Kohleausstieg wird in der Lausitz neu bewertet - Abschalten oder lieber überdenken?

Di 08.03.22 | 17:43 Uhr | Von Dirk Schneider
  57
Die Schornsteine des Kraftwerks Jänschwalde stoßen weißen Rauch aus.
Audio: Antenne Brandenburg|08.03.2022|Dirk Schneider | Bild: rbb/Wiesner

Seit Beginn des Ukraine-Krieges ist in Deutschland die Frage der sicheren Stromversorgung wieder ganz oben auf der Tagesordnung. Die Debatte nach mehr Unabhängigkeit von Öl-, Gas- und Kohleimporten aus Russland wird in der Lausitz besonders intensiv verfolgt. Von Dirk Schneider

Ein Ausstieg aus der Braunkohle ist bereits beschlossen worden. Für das Jahr 2038 ist er gemäß "Kohleverstromungsbeendigungsgesetz" geplant, die neue Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag sogar "idealerweise" auf einen Ausstieg bereit im Jahr 2030 geeinigt. Aber wie ist es vor dem Hintergrund des Einmarschs des russischen Militärs in die Ukraine jetzt um die deutschen Kohlekraftwerke bestellt? In der Lausitz wird die Debatte besonders intensiv verfolgt.

Bereitschaft der Kraftwerksblöcke sehr aufwändig

Das Kraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) soll 2028 endgültig abgeschaltet werden. Schon jetzt sind zwei der sechs Blöcke nur noch in Bereitschaft, nicht mehr am Netz. Im Falle des Falles sollen sie innerhalb von zehn Tagen wieder Strom liefern können. Das ist allerdings mit hohem Aufwand verbunden, sagt Kraftwerksleiter Andreas Thiem: "Das Kraftwerk so am Leben zu erhalten, dass man es dann in zehn Tagen wieder anfahren klann, verursacht auch unterjährig enorme Kosten, zusätzlich natürlich das Personal, das wir bereithalten müssen." Bereits die Überwachung von laufenden Prozessen, wie Öl- und Kühlsysteme, die noch in Betrieb sind, koste Personal, so Thiem.

Dafür hat der Kraftwerksbetreiber LEAG Geld vom Bund bekommen. Im Oktober dieses Jahres wird der erste Block endgültig stillgelegt. So steht es im Kohleausstiegsgesetz. Eine Wiederinbetriebnahme wäre dann laut Thiem theoretisch immer noch möglich, wenn auch schwierig. "Wir sind Ingenieure, wir sind Techniker. Wir können alles, aber das kostet dann halt Geld", sagt der Werksleiter

Das Innere des Kraftwerksblocks Jänschwalde, der in Sicherheitsbereitschaft ist.
Kraftwerksblock in Sicherheitsbereitschaft. | Bild: rbb/Wiesner

Wissenschaftler rät, Abschaltung zu überdenken

Experten wie Felix Müsgens plädieren dafür, in dieser neuen Situation darüber nachzudenken, die Sicherheitsbereitschaft zu verlängern. Der Wissenschaftler ist Inhaber des Lehrstuhls für Enegiewirtschaft an der BTU Cottbus-Senftenberg. Die Abschaltung des Blocks F in Jänschwalde, der zum 1. Oktober dieses Jahres geplant ist, "sollte man auf jeden Fall überdenken", so der Wissenschaftler.

Auch die Kohle-Ausstiegszenarien für die Jahre 2030 oder 2038 sollten ohne Denkverbote geprüft werden. Infrage stellen will Müsgens den Ausstieg als solchen aber noch nicht. Aus seiner Sicht ist jetzt der Blick auf den kommenden Winter wichtig. Im Moment stehe im Raum, dass im Winter kein russisches Erdgas nach Deutschland und Europa geliefert werde. "Wenn dieser Fall eintritt, dann würden wir hier wirklich vor einer sehr, sehr großen Herausforderung stehen", sagt Müsgens.

Rund die Hälfte deutscher Erdgaslieferungen kommen aus Russland

Rund die Hälfte der deutschen Erdgaslieferungen kommt derzeit aus Russland, sagt Müsgens. Auf europäischer Ebene sei es ungefähr ein Drittel. Stand heute kommt weiterhin russisches Gas in Deutschland an. Gesetzt den Fall, es gäbe seitens Deutschland weitere Sanktionen und man würde kein russisches Erdgas, keine russische Kohle und auch kein russisches Öl mehr importieren oder aber von russischer Seite würde entschieden, die Lieferungen einzustellen, müsste das halbe Volumen des Erdgases, das in Deutschland verbraucht wird, kompensiert werden.

