Rohstoffe und Arbeitskräfte fehlen - Handelsverband warnt vor Lieferengpässen zu Weihnachten

Mo 08.11.21 | 10:24 Uhr
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Eine junge Frau steht in einem Supermarkt vor leeren Regalen. (Quelle: imago images)
Audio: Inforadio | 08.11.2021 | A. Dobrodinsky | Bild: imago images

Lieferengpässe könnten vielen in diesem Jahr das Weihnachtsfest verhageln. Wegen der Coronapandemie gelangt aktuelle Herbst- und Winterware nicht zu den Händlern. Kunden sollten sich deshalb schon jetzt nach Geschenken umsehen.

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) warnt vor möglichen Lieferengpässen im Einzelhandel, insbesondere vor Weihnachten. Der Grund für die aktuellen Engpässe sei die Coronapandemie. Lieferketten seien häufig unterbrochen, es könne daher zu spürbaren Verzögerungen, vor allem bei der Herbst- und Winterware kommen.

Die Händler hätten dem Verband bereits eine entsprechende Rückmeldung gegeben, so Christine Minkley vom HBB gegenüber dem rbb. "Warme Pullover, in den entsprechenden Farben dieser Saison, das kann schon schwierig werden", so Minkley.

Verband empfiehlt früheres Weihnachtsshopping

Für viele Produktionen fehlen Rohstoffe und Arbeitskräfte, bedingt durch Quarantäneanordnungen. Außerdem gibt es einen Mangel an Frachtcontainern. Neben Schuhen und Bekleidung sind auch elektronische und Haushaltsgeräte betroffen. Die Händler hätten die Ware zwar rechtzeitig bestellt, bekämen sie aufgrund der Liefersituation aber nicht, so Minkley.

Der Handelsverband empfiehlt den Kunden daher, sich bereits jetzt um Weihnachtsgeschenke zu kümmern und nicht bis kurz vor Weihnachten zu warten. Zudem bittet der Verband die Kunden darum, ihren Frust nicht an den Händlern auszulassen, die in der Regel an der Situation nichts ändern können.

Schnelle Verbesserung nicht in Sicht

"Eine Trendwende ist noch nicht in Sicht", sagte der Konjunkturexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Nils Jannsen. Noch immer seien etwa 70 Prozent aller Betriebe von den Engpässen betroffen. Bleibt die Lage bis zum Jahresende so angespannt, geht er davon aus, dass der Industrie rund 40 Milliarden Euro Wertschöpfung verlorengehen.

Wie zuletzt bekannt wurde, ging die Produktion der Industrie im September bereits den zweiten Monat in Folge zurück. Industrie, Energieversorger und Bau hätten zusammen 1,1 Prozent weniger produziert, trotz voller Auftragsbücher. Eigentlich war ein Wachstum von einem Prozent angenommen worden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.11.2021, 11.30 Uhr

32 Kommentare

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  1. 32.

    @Berliner: Das werde ich dann schon überleben, wäre nicht das erste mal. Meine Wohnungsbaugenossenschaft hat zudem festangestellte Fachkräfte, da muss man nicht Monate auf einen Termin warten.
    Auch und gerade in solchen wie von Ihnen beschriebenen Situationen bin ich dankbar für den Reichtum in unserem Land, selbst wenn ich hier zu den Ärmeren gehöre. Und meine Gedanken gehen dann eher zu denen, die z.B. auf der Straße leben und froh auch über eine unbeheizte Wohnung wären.
    Ob das eindimensionales Denken ist, weiß ich nicht, aber es fühlt sich für mich richtig an.

  2. 31.

    Das mit der Marke ... I-weiß ... wollte halt nicht, das die spassbefreite Firma des angeknabberten Apfels sich auf den Strung getreten fühlt.

    https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/koziol-reagiert-auf-apple-klage-pott-fuers-ei-statt-ei-pott-11025478.html

  3. 30.

    Wir haben schon alles die letzten Monate hier und da gekauft, wir brauchen keinen deutschen Black-November.
    Die Sale-Masche von Otto, Mediamarkt, Arcaden & Co haben wir schon durchschaut. Die preschen jetzt vor weil sie an Black-Friday keinen Stich sehen werden. Der lokale Einzelhandel spielt für uns seit Jahren keine Rolle mehr.
    Mir tun nur die Kinder leid, die wegen der eindeutig deutschen Handelsprobleme keine aktuelle PS oder XBox kriegen.
    Wie können die o.g. Ketten die Ware eigentlich noch verkaufen, obwohl sie nicht verfügbar ist.
    Wenn Ware nicht da oder erhältlich ist, sollte sie gefälligst aus dem Portfolio gestrichen werden, ist ja Irreführung!
    Hier sollte es Bußgelder geben.

  4. 29.

    Mist!
    Jetzt habe ich richtig Ärger.. Weil? Weil wir uns schon seit 20 Jahren nicht mehr beschenken.
    Quatsch, ich kauf schon ein Geschenk. Jedes Weihnachten gibt es von mir ein Rubbellos mit dem Vermerk die Gelder die ihr gewinnt dürft ihr behalten.
    So ein Los kostet von 1- keine Ahnung wie teuer. Und ich kaufe unter Garantie kein keine Ahnung wie teuer.

  5. 28.

    Ich freue mich über virtuelle Geschenke, Kryptowährung macht kein Dreck und kein Abfall und alle sind zufrieden, kurz und schmerzlos.

    PS: Ei-Pott statt I-Pod!? iPot, das kleine "i" ist eine Marke, es steht für "individual", "instruct", "inform" und "inspire".
    Wie können Sie so herzlos sein? LOL

  6. 27.

    Dieses Land ist zunehmend importorientiert, lahm, und hat keine Vorräte - Da sind keine Lieferengpässe!
    Es ist alles hausgemacht um Lagerplatz einzusparen. Vermutl. kaufen sie sogar bei der Konkurrenz ein.

    Komisch, Millionen Artikel bekomme ich alles über die zahlreichen Versandriesen schnell mit same oder next Day!
    Selbst Ware aus Übersee via Rotterdam oder Lissabon ist da schneller da, als auf "Made in Germany" Internet-Seiten.

    Der Einzelhandel wollte nicht flexibel sein, also bestelle ich, wo ich nicht im Stich gelassen werde.

  7. 26.

    Ich weiss nicht ... Wenn man sich über möglicherweise "unüppig" ausfallende Weihnachtsgeschenke 'nen Kopf macht ...
    ist das Ende jetzt nah oder ist es ein Luxusproblem der niederen Art? Gibt es nicht wirklich was wichtigeres?

    Keine "Saisonfarben" vorhanden - Au Weia. So kann man doch der Community nicht unters Display treten.
    Ei-Pott statt I-Pod!

  8. 25.

    Das ist der Ist Zustand, aber spätestens wenn ihre Heizung kaputt ist und nicht mehr repariert werden kann wegen Rohstoff und arbeitskräftemangel werden sie die Sache deutlich anders sehen.
    Warum denken die Leute einfach immer nur so eindimensional.

  9. 24.

    Und Sie sind der Meinung, das das Fehlen dieses (und anderer Arzneimittel) primär mit der jetzigen Corona Situation zu tun hat ?
    ich glaube eher, es hat was mit Rabattverträgen und ins Ausland ausgelagerter Produktion zu tun.
    Ich war lange in Irland und habe deshalb , mal aus , Jux Dubliner Apotheken gegoogelt, Sie kriegen den Wirkstoff dort überall und sogar preisgünstiger als hier, nur mal so als Hinweis !!!! :-)

  10. 23.

    Wir hatten einen Todesfall dieses Jahr und mein Mann 2 Op‘s mit Gelenkersatz. Wir feiern in aller Stille und sind froh, dass soweit wieder alles hoffentlich ruhig verläuft. Und es uns und der Familie gut geht. Alles andere ist unwichtig . Konsum?

  11. 22.

    Es geht nicht um Konsum von Luxus, es geht AUCH um das Fehlen von ARZNEIMITTELN!!!!!!!!!!!!!!!

  12. 21.

    Lorsartam 50 mg gibt es schon seit Wochen nicht. 100 und 25 nur äußerst selten. Ihre Hausärztin sollte sich mit dem Gedanken der Umstellung Ihrer TheraPIE VERTRAUT MACHE:
    Aber bitte nicht auf Irbesartan umstellen, da sieht es genauso schlecht aus,

  13. 20.

    Haben wir nicht wichtigere Sorgen als Konsum????

  14. 19.

    War das nicht mal ein Freudenfest im Stall ?
    Tja, wie kommt man eigentlich drauf, das mit Konsum und Lieferengpässen in Verbindung zu bringen ?
    Schöne Christen :-)

  15. 18.

    Ich habe ein Dach über dem Kopf und kann meine Wohung im Winter beheizen. Ich habe täglich zu essen, lebe in Friedenszeiten und meine Familie und ich sind gesund.
    Weihnachten und Neujahr sind für mich oft mehr eine Zeit der Dankbarkeit, der Demut und der inneren Einkehr - ganz unabhängig von einem eventuellen Religionsglauben.
    Insofern hilft uns eine solche heraufbeschworene Situation des Warenmangels vielleicht ein wenig, mal wieder dankbar zu sein für das, was wir haben und ein bisschen an die zu denken, die einen Teil der oben genannten Dinge (oder gar alles davon) entbehren müssen.

    @Partymaus: Das hat mit der Herkunft nichts zu tun. Mir geht es so wie Ihnen, obwohl ich im Südwesten aufgewachsen bin.

  16. 17.

    Ja, das denke ich auch schon die ganze Zeit bei solchen Berichten und den Bildern,die zusätzlich ihre Kraft entfalten.

  17. 16.

    Was hat denn die EU damit zu tun? Es sind u.a. Folgen der Globalisierung und der Entscheidung der Hersteller, ihren Bedarf just in time geliefert zu bekommen und somit keinen Fokus auf eine Lagerhaltung zu legen. Aber damit hat die EU nichts zu tun.

  18. 15.

