BTU Cottbus-Senftenberg stellt Pläne zum "Science Park" vor - Träume von Flugtaxis in der Lausitz

Mo 07.03.22 | 18:52 Uhr
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Das Informations-Kommunikations- und Medienzentrum der BTU Cottbus Senftenberg
Audio: Antenne Brandenburg|07.03.2022|16.10 Uhr | Bild: rbb

Noch besteht das Projekt nur auf dem Papier: Eine Absichtserklärung für den "Science Park Lausitz", wo internationale Forschung betrieben werden soll, wurde am Montag unterschrieben - darunter sind bekannte Namen. Von Sebastian Schiller

Es ist noch nicht viel mehr als eine Vision, die langsam konkreter wird: Im Norden des Universitätscampus der BTU Cottbus-Senftenberg soll auf einer Fläche von 420 Fußballfeldern geforscht, produziert und an den wichtigen Problemen der Zukunft gearbeitet werden.

Am Montag haben die ersten Unternehmen eine Absichtserklärung dazu unterschrieben, darunter bekannte Namen wie BASF, Deutsche Bahn, Fraunhofer Institut und Rolls Royce. Das Unternehmen forscht hier gemeinsam mit der Brandenburgischen-Technischen Universität bereits an hybriden Flugzeugantrieben und will in Cottbus kräftig investieren, sagt Dirk Geisinger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Rolls Royce Deutschland: "Nehmen Sie nur mal ein Flugtaxi. Wenn Sie elektrisch starten und landen wollen, da haben sie keinen Auftrieb aus Flügeln, da brauchen Sie eine unheimliche Leistungsdichte in kurzer Zeit. Und alles, was Sie da brauchen, vom Elektromotor über die Leistungselektronik über die Batterietechnik, das ist neu."

300 Millionen vom Bund

Der Bund hat eine Förderung von 300 Millionen Euro zugesagt, um die Vision in Cottbus zu unterstützen. Ab 2025 könnten erste Gebäude entstehen, zehntausend neue Arbeitsplätze wären laut BTU denkbar. Aber, allen ist auch klar, dass ein Science Park Zeit benötigt, um zu wachsen.
Dabei sollen bereits laufende Strukturwandel-Projekte möglichst in die Arbeit im Lausitz Science Park eingebunden werden. Die Deutsche Bahn zum Beispiel baut in Cottbus im Moment ein Instandhaltungswerk für ICE Züge - und erhofft sich viele von der Forschung im neuen Science Park, sagt Alexander Katzmarek. Die Instandhaltung sei eine aufwendige und teure Angelegenheit. "Warum sollten Einzelteile nicht digital melden: 'Achtung, jetzt geht was kaputt, ich muss demnächst gewartet werden'?" Solche Vorgänge - die im Lausitz Science Park entwickelt werden könnten - würden die Kosten bei der Bahn erheblich senken.

Energie, Gesundheit und Umweltforschung

Klaus Freytag, der Lausitzbeauftragte des Landes Brandenburg, setzt große Hoffnungen in den Lausitz Science Park. Er sei eines der wichtigen Standbeine für die Strukturentwicklung in der Lausitz. Die BTU Cottbus-Senftenberg solle der Treiber für die Themenfelder Innovation, Forschung und neue Technologien für die Modellregion werden. "Die Universität fokussiert ja auf den drei Säulen Energie, Gesundheit und Umweltforschung. Alle drei sollen durch zusätzliche Ansiedlungen und die Erweiterung von bestehenden Forschungseinrichtungen etablieren", sagt Freytag.

BTU-Präsidentin Gesine Grande stellt das Projekt "Lausitz Science Park" (Foto: rbb/Schiller)BTU-Präsidentin Gesine Grande stellt das Projekt "Lausitz Science Park"

Erste Unternehmen sind mit an Board

Die ersten 25 Unternehmen und Einrichtungen sind jetzt an Bord. Weitere sollen bereits Interesse geäußert haben. Vieles entwickelt sich gerade erst, sagt BTU-Präsidentin Gesinde Grande: "Wir wissen, wo wir hinwollen. aber niemand von uns kann heute sagen, mit welchen Schritten wir am Ende wohin kommen werden." Über die Mitstreiter, die sich bisher gemeldet haben, hinaus, wüsste man heute nicht, welche Unternehmen in den nächsten Jahren Interesse an einer Zusammenarbeit bekunden würden.

Werbung um Mitarbeiter

Um die bestmöglichen Mitarbeiter für das Projekt zu gewinnen, plant die BTU eine Marketingstrategie. Es sei wichtig, eine Botschaft zu haben, sagt die Uni-Präsidentin, um vor allem jungen Menschen einen Grund zu geben, in die Lausitz zu kommen.

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Sendung: Antenne Brandenburg, 07.03.2022, 16.10 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    ,,Flugtaxis,, wären für Brandenburg doch ne tolle Sache. Dann bräuchte man, keine stillgelegten Bahnstrecken mehr reaktivieren oder auch keine Landesstrassen mehr instandsetzen, dauert doch auch viel zu lange. Und sehr viele Visionen, sind doch in Brandenburg schon realisiert worden bzw. werden realisiert - Und Geld ist für Visonen und Strukturwandel auch genügend vorhanden/ dank dem großzügigem Steuerzahler. ,,Flugtaxis,, und Visionen im Flächenland Brandenburg, sind schon eine tolle Sache. Der Bus von Ketzin nach Potsdam benötigt für 22 Km, geschlagene 60 Min. , da würde ich sehr gerne das moderne Flugtaxi nehmen und statt einer Bahnlinie nach Wustermark, nehme ich für die 40 Km zum Brandenburger Tor, auch lieber das Flugtaxi. Ich wünsche daher dem Lausitzer Strukturwandel und den Brandenburger Visionen, Alles Alles Gute.

  2. 3.

    Typisch für Brb. ist die Weiterreichung der Förderung vom Bund...300 Mio€ !
    Marketingstrategie? Also gute Leute ziehen gute Leute an...

  3. 2.

    Ohne die Euphorie oder Investitionsfreude dämpfen zu wollen - "Flugtaxis" sind doch ökonomischer Humbuk.
    Nicht umsonst gibt es schon einen Preisunterschied zwischen Taxis und dem ÖPNV (von Privatjets ganz zu schweigen)
    Zudem wird die Straßen-Infrastruktur wohl niemals aufgegeben - allein schon wegen dem Lieferverkehr nicht.
    Die Forschung ist wohl aber wichtig für eine umweltfreundlichere Zukunft der Luft-Rettung und des Lufttransports.
    Auch die Forschung zu Speichertechnologien klingt gut.

  4. 1.

    Es wäre schon toll wenn diese Zukunftsvision Realität werden würde. Aber gleich werden sich wieder die Neider melden und ihre Einwände vorbringen.

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