Hier hält Felix Müsgens drei Alternativen für möglich. Erstens könne Gas aus anderen Ländern importiert werden. Zweiten könne Gas durch andere Energiequellen, wie zum Beispiel auch Kohle, ersetzt werden. Und drittens bleibe die Möglichkeit, den Verbrauch zu senken.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.03.2022, 16:40 Uhr

Beitrag von Dirk Schneider

57 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 57.

    Es sind nicht 50% sondern nur 42%, aber was bedenklich ist, dass Deutschland im Jahr 20 21 trotz vorhanderner Kohle -und Atomkraftwerke 52,24 TWh Strom importieren musste, wegen der Unzuverlässigkeit der Erneuerbaren.

  2. 55.

    Mal wieder so eine typisch Deutsche Diskussion.
    Australien plant neue Kohlegruben, China plant bzw. hat mehr als 80 neue Kohlekraftwerke zum Teil schon im Bau.
    Dem Weltklima hilft es unwahrscheinlich wenn dann ein Kohlekraftwerksblock in Brandenburg abgeschaltet wird.
    In der unsicheren Versorgungslage müssten wir doch alles am Laufenhalten was unserer Stromversorgung dient.
    Heizen können Öl- und Gasheizungsbesitzer auch mit Heizlüftern und Ölradiatoren. Aber die brauchen nun mal Strom.

  3. 54.

    Leider ist Strom nur ein kleiner Teil der verbrauchten Gesamtenergie. Wir sind noch recht weit von 50% vom ganzen Kuchen entfernt. Um so mehr ein Grund für größere Ansrengungen!

  4. 53.

    Mittlerweile wird die Hälfte des Strom in Deutschland von Erneuerbaren produziert, das haben viele nicht für möglich gehalten. Jetzt werden wir auch noch die restlichen 50% schaffen und uns damit unabhängig von Energielieferungen aus Diktaturen machen. Es wird höchste Zeit!

  5. 52.

    Solange Krieg herrscht , ist an einen Kohleausstieg in keinster Weise auch nur annährend zu denken .

  6. 51.

    Der größter Gewinner der aktuellen Energiekrise sind die USA. Sie haben aktuell noch kein Importembargo gegen RF verhängt. Sie kaufen fleißig weiter russisches Öl oder Gas, natürlich zu vertraglich vereinbarten Preisen von 250-350 € pro 1000qm Gas oder den entsprechenden Preis für Öl und verkaufen es dann weiter auf dem Weltmarkt zu den dort gebotenen Preisen. Während dessen geht hier dank Energiemangel die Wirtschaft in Europa zugrunde. Und unsere Politiker, allen voran die dt. Führungsriege lässt sich von Biden vorschreiben, von wem wir das Gas und Öl zu kaufen haben. Da fängt der souveräne Nachdenker an zu zweifeln, was dem den Herrn Biden das Recht gibt, uns vorzuschreiben woher wir was zu kaufen haben... Aber ich glaube, da steh ich wieder alleine da und denke mir... Alles klar.

  7. 50.

    Es ist immer wieder schön wenn ich hier von Bewohnern der Stadt lese wir brauchen mehr WKA, die Menschen auf dem Land können ja damit klar kommen uns reicht's wenn der Strom aus der Steckdose kommt, der Beitrag der Städte in Bezug auf die Energiewende ist eher überschaubar . Allso würde ich sagen nicht nur immer fordern sondern selbst was dafür tun. Bei der Abstandsregelung zu einer Ortschaft hat man sich schon was dabei gedacht, wie gesagt fragen sie mal die Menschen die eine WKA in ihrer Nähe zu stehen haben die erzählen ihnen was anderes. Heute wieder an einem Windkraftanlagen Park vorbei gefahren hat sich keine WKA bewegt ist ja auch Windstille aber zum Glück haben wir ja noch die PV Parks die jetzt Strom liefern. Aber was machen wir wenn mal keine Sonne und kein Wind weht, dann haben wir ja gott sei dank noch unsere Nachbarländer die uns aus ihren AKW den Strom liefern. Laut RBB war der Anteil der EE bei der Stromerzeugung 2021 5% weniger als 2020. Alternative ist der Energiemix

  8. 49.

    Nichmals: Die 1H-Regel ist Ihre Dystopie, die Sie in verleumderischer Absicht Herrn Habeck in den Mund zu legen versucht haben. Er hält weiterhin 10H fest.

  9. 48.

