Hohe Energiekosten - Leag musste laut Bericht mit Milliarden-Kredit gestützt werden

Mo 14.03.22 | 17:36 Uhr
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Archivbild: Aus den Kühltürmen Jänschwalde steigt weißer Dampf auf. (Quelle: dpa/P. Pleul)
Audio: Brandenburg aktuell | 14.03.2022 | Sebastian Schiller | Bild: dpa/P. Pleul

Die hohen Energiepreise machen auch Unternehmen in der Region zu schaffen. Besonders brisant war kürzlich offenbar die Lage für einen Energiekonzern selbst: die Lausitzer Leag. Einem Bericht zufolge musste der Staat aushelfen - mit einer denkbar hohen Summe.

Der in der Lausitz ansässige Energiekonzern Leag steckt offenbar in großen finanziellen Schwierigkeiten. Nach einem Bericht des "Handelsblatt" [Bezahlinhalt] musste Leag kurzfristig mit einem milliardenschweren Kredit der staatlichen Förderbank KfW gestützt werden. Grund dafür seien die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise.

Die Lage sei kritisch gewesen, schreibt die Zeitung und beruft sich auf mit den Vorgängen vertrauten Branchenkreise. Mit dem Kredit sei die Situation jetzt aber im Griff. Ein Leag-Sprecher wollte sich auf rbb-Nachfrage dazu nicht äußern und verwies darauf, dass grundsätzlich keine Angaben zu geschäftliche Unternehmensinterna gemacht würden.

Einer der höchsten KfW-Kredite überhaupt

Am Sonntag hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus Finanzkreisen erfahren, nach dem Versorger Uniper habe ein zweites Energieunternehmen wegen Liquiditätsengpässen staatliche Hilfen erhalten. Ein Insider aus dem Umfeld des Bundesfinanzministeriums sagte, der betroffene Konzern habe ein Darlehen von 5,5 Milliarden Euro mit kurzer Laufzeit bekommen.

Es sei einer der höchsten Kredite, den die staatliche Förderbank KfW bislang an Unternehmen vergeben habe. Ein Name wurde nicht genannt. Das "Handelsblatt" berichtet nun, es handele sich dabei um Leag.

Uniper erhielt zwei Milliarden Euro

Das ostdeutsche Unternehmen mit Sitz in Cottbus betreibt in Brandenburg Kohlekraftwerke und Braunkohle-Tagebau. Das Unternehmen mit rund 7.000 Mitarbeitern gehört zu je 50 Prozent dem tschechischen Versorger EPH und deren Finanzpartner PPF Investments. Das Kraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) soll 2028 endgültig abgeschaltet werden. Zuletzt waren allerdings Forderungen laut geworden, als Ausweg aus der Energieabhängigkeit von Russland den Kohleausstieg zu verschieben.

Uniper hatte Anfang Januar mitgeteilt, wegen der Preisexplosion bei Strom und Gas den Finanzierungsrahmen zur Absicherung seiner Geschäfte um bis zu fast zwölf Milliarden Euro auszuweiten. Dazu gehörte eine Vereinbarung mit der KfW über eine Kreditfazilität von bis zu zwei Milliarden Euro.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14. März 2022, 17:30 Uhr

26 Kommentare

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  1. 26.

    Der blanke Horror eines eurpäischen Verbundnetzes, man male sich das mal aus. Nachbarstaaten, die sich gegenseitig Strom schicken um so die Netzstabilität für weniger Geld aufrechterhalten zu können als wenn jeder für sich alleine kämpft.

  2. 25.

    Hat sich diese Firma nicht zur Renaturierung der Tagebaue verpflichtet? Da bin ich mal gespannt, wer dann am Ende zahlt .

  3. 24.

    Solange die AKW und Kohlekraftwerke der Anrainerstaaten funktionieren und uns Strom liefern ist die schöne woke grüne Welt in Ordnung. Du kannst lesen, wie Peter (Bruder von Adrian?) die Sachlage einschätzt und Merkel, die ohne Not die AKW abschalten ließ und damit den Grünen Stimmen abnahm, die Schuld zuschiebt. Dann der Braunkohleausstieg. Natürlich aus Deutschland eine CO²freie grüne Oase, umgeben von CO²-Schleudern umgeben, zu machen. In der Hoffnung, dass am deutschen Wesen die Welt genesen wird. Ein Schritt wird schon gemacht: es werden wieder mehr AKW gebaut.

  4. 23.

    Gut erklärt. Die Gewinnmitnahmen einzugrenzen dürfte schwer sein oder gar unmöglich? Wer das fordert, fordert auch, dass in umgekehrter Richtung die Preise auch angepasst werden können. Da hilft nur Wettbewerb...oder eine transparente Materialgleitklausel vom Kartellamt.

  5. 22.

    Das ist irgendwie widersprüchlich, ein Energiekonzern leidet unter den hohen Energiepreisen? Der sollte doch davon profitieren. Wahrscheinlich sahnt hier Eigentