Energiekonzern Leag baut auf Seegrund - Arbeiten für schwimmende Solaranlage auf Cottbuser Ostsee gestartet

Mi 15.12.21 | 16:51 Uhr
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Blick auf den Kran mit Rüttler (Foto: rbb/Manske)
Audio: Antenne Brandenburg | 15.12.2021 | Iris Wussmann | Bild: rbb/Manske

Mit dem Ausstieg aus der Braunkohle will der Lausitzer Energiekonzern Leag auf erneuerbare Energien umschwenken. Ein Projekt startet jetzt am Cottbuser Ostsee: Dort soll laut Leag die größte schwimmende Photovoltaikanlage Deutschlands entstehen.

Auf dem noch trockenen Grund des künftigen Cottbuser Ostsees haben am Mittwoch die Arbeiten für eine schwimmende Solaranlage begonnen. Dabei wird durch eine Rütteldruckverdichtung der Boden im ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord verfestigt.

Der Energiekonzern Leag will auf einer Fläche von 18 Hektar die nach eigenen Angaben größte, schwimmende Solaranlage Deutschlands bauen. Mit der 21-Megawatt-Anlage könnten laut Leag rechnerisch rund 5.700 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Vogelblick auf den Raupenseilkran, mit dem die Verdichtungsarbeiten stattfinden (Foto: Leag)
Vogelblick auf den Raupenseilkran, mit dem die Verdichtungsarbeiten stattfinden | Bild: Leag

Baugenehmigung fehlt noch

Bei den Arbeiten wird ein Raupenseilkran mit einer 35 Meter langen Lanze mit Rüttler eingesetzt. Mit diesem Prinzip seien auch die Ufer der zwei Naturschutz-Inseln und die gekippten Uferbereiche im künftigen Cottbuser Ostsee verdichtet worden, erklärte die Leiterin Geotechnik beim Unternehmen, Franziska Uhlig-May.

Ende März 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Die Anlage selbst soll dann 2023 gebaut werden. Die Baugenehmigung der Stadt für die Anlage steht noch aus, aber der Konzern will die Arbeiten noch im Trockenen erledigen, also vor der Flutung des Bereichs.

Der Raupenseilkran mit Rüttler in Aktion (Foto: Leag)
| Bild: Leag

Durch das Ende der Kohleverstromung in Deutschland passt sich das Energieunternehmen Leag an. "Eine Photovoltaikanlage ist für uns ein Teil unseres Transformationsprozesses vom klassischen Braunkohle-Verstromer hin zu einem multifunktionalen Energieunternehmen", sagt Uhlig-May dem rbb. Die Leag schaue aber auch, dass sie "Flächenpotenziale in den Bergbaufolgelandschaften" nutzen kann.

Flutung läuft laut Leag nach Plan

Der Cottbuser Ostsee wird unterdessen weiter geflutet, hauptsächlich mit Spreewasser. Obwohl der Wasserhahn im Sommer wegen anhaltender Trockenheit zugedreht werden musste, zog die Leag Anfang Dezember eine positive Bilanz für das Jahr 2021. Die Flutung liege im Plan. Die Füllhöhe liegt inzwischen bei 72 Prozent [leag.de].

Die Angabe ist jedoch nicht gleichzusetzen mit der Wassermenge, die eingeleitet wird. "Wenn wir vom Wasservolumen sprechen, haben wir circa 30 Prozent eingeleitet", sagte Franziska Uhlig-May Anfang Dezember. "Wir müssen insgesamt 256 Millionen Kubikmeter erreichen. Also sind wir aus unserer Sicht bei einem guten Stand. "

Die Leag geht weiterhin davon aus, dass der Cottbuser Ostsee Mitte der 2020er Jahre vollgelaufen sein wird. Es wird der größte künstliche Binnensee in Deutschland. Der Ostsee entsteht aus dem früheren Braunkohle-Tagebau Cottbus-Nord, aus dem 2015 der letzte Kohlezug gefahren war.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.12.2021, 14:30 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Weil man eben einen SEE vor der Haustür der Stadt haben will, mit Bootsliegeplätzen, Hotels, Ferienhäusern, Freizeitmöglichkeiten, Wassersport.....und KEINE verfüllte Sandfläche mit Krüppelkiefern und mageren Birken. So einfach ist das.

  2. 3.

    Tja, mit dem dort eingesetzten Wasser (256 Millionen Kubikmeter) hätte man die erste Ausbaustufe der TESLA-Gigafactory schlappe 182 Jahre mit Wasser versorgen können (1,4 Millionen Kubitmeter pro Jahr).

  3. 2.

    Vermutlich ist das nicht so einfach, Abraum bewegen ist teurer und über viele Jahre nicht zu betreten (Erde muss lange ruhen (!)). Das abgesenkte Grundwasser muss ja über viele Jahre irgendwohin... Also die Fachleute wissen mehr...und sind keine Verschwender... (bitte nicht „Verschwender*innen“)
    Aber mal was anderes, lässt sich die Anlage auch anders mitnutzen? Z.B. für Bootsstellplätze und ...

  4. 1.

    Warum wird diese enorme Wasserverschwendung nicht endlich gestoppt? Warum keine Verfüllung mit Abraum? Die Photovoltaik-Anlage liesse sich ja trotzdem errichten.

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