    Ich, ich, ich, warum ich und nicht der, waum ich nicht warum die, aber die haben doch, nein das will ich nicht, das war schon immer so, aber die haben gesagt,wir schaffen das aber wir wollen nicht, ja mach ruhig ich mach wie ich will, 1 plus 1 ist 2 ja aber ist mir egal, aber ich weiß es besser, jetzt bin ich dran, ich, ich, ich.... vieleicht haben wir es nicht anders verdient also auf, zur Seite jetzt komm ich und es ist mein gutes Recht, die Taschen voll Gold ganz oben in der ersten Reihe der Pyramide dort will ich stehen, nicht zurück blicken auf all Jene die ich hinter mir lasse denn genug ist nie genug.... Was sind Wissenschaft und Technick wert wenn nur Profit zählt, die Kuh wird gemolken bis der letzte Tropfen raus ist und dann kommt die nächste... ich, ich, ich möglicherweise ist das unser Problem! Einen schönen Tag noch.

  10. 47.

    „Tempolimit heißt auch die reichen Porsche- und Mercedesfahrer müssen mit ran“ - gerade eben nicht, weil jedes schlechte Preis/Leistungsverhältnisblitzerfoto beweist, dass jeder Kleinwagen, jenseits eines Tempolimits, eine Auzeichnung für erzielte Fahrleistungen erhalten kann. Spätestens jetzt wird der Fluch einsetzen: „immer trifft es mich, statt die Richtigen“. Was zu dem Gedanken führen kann, dass gerade ein Tempolimit unsozial ist. Sachlich sowieso, wie der Diskussionsverlauf zeigt.

    P.S. Was sagt denn die Transformationsforschung in Frankfurt/Oder zu Benzinpreisen nach Einkommen, unter Berücksichtigung das wir schon eine Wegemaut haben: Wer viel fährt, zahlt viel... Steuern auch... und wie wirkt sich das auf das Abwürgen von zusätzlichen Anstrengungen, um sich zu belohnen, aus?

  11. 46.

    „Tempolimit heißt auch die reichen Porsche- und Mercedesfahrer müssen mit ran“ - gerade eben nicht, weil jedes schlechte Preis/Leistungsverhältnisblitzerfoto beweist, dass jeder Kleinwagen, jenseits eines Tempolimits, eine Auzeichnung für erzielte Fahrleistungen erhalten kann. Spätestens jetzt wird der Fluch einsetzen: „immer trifft es mich, statt die Richtigen“. Was zu dem Gedanken führen kann, dass gerade ein Tempolimit unsozial ist. Sachlich sowieso, wie der Diskussionsverlauf zeigt.

    P.S. Was sagt denn die Transformationsforschung in Frankfurt/Oder zu Benzinpreisen nach Einkommen, unter Berücksichtigung das wir schon eine Wegemaut haben: Wer viel fährt, zahlt viel... Steuern auch... und wie wirkt sich das auf das Abwürgen von zusätzlichen Anstrengungen, um sich zu belohnen, aus?

  12. 45.

    Das wundert andere auch, dass im Bundestag für die Energiewende gestimmt wird, im eigenen Wahlkreis aber boykottiert wird. Mit recht fadenscheinigen Aluhutargumenten. Oder steckt dahinter, echte anerkannte Gründe für Abstand lächerlich zu machen? So gesehnen sind die wirklichen NIMBY‘s genau in dieser „Ecke der Verunglimpfer“ zu suchen...die es leider hier auch gibt und ständig die „1H-Regel“ aufs neue ins Spiel bringen.

  13. 44.

    Wenn Sie ein Windrad aufs Tempelhofer Feld stellen können, ohne dass die Häuser drumrum beschattet werden, oder sonst Verstöße gegen das Immisionsschutzgesetz auftreten: bitte gerne sofort. Ich wohne zufällig genau da und das Windrad würde dann sicher eine Bebauung des Feldes verhindern. Das fände ich also Klasse.

  14. 43.

    Sehen Sie, und gerade deshalb gefährden Sie die Energiewende: „NIMBYs, die einfach keine Windräder sehen möchten.“ Weil genau das nicht stimmt, mit wenigen Ausnahmen von Vernunftkraft...
    Glauben Sie wirklich an Ihre Überzeugungskraft?

  15. 42.

    Was gibt es da noch zu überdenken. Das Kohlekraftwerk bleibt solange Netz, wie es jetzt erforderlich ist.

    Mit den Winparks und Solarfeldern könnten wir weiter sein, jedoch finden sich genug Grüne um gegen geplante Baumaßnahmen sofort Bürgerinitiativen aus dem Boden zu stampfen - die dann dagegen sind...

  16. 41.

