Glasmanufaktur in Tschernitz (Spree-Neiße) - Lausitzer Solarglashersteller investiert 100 Millionen Euro

Mo 15.11.21 | 19:28 Uhr | Von Iris Wussmann
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Richtfest für eine neue Halle auf dem Gelände der Glasmanufaktur Tschernitz
Audio: Antenne Brandenburg | 15.11.2021 | Iris Wußmann | Bild: rbb/Iris Wußmann

Die Glasmanufaktur Brandenburg in Tschernitz (Spree-Neiße) startet durch. Der Solarglashersteller hat am Montag den Startschuss für eine 100-Millionen-Euro-Investition gegeben. Es sollen viele neue Arbeitsplätze entstehen. Von Iris Wussmann

Rund 100 Millionen Euro investiert die Glasmanufaktur Brandenburg (GMB) GmbH in Tschernitz. Am Montag ist das Richtfest für eine neue Halle gefeiert worden.

Darin wird eine neue Verpackungslinie eingerichtet. Der freiwerdende Platz in der alten Halle soll für eine Hochleistungsveredelung genutzt werden, erklärte die Geschäftsführung während des feierlichen Zeremoniells. Ausserdem soll eine neue Schmelzwanne gebaut und die alte in zwei Jahren komplett saniert werden.

Geschäftsführer Torsten Schroeter, Glasmanufaktur Brandenburg in Tschernitz
Geschäftsführer Torsten Schroeter | Bild: rbb

"Signifikant" mehr Mitarbeiter

Wie viele neue Arbeitsplätze dadurch exakt angesiedelt werden können, ist noch nicht klar. Die GMB bezeichnete den Anstieg jedoch als "signifikant" und verweist darauf, dass das Unternehmen keine Mittel aus dem Strukturwandel in Anspruch nehme, sondern alles selber bezahle.

Momentan sind beim Solarglashersteller knapp 300 Menschen beschäftigt. In Tschernitz werden unter anderem Spezialgläser für Treibhäuser und Solaranlagen hergestellt. Nach eigenen Angaben ist die GMB in Tschernitz in Europa der einzige Hersteller von strukturiertem Glas für Solaranlagen.

Betriebsgelände der Glasmanufaktur Brandenburg in Tschernitz
Glasmanufaktur Brandenburg in Tschernitz | Bild: rbb

"Gaspreise mittlerweile auf 250 Prozent erhöht"

Solar- und Gewächshausglas werden in Tschernitz für den europäischen und Weltmarkt produziert. Künftig statt 300 dann 500 Tonnen geschmolzenes Glas am Tag. Damit, so Geschäftsführer Torsten Schroeter, seien die derzeitigen 290 Arbeitsplätze sicher, etliche neue werden dazu kommen.

Belastend seien allerdings die hohen Kosten für Gas und Strom. "Die Gaspreise haben sich mittlerweile auf 250 Prozent erhöht, für Elektroenergie kann man mindestens dasgleiche sagen. Wir als energieintensives Unternehmen haben damit echte Probnleme", beschreibt Schroter die Situation. Hinzu kämen die CO2-Zertifikate, die das Unternehmen kaufen müsse. Eine Herausforderung für den Wettbewerb, sagt Schroeter. Die starken chinesischen Mitbewerber hätten einen extremen Marktvorteil, denn für sie gebe es keine CO2-Bepreisung.

Baustelle der neuen Halle auf dem Gelände derGlasmanufaktur Brandenburg in Tschernitz
Baustelle der neuen Halle | Bild: rbb

Steinbach: Vorbildlicher Prozess in Tschernitz

Diese Mehrkosten müssten auf die Produkte umgelegt und dank der ehrgeizigen Ausbauziele bei erneuerbaren Energien auch bezahlt werden. Daneben werde die moderne Technik Sparpotenial bringen, ist sich der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach sicher, der heute beim Richtfest in Tschernitz dabei war.

Das Unternehmen versuche schon mit neuer Technologie im Herstellungsprozess auf die Entwicklung zu reagieren, das mache das Unternehmen "wirklich vorbildlich", so Steinbach. Für ihn passe das, was in Tschernitz geplant ist, in das Gesamtbild, was Brandenburg im Rahmen der Enwergiewende darstellen wolle.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.11.2021, 16.40 Uhr

Beitrag von Iris Wussmann

2 Kommentare

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  1. 2.

    Den Satz nicht gelesen und verstanden? "Die starken chinesischen Mitbewerber hätten einen extremen Marktvorteil, denn für sie gebe es keine CO2-Bepreisung."

  2. 1.

    Jetzt wo der Altmaier raus ist hat die Branche vielleicht wieder eine Chance in Deutschland. Schade um die vielen Arbeitsplätze, die wir schon verloren haben.

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