnen. Die wurden im damaligen Westberlin aber beharrlich abgeschafft und es stank heftig nach Dieselpup. Stimmt's oder habe ich recht ? Wo ist Ihre Basis ?

  14. 23.

    10 kg Lithium werden für ein Mittelklasse-BEV benötigt, dass Ihrem Wunsch nach einer Nonstop-Fahrt an die Ostsee genügt.

    Den i3, den Sie als Tesla-Alternative später angepriesen hatten, mochten Sie wohl dann doch ebensowenig wie lokales Bier oder Brandenburger Äpfel. Für Sie muss alles von weit her kommen.

  15. 22.

    Erinnern Sie sich: Die Wiedervereinigung fand erst 1990 statt. Die O-Busse wurden angeschafft, weil die DDR sich das Rohöl vom sowjetischen Bruder kaum noch leisten konnte und stattdessen lieber Braunkohle verstromte. Das kann man übrigens in dem langen Wikipedia-Artikel nachlesen, den der Armin als Referenz anführte.

  16. 21.

    Jo, Herr Neumann. Dann kam aber das Ende der DDR und der DIESEL hatte Vorrang. So ist es nun mal gewesen. Stört Sie da nix ?

  17. 19.

    Je mehr Unternehmen sich aus diesem Bereich ansiedeln desto besser!

  18. 18.

    Wo bitte haben Sie 80% Förderung her? Intel will im Idealfall 40% Förderung.

    Japan hat grad nen Deal mit TSMC für 50% gemacht.....

  19. 17.

    Na dann Tram88 bestellen sie auch einen CityTransformer wie ich. Soll 2024 ausgeliefert werden. Wenn alle bestellen und die Nachfrage da ist wird der vielleicht auch gebaut. Die meisten Kleinfahrzeuge leiden eben unter mangelnder Nachfrage, weil die Leute lieber Tiguan, Audi Q8 oder BMW X5 fahren.

    Vielleicht kommt auch mal der Triggo aus Polen wer weiß.

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