    Ihr Ansatz mit den Kundenbesuchen hat mir schon kürzlich zu denken gegeben. Im Einzelfall sind 250km/h vielleicht umweltfreundlicher als 130km/h.
    Allerdings aus eigener Beobachtung hat das Umschalten auf Onlinekommunikation in den letzten Jahren doch einige Stunden Fahrerei beiderseits erspart.
    Das echte Kundengespräch fehlt mir bei dem einen oder anderen "Vertreter" sicher. Auch das man in der Industrie dahingeht den Außendienst deutlich runterzufahren und Onlineshopping und -beratung auch im gewerblichen auszuweiten gefällt mir nicht. Die Beratung die man nun als "kleiner" Kunde kaum noch persönlich bekommt fehlt schon manchmal. Vielleicht gibt sich das aber mit der Zeit. Der Zeitgewinn durch das Videokonferenzsystem ist aber schon enorm. Verbandstagungen die sonst einen ganzen Tag und einige km Autofahrt benötigen, erledigen sich jetzt in 2-3 Stunden Videokonferenz.
    Und wenn ich demnächst den Strom dafür noch von der Sonne hole, wird es sogar klimaneutral.

  17. 40.

    0H sind richtig. Regeln rein basierend auf Abständen sind ideologischer Unsinn. In Deutschland haben wir Immisionsschutzgesetze sowohl für Lärm als auch für Schattenwurf, die vollkommen ausreichend sind. Alles was darüber hinausgeht kommt aus der Feder irgendwelcher NIMBYs, die einfach keine Windräder sehen möchten.

  18. 39.

    Sind die nicht schon längst gefallen.......auf dem Tempelhofer Feld, mit dem schönen Mietsenkungseffekt?

    Wo liegt bei Ihnen genau der Unterschied zwischen ideologisch und sinnvoll? Und wieviel mehr Energie versprochen Sie sich dann ... in Tempelhof?

    P.S. Fragen Sie mal Herrn Neumann, wieviel Leute er für Windräder überzeugt hat. Aber Sie und er schaffen das - das keiner Windräder will.

  19. 38.

    Sind die nicht schon längst gefallen.......auf dem Tempelhofer Feld, mit dem schönen Mietsenkungseffekt?

    Wo liegt bei Ihnen genau der Unterschied zwischen ideologisch und sinnvoll? Und wieviel mehr Energie versprochen Sie sich dann ... in Tempelhof?

  20. 37.

    Gas wird auch als eine der größten Brückentechnologien zur Stromerzeugung genutzt. Sieht die Kraftwerke in Berlin! Zum größten Teil auf Gas umgerüstet! Auch der Wahnsinn der sogenannten Biomasse Kraftwerke die in Brandenburg und Mecklenburg und überall sprießen verursachen diverse Probleme. Es fehlen Ackerflächen die für normale Lebensmittel Herstellung genutzt wurden usw usw alles eine schöne grüne Welt und nun fliegt sie genau denen um die Ohren aber egal wir Bürger bezahlen den Preis ja.

  21. 36.

    Was bedeuten diese 26% in absoluten Zahlen? Wenn die Gasverdichter vereinfacht gesagt 1.000kWh brauchen sind 260kWh mehr für die Verflüssigung und Transport kein Problem. Zahl ist vereinfacht. Ich weiß das das deutlich mehr ist. Die Verdichterstation hier in Mallnow dürfte so ziemlich der größte Energieeinzelverbraucher der Region sein.
    Will nur verdeutlichen das die Zahl 26% ohne Grundwert gar nix aussagt und somit auch nicht für ihren Querverweis zur Braunkohle taugt.
    Wenn wir im hohen GWh oder gar TWh Bereich rechnen wird es interessant.

  22. 35.

    "Es gibt Denkverbote? Soso."

    Steht so im Text bzw. der Experte / Wissenschaftler Müsgens wird so zitiert.

    Natürlich gibt es keine, aber für manche Gedanken, die man (bei dem Thema) so äußert, erntet man viel Empörung.

  23. 34.

    Was ist eine ideologische Abstandsregel? Es impliziert: ungerechtfertigt. Neulich gehört: Niemand will ein Windrad in den Vorgarten stellen und wenn man die Notwendigkeit sieht, dann sieht man ein Windrad am Horizont mit anderen Augen.

    P.S. Die Formulierungen „ideologisch“ und „am Horizont“ werden nie überzeugen können. Was überzeugt ist ein Abstand der Sinn macht. Wie legt man diesen fest? Ohne Betroffene ernst zu nehmen geht es nicht und gefährdet dann alles. Siehe illegales WINDRAD IN LUCKENWALDE Bergsiedlung, nur 500m Abstand. Und jetzt der Hammer: Das Klima in Luckenwalde hat sich dadurch wie verändert? Verstehen Sie die Kernaussage und worauf es ankommt, wenn man mit EE Erfolg haben will?

  24. 33.

    Warum sind eigentlich die ideologischen Abstandsregeln für Windturbinen noch nicht gefallen?

  25. 32.