    Hallo RBB, macht weiter Stimmung bezüglich leerer Regale zu Weihnachten. Dann geht's gleich wieder mit den Hamsterkäufen los.

  19. 14.

    ....warnt vor möglichen Lieferengpässen....
    Habe ich schon länger aber nur auf meinem Girokonto

  20. 13.

    Liebe Partymaus, das funktioniert bei mir als Wessi duchaus auch so. Man muss sich eben von einigen der von außen aufgedrückten "Konsumanforderungen" befreien, was stressmindernd und nicht zuletzt auch ökonomisch entlastend wirkt. Ist natürlich nicht das, was unser Wirtschaftssystem vom braven Bürger erwartet...

  21. 12.

    Dazu kommen leider auch immer Rückrufe,wie wir die aus der Lebensmittelbranche kennen. Meine Hausarztpraxis hat mich neulich vorgewarnt,dass es deswegen ggf. im Dez. Engpässe beim Losartan geben kann,wenn ich mit meinem nächsten Rezept dran bin. Dort gab es wohl Verunreinigungen.

  22. 11.

    Umso wichtiger, dass es Menschen wie Sie gibt, die das ansprechen.
    (An alle mitlesenden Journalisten: Bitte betrachten SIE das als VORWURF!)
    Ich würde mir diesbezüglich mal einen umfassenden Bericht wünschen:
    Wo hakt es sonst noch so?
    Wo kann sonst noch etwas momentan nicht beschafft, entsorgt oder umgesetzt werden, obwohl es dringend vonnöten wäre?
    Und was mich persönlich mal besonders interessieren würde:
    Leiden behinderte Menschen irgendwie in besonderem Maße unter der derzeitigen Situation?
    Wenn ja: In welcher? Und was könnte man dagegen tun?

  23. 10.

    Naaaa. Wie kurbelt man das Weihnachtsgeschäft ordentlich an? Man lässt den Handelsverband der Presse sagen… Leute, deckt euch jetzt schnell ein sonst geht ihr leer aus und das wär ja extrem peinlich oder?

    Also los gehts zum fröhlichen Weihnachtshamstern. Ein Fest der liebe ohne Geschenke, das geht ja garnicht.

  24. 9.

    Ich bin in der ehem. DDR groß geworden, ich muss nicht immer das neueste, schönste und nicht unbedingt notwendige sofort haben wollen - da sieht man mal, wie alles im Leben hat alles seine Vor- und Nachteile :-)

  25. 8.

    Verschenkt Geld.
    Davon gib es noch genug und Lieferengpässe sind nicht in Sicht.

  26. 7.

    Es gibt ja nun wirklich andere Probleme. Dann wird Weihnachten eben so genossen. Dazu braucht man doch keinen Haufen Geschenke. Und für die Kleinen findet man immer etwas.

  27. 6.

    Sie lachen, aber bei manchen Kleidungsstücken für Kinder merkt man es. Und der Hussel hatte letzte Woche keine bruchschokolade, nur wenig Auswahl beim schokoobst und war auch sonst dürtig bestückt. Davon stirbst natürlich niemand... aber ich bringe meinen Vater immer eine bunte tüte mit und diesmal halt nicht.

  28. 5.

    Oder einfach mal auf Geschenke verzichten, wäre ja auch eine Möglichkeit.

  29. 4.

    Ich arbeite in einer Apotheke. Die Lieferengpässe bei Arzneimitteln treffen uns schon seit Monaten massivst. Bei uns in der Apotheke fehlen etwa 400 (!!) Artikel, bundesweit sollen es an die 5000 (fünftausend) sein. Auch wenn wir nach Alternativen suchen, finden wir sehr sehr sehr oft nichts, was wir den Patienten geben können. So katastrophal war es seit 30 Jahren nicht. Aber das interessiert ja niemanden. Und von der Politik wird das Thema totgeschwiegen. Es fehlen teilweise sogar Insuline oder andere wichtige Mittel.

  30. 3.

    Die Pandemie ist nicht schuld an den Lieferengpässen, sonder bringt es nur ans Tageslicht. Schuld an den Engpässen ist die EU, weil sie sich immer abhängiger macht von z. B. China. Fast alles kommt doch mittlerweile aus China. Auch die Energieversorgung kommt immer mehr aus dem Ausland.
    Die Lieferschwierigkeiten werden nicht aufhören, im Gegenteil, sie werden noch schlimmer.

  31. 2.

    Oder mal auf Geschenke verzichten. Wäre ja auch eine Variante.

  32. 1.

    Oh mein Gott, warme Pullover nicht in den Farben der Saison??? Und das bei den zu erwartenden sibirischen Temperaturen (zirka fünf Grad plus im Januar und Februar) und Energiekosten, die wir neulich noch wg, Klimaschutz ganz in Ordnung fanden, nun aber zum willkommenen Anlass nehmen für mehrere Jammerberichte täglich? Und dazu noch die angesichts steigender Lebensmittelpreise vom Hungertod bedrohten Übergewichtigen, die uns auch schon in der Abendschau vorgeführt wurden.

    Ich fürchte, das wird der schlimmste Winter seit mindestens zweihundert Jahren.

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