Hohe Kosten für Sprit, Energie und Rohstoffe - Handwerkskammer Cottbus fürchtet viele Betriebsschließungen

Mo 21.03.22 | 11:16 Uhr
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Ein Elektriker bei der Arbeit (Quelle: Britta Pedersen/dpa)
Audio: Antenne Brandenburg | 21.03.2022 | Daniel Mastow | Bild: dpa-Zentralbild

Die Handwerkskammer Cottbus (HWK) spricht mit Blick auf die Corona-Pandemie, gestiegene Rohstoffpreise und die steigenden Kosten für Energie und Sprit von einer "sehr bedrohlichen Entwicklung" für die Unternehmen im Süden Brandenburgs. Hauptgeschäftsführer Knut Deutscher befürchtet, dass zahlreiche Betriebe aufgeben könnten.

Dem rbb sagte er, dass es dabei vor allem um Firmeninhaber gehe, die ohnehin kurz vorm Ruhestand stünden.

HWK mit Forderung an die Politik

Laut Deutscher haben bereits einige Chefs der HWK signalisiert, dass sie aufhören wollen, "bevor [sie ihr] eigenes Grab immer tiefer [schaufeln]." Die Entwicklung sei bedrohlich, weil dadurch Arbeits- und Ausbildungsplätze wegfielen. Darüber hinaus sei das Handwerk eine Stütze der Gesellschaft.

"Deshalb kann ich die Politik nur auffordern: Handeln Sie, so dass unsere Unternehmen von Belastungen etwas befreit werden", so der Hauptgeschäftsführer der HWK Cottbus.

Die Kammer fordert, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoff zu senken. Außerdem sollte den Firmen erlaubt werden, nachträglich die gestiegenen Rohstoffpreise in ihre Kalkulation einzuberechnen, wenn sie Aufträge der öffentlichen Hand abarbeiten, so die HWK.

Insgesamt 9.700 Unternehmen sind laut Handwerkskammer aktuell im Cottbuser Kammerbezirk aktiv. Zum Einzugsgebiet gehören die Landkreise Dahme-Spreewald, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster sowie die kreisfreie Stadt Cottbus.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.03.2022, 07:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Klar ist das gewollt. Lindner nimmt durch die hohen und steigenden Preise Milliarden mehr ein und jammert über 550 Mio. die er weniger einsacken kann, wenn er Steuern senkt und will uns dann weiß machen, dass der Staat nicht viel helfen könne. Doch, kann er. Mit einer Steuerbremse, Steuerdeckel, dass die Steuern nicht mehr mitsteigen. Dadurch hätte er nicht 1 Cent weniger.

  2. 6.

    Grober Unfug den Sie erzählen. Woher wollen Sie wissen, wann sie mal welchen Handwerker brauchen? Planen Sie etwa wann was bei Ihnen kaputtgeht?
    Wenn man natürlich 2x im Jahr Laminat in der Wohnung verlegt und alle 3 Monate die Wohnung malert oder jedes Jahr das Dach deckt oder den Strang saniert, ja dann kann man gut Verträge abschließen.
    Bei mir wird alle jubel Jahre mal ein Handwerker benötigt und dann auch nicht immer dieselbe Branche.
    Mieter ziehen ja kaum noch aus, also braucht man Maler vielleicht alle 20 Jahre oder so und da machen Sie einen Vertrag? Wem wollen Sie denn was vom Pferd erzählen? Also ich habe die letzten 15 Jahre einen Handwerker benötigt, für einen "angebrochenen" Wasserhahn. Was soll man da Verträge machen??

  3. 5.

    Ich bin auch Eigentümer, habe aber beizeiten Verträge mit Handwerkern geschlossen, die ich mir genau angesehen habe und somit sind mir ihre Probleme unbekannt.

  4. 4.

    Die gegenwärtige Situation ist sicher ein Problem. Die eigentliche Ursache ist, das viele junge Leute keine Lust haben einen Handwerksberuf zu erlernen und danach zu arbeiten. Abitur machen dann zum Studium, das ist momentan der Trend. Redet doch mal mit Handwerkern, sie würden gern Leute einstellen, das was vorhanden ist taugt aber nicht dafür.

  5. 3.

    Ich bin Eigentümer (ja hatet mal alle rum) wenn ich einen Handwerker bestelle, dann schlackern mir die Ohren bei den Preisen, die da aufgerufen werden. Wenn die überhaupt Bock haben auf den Job. Und Qualität und deutsche Wertarbeit.. ich kann mir nicht erklären, wo dieses Märchen herkommt. Wenn es sowas jemals gegeben hat, dann gibt es das schon sehr lange nicht mehr.
    Preise so |------------------------------------------------------------------------------|
    Leistung so |------------------------|

  6. 2.

    Das ist ja von der Politik anscheinend gewollt. Alles was nicht mit Flüchtlingen zutun hat, fällt aktuell eh hinten runter.

    Nicht nur stark steigende Energiekosten. sondern auch stetig steigende Materialkosten und Personalkosten brechen vielen Unternehmern das Genick.

    Viele Bürger schreien ständig nach mehr Gehalt und bedenken dabei die Folgen nicht. Deutschland ist schon jetzt oftmals international nicht mehr konkurrenzfähig

  7. 1.

    Was interessiert einen Unternehmer/ Handwerker die MwSt.? Diese kann doch als Vorsteuer geltend gemacht werden. Warum sollte die HWK, die doch die Interessen der Handwerker vertreten sollte, eine MwSt.-Senkung fordern. Oder liegt hier ein Fehler im Artikel vor und die Mineralölsteuer ist gemeint?

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