    Da haben Sie erkannt, wo andere noch Mühe haben und die Lösung darin sehen, die Abstandsregeln unlauter zu umgehen und ständig hier „1H statt 10H“ propagieren, ohne zu sagen was das bringen soll und warum nicht 2,5, 3 oder 4 H die bessere Wahl ist...
    Und Abstandsregeln sind symbolisch gemeint für alles andere was da noch so rummschwirrt...soll heißen, wir brauchen Brauchwassererwärmung durch Sonne auf jedem Dach, aber nur wenn man die Leute verpflichten kann, heißes Wasser auch dann abzunehmen, wenn man es nicht braucht. Das versteht jetzt nicht jeder und bei Dächern ist die Abstandsregel kein Streitthema...;-) oder doch, bei Leuten die die Kernaussage nicht verstehen... wollen.

  26. 31.

    verflüssigtes und per Schiff transportiertes LNG braucht 26% mehr Energie als Erdgas aus Rohren. Das heißt auch 26% mehr CO2 Ausstoß. Dieser ist auf dem Niveau von unserer heimischen Braunkohle. Logisches Handeln würde jetzt bedeuten, mehr Braunkohle zu nutzen und kein Gas zur Stromerzeugung verbrennen. Das mit dem Klima retten hat sich dann auch erledigt. Achso, das mit unserem Wohlstand auch: alle energieintensiven Industrien werden abwandern, z.B. in die USA. Es fängt gerade erst an.

  27. 30.

    Computerprogramme der Wissenschaft errechnen für langsame Geschwindigkeiten ein nur geringes Unfallrisiko. Steigt die Fahrgeschwindigkeit, schießen auch die Unfallzahlen in die Höhe. Das ändert sich jedoch, wenn der simulierte Autofahrer bei Tempo 110 angelangt ist: Eine weitere Beschleunigung wirkt sich dann kaum noch auf die Unfallhäufigkeit aus.
    Bei steigender Verkehrsdichte sagt das Computermodell mehr Unfälle voraus. Bei sehr hohen Verkehrsdichten sinkt die Unfallhäufigkeit jedoch wieder, weil den Fahrern ein langsamer und gleichmäßiger Verkehrsfluss aufgezwungen wird.

    P.S. Denken Sie mal so: statt Anzahl Vertreterbesuche sind echte (!) Gespräche von Bedeutung. Und da ist ein Gespräch weniger pro Tag sehr umweltschädlich, wenn man dann am nächsten Tag den gleichen Weg wegen einem Kunden nochmal los muss. Aber es sind so Wenige, dass man die lassen kann und sollte und schon gar nicht neiden...
    Und dann ist es überhaupt nicht schlimm dass andere noch schneller sind.

  28. 29.

    Ja es werden Dinge miteinander in Zusammenhänge gebracht, die gar nicht existieren. Auch die Zeitschiene wird verwürfelt. Woidke macht jetzt schon die Rolle rückwärts für 2030 was für den kommenden Winter völlig irrelevant ist. Anstatt zu sagen wir geben Gas und räumen alle bürokratischen Hindernisse aus dem Weg so wie wir es für Tesla gemacht haben, machen wir es jetzt für die EE-Wirtschaft incl. neuen Technologien. Wir zeigen dass man in Deutschland doch noch etwas reißen kann. In früheren Großprojekten nannten wir diese Leute "Reichsbedenkenträger". Gern auch der Spruch Alle sagten das geht nicht, dann kam einer der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.

  29. 28.

    Wenn vielleicht nur symbolisch aber nicht vernachlässigbar. Weder in Zahlen noch sozialpsychologisch, wenn es dieses Wort gibt.
    Tempolimit heißt auch die reichen Porsche- und Mercedesfahrer müssen mit ran und nicht immer nur die Mieter die wenig ausrichten können. Bin selbst kein Mieter und Mercedesfahrer. Das ist ein Zeichen was zu einer größeren Akzeptanz der Verkehrs- und Energiewende in der breiten Masse führen kann und dann Mitnahmeeffekte generiert.
    Man redet ständig über Absenkung der Raumtemperatur aber eben wenig über Absenkung der Vmax. Heizkosten interessieren die "Reichen" doch kaum. Die drehen ihre Heizung nicht runter. Das sollen die "armen" machen.
    Das ganze Thema ist nicht mit statistischen oder technischen Daten zu bewältigen.
    Daher auch die geplante Transormationsforschung z.B. in Frankfurt (Oder).

  30. 27.

    Gas wird aktuell weitgehend zur Wärmeerzeugung genutzt. Speicher gibt es, es mangelt an der sofortigen Verfügbarkeit von Alternativen zu russischem Gas. Kurzfristig besteht aber, wenn man will, die Möglichkeit, 2/3 der Importe aus Russland entbehrlich zu machen ohne dass man seine Gasheizung auf braune Kohle umbauen muss.

  31. 26.

    Kann ich Ihnen alles nicht beantworten, da ich wie gesagt nicht repräsentativ bin und meine persönlichen aktuellen Autobahnarefahrungen auf die A12/A10 hin und wieder A9 oder A13/A4 begrenzt sind. Vorrangig Wochenende. Wenn ich mal den BR3 Verkehrsfunk höre, scheint es woanders noch deutlich mehr Verkehr zu geben.
    Schwieriges Thema sicher aber ich denke Tempolimit hätte mehr Akzeptanz als ein Sonntagsfahrverbot. Weil das die Stimmung anheizt der kleine Mann und Frau bezahlt den ganzen Mist den "die da oben" verbockt haben.
    Vielleicht lockt es den einen oder anderen Geschäftsreisenden ja auch auf die unlimitierten Fernzüge der DB. Vertreter sicher kaum, die müssen ja Kundengespräche abrechnen.
    Kontrolle wäre sicher das woran es hapern würde.
    In der akuten Situation dürften auch wenige Prozent weniger Ölverbrauch hilfreich sein.
    Unfallhäufigkeit bei hoher Geschwindigkeit vielleicht gering. Bei der Schwere dürfte es anders aussehen "kinetische Energie=0,5*m*v²".

  32. 25.

    Richtig, fangen Sie am besten bei der Sprecherin der „letzten Generation“ (Autobahnblockaden) an.

    Die reist und postet sehr viel - und spielt dann Moralapostel und nötigt Dritte.

  33. 24.

    Ich finds ja lustig wenn die üblichen Verdächtigen Probleme beim Gaspreis im nächsten und vielleicht im übernächsten Winter zum Anlass nehmen mehr Braunkohle nach 2030, also in sieben(!) Jahren zu fordern. Bis dahin hat man doch wirklich reichlich Zeit russische Importe zu ersetzen und die Energieabhängigkeit Deutschlands auf nachhaltige Weise zu verringern. Wie wär's zum Beispiel mit einem sofortigen Einbaustopp für neue Öl- und Gasheizungen? Autofreie Sonntage könnten wir uns auch mal wieder gönnen. Oder, ganz gewagt, ein Aussetzen vom Denkmalschutz wenn es um energetische Sanierung von Gedäuden geht.

  34. 23.

    Kennt das noch jemand?
    Kohle, Gas und Energie, Schwarze Pumpe liefert sie!

  35. 22.

    Mit dem "führenden Industrieland" haben Sie genau aufgezeigt, dass es ca. 80GW gesicherte Erzeugungskapazitäten für Deutschland braucht. Ohne Gas und ohne Speicher auf dem aktuellen Aussteigepfand praktisch nicht zu stemmen. Und da ist die E-mobility noch nicht mit einberechnet...

  36. 21.

    „Überholt wird man ab ca. 140 kaum noch“ - das ist der Grund, warum man mit Limit nichts einsparen kann, unter Berücksichtigung der wenigen freigegebenen Abschnitten.
    Aber, je länger die Tagesstrecke ist, je mehr kann man mit schnell fahren Zeit gewinnen: 1h bei 500 km ist möglich? Dann schafft man mehr Kunden und muss nicht nochmal los.
    Wie hoch sind denn die Unfallzahlen und die Schwere bei hohen Geschwindigkeiten? Am schlimmsten ist es auf Landstraßen bei 80 oder 100, so die Statistik.
    Je mehr elektrisch fahren, um so mehr erledigt sich die Diskussion ohnehin.
    Verbrenner nutzen dann zwar weiter ihre Möglichkeiten, sie aber zu verunglimpfen, sagt dann viel über den Verunglimpfer.

  37. 20.

    Eben, das meine ich mit symbolisch. Auch die automatischen Meßstellen (das ist etwas anderes als "Blitzer") kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: Deutlich über 130 km/h fährt nur eine Minderheit. Deshalb tut auch nur der Aufschrei am Verbrennerstammtisch weg. Abgesehen vom Taycan-Ove und wenigen anderen Autoverrückten sind E-Mobilisten gerade auf langen Strecken mit gezügeltem "Stromfuß" unterwegs.

    Auch der Sicherheitsgewinn wird oft überschätzt. Es passieren, da nur wenige schneller fahren, auch nur wenige Unfälle bei sehr hohem Tempo, schaffen es aber trotzdem wegen der "guten Bilder" öfters in die Medien. Nicht angepasste Geschwindigkeit bedeutet nicht automatisch v> 130 km/h.

    In Städten bedeutet auch 30 km/h allein keinen Sicherheitsgewinn. Es bedarf flankierender Maßnahmen wie es die vielfach in Skandinavien gibt verbunden mit einer generell besseren Verkehrsdisziplin.

  38. 19.

    Eben, das meine ich mit symbolisch. Auch die automatischen Meßstellen (das ist etwas anderes als "Blitzer") kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: Deutlich über 130 km/h fährt nur eine Minderheit. Deshalb tut auch nur der Aufschrei am Verbrennerstammtisch weg. Abgesehen vom Taycan-Ove und wenigen anderen Autoverrückten sind E-Mobilisten gerade auf langen Strecken mit gezügeltem "Stromfuß" unterwegs.

    Auch der Sicherheitsgewinn wird oft überschätzt. Es passieren, da nur wenige schneller fahren, auch nur wenige Unfälle bei sehr hohem Tempo, schaffen es aber trotzdem wegen der "guten Bilder" öfters in die Medien. Nicht angepasste Geschwindigkeit bedeutet nicht automatisch v> 130 km/h.

    In Städten bedeutet auch 30 km/h allein keinen Sicherheitsgewinn. Es bedarf flankierender Maßnahmen wie es die vielfach in Skandinavien gibt verbunden mit einer generell besseren Verkehrsdisziplin.

  39. 18.

    Also meine eigenen nicht repräsentativen Erfahrungen sehen doch anders aus.
    Wenn ich den Diesel mit 150 über die Autobahn jage, steht sicher eine 9 oder 10 vor dem Komma. Bei 120 geht es sicher unter 8l. Zeitgewinn ist geschenkt.
    Beim elektrischen hat mein erster längerer Autobahntest ähnliche Tendenz gezeigt, nur dass man elektrisch auf Grund der geringen Kapazität noch etwas sensibler ist und dann auch mit <110 sehr gut leben kann.
    Überholt wird man ab ca. 140 kaum noch. Wie gesagt nicht repräsentativ, da ich selten Autobahn fahre und noch seltener schnell.
    Interessant wird es in der Stadt und über Land wo der Unterschied 50/30 oder 100/80 schon signifikant ist. Wobei man auf brandenburgischen Landstraßen mit 100 häufig noch die Bremse ist.
    Also im einstelligen Prozentbereich könnte dabei rauskommen. In der heutigen Zeit ein gewaltiger Fortschritt.
    Dazu der Sicherheitsgewinn, weniger Totalschäden bei Unfällen, weniger neuer Stahl also wann wenn nicht jetzt.

  40. 17.

    Nicht EIN Kraftwerk wird bitte mehr abgerissen, außer es ist irreparabel kaputt … Geplantes Geld für Entschädigung und Abriss geht in deren ständige Bereitschaft, den Ausbau und das Re-Powering der EE und den Aufbau der H2-Industrie … Kraftwerke werden höchstens eingemottet, oder auf kleinster Stufe am Leben gehalten … Gleiches gilt für den Braunkohletagebau … Import-Kohle gibt’s dazu überall und sehr billig … Schließlich werden noch CCU-Techniken für eine quasi CO2-freie Verbrennung fossiler Energieträger geboostet … Bis eines Tages die Kernfusion das Alles vielleicht (!) mal obsolet macht.

  41. 16.

    Die "Hausfrau aus Bad Homburg" weiß schon, warum sie lieber in China und Ungarn investiert.

  42. 15.

    Nicht nur beim Gas ist Russland ein wichtiger Rohstofflieferant. Ähnlich hoch ist deren Anteil bei der Steinkohle wie auch beim Titan, das Airbus verbaut. Auch 30% des Uran kommt von dort bei einem Monopol für bestimmte Typen von Brennstäben.

  43. 14.

    "Führendes Industrieland "...Der war gut.
    Große Teile von Produktion ausgelagert und verkauft etc.
    Die Liste lässt sich lange fortsetzen.
    Müßig darüber zu diskutieren.

  44. 13.

    Das Tempolimit wäre in erste Linie eine symbolische Geste mit geringem Einspareffekten, da nur wenige deutlich schneller als mit Richtgeschwindigkeit unterwegs sind. Es würde allerdings deshalb auch kaum jemanden weh tun - ausser wegen des Hörschadens durch den Aufschrei am Verbrennerstammtisch.

  45. 12.

    Ich würde hier gerne nochmal auf die Eigenverantwortung der KonsumentInnen zu sprechen kommen. Wenn ich höre, dass sau-viele Leute es kaum erwarten können, billig nach Mallorca oder Griechenland in den Urlaub zu fliegen, haben wir beim Thema Energieverbrauch anscheinend nichts gelernt...

  46. 11.

    Tempolimit auf Autobahnen - bin ich dafür.
    Sonntagsfahrverbot bin ich absolut dagegen. Für viele Menschen ist der Sonntag, der einzige freie Tag in der Woche, da möchte man auch gerne mal mit dem Auto einen Ausflug machen, außerdem gibt es genug Menschen, die ihre Gartenlaube/Campingplatz in Brandenburg oder anderen Bundesländern haben und die dann Sonntags nicht mehr nach Hause kommen würden. Denn gerade am Wochenende ist der ÖPNV in Brandenburg das blanke Grauen.

  47. 10.

    Alles Bla Bla und Diskutieren wird an der Realität scheitern. Wer hier noch ernsthaft glaubt, das ideologische Argumente in naher Zukunft noch eine Rolle spielen, der lebt in einer Blase. Hier geht es jetzt um viel mehr. Es geht um das nackte Überleben der eigenen Wirtschaft, der ureigensten Lebensumstände und nicht zuletzt der ökönomische Zusammenhalt der Gesellschaft. Offenbar meinen einige, das Geld das sie beziehen fällt vom Himmel und die Heizung bleibt automatisch warm und aus der Steckdose kommt immer Strom. Nein liebe Blasen, das ist definitiv nicht so. Es wird auch nicht zuerst die treffen, die genug für sich selbst sorgen können, sondern die, die Unterstützung in jedweder Form beziehen.

  48. 9.

    Wäre das Tempolimit wirklich so eine extreme Maßnahme? Wo doch der Rest der Welt dies schon lange so handhabt, ohne Revolution und Umsturz.
    Das dies bei den Koalitionsverhandlungen gestrichen wurde hat doch einige überrascht. Die Akzeptanz dafür wäre wahrscheinlich breiter als die für hohe Energiepreise oder Fahrverbote.
    Wie groß der volkswirtschaftliche Effekt sein könnte, würde ja ein Vergleich mit den Nachbarländern ergeben. Gibt es den irgendwo?

  49. 8.

    Diese Diskussion um Laufzeitverlängerung von AKWs und Kohlekraftwerken ist doch Quatsch, genau so wie die teure "Bereithaltung" von Blöcken auf Kosten des Steuerzahlers, allein schon weil Nuklear nur noch wenige Prozent der Versorgung hierzulande ausmacht und das Uran ja auch irgendwo herkommen muss. Die emotionale Entscheidung die AKWs als Folge von Fukushima abzuschalten war sehr dumm in Anbetracht der Bedürfnisse durch die Energiewende, aber ist jetzt eben nicht mehr abzuwenden.
    Wenn wir schon eine grüne Regierung haben dann soll sie jetzt bitte alle Anstrengung darauf verwenden umfassende Anreize für Erneuerbare und Stromspeicher JETZT auf den Weg zu bringen, und Blockaden beim Windkraftausbau abzuschaffen. Wir sind durch die Abhängigkeit von russischen Gas jetzt einer Bedrohung ausgesetzt, wo die Exekutive durchaus die Berechtigung hat sofort, und nicht erst nächstes Jahr oder sonstwann nach monatelangen Diskussionen im Parlament, Massnahmen umzusetzen!

  50. 6.

    Angesichts der bestehenden Abhängigkeit von Russland und des dadurch verursachten Erpressungspotenzials kann man doch nicht allen Ernstes weitere Kohl- und Atomkraftwerke zumachen! Richtig wäre es, die erst Ende vorigen Jahres vom Netz genommen Kraftwerke wieder anzufahren.

  51. 5.

    Zumindest nicht abschalten, solange unsere Energieversorgung so unsicher ist, wie zur Zeit.

  52. 4.

    Find ich gut. Neben Großindustrie sollte man privat auch mal das Thema Stromverbrauch/Konsumverhalten in den Fokus nehmen. Ich bekomme bspw. regelmäßig Geld zurück von Strom-/Gas-/Wasseranbietern (trotz Einfamilienhaus mit 2 Kindern). Aber ob das mit Profitinteressen vereinbar ist?

  53. 3.

    Für ein Tempolimit bin ich auch. Warum nicht 130 auf der Autobahn und 30 in Wohngebieten? Man kann ja ohnehin nicht mehr schneller fahren und außerdem ist schnelles Fahren nur stressig.

  54. 2.

    "sollten ohne Denkverbote geprüft werden. "

    Na dann sollte man Rationierung von Strom und Gas ebenso in die Überprüfung mit einbeziehen wie ein sonntägliches Verfahrbot für private Fahrten. Oder noch extremere Maßnahmen wie Tempolimit auf Autobahnen und 30 in Städten.

  55. 1.

    2030 idealerweise und 2038 sollte für ein führendes Industrieland keine unüberwiendbare Hürde darstellen.

Nächster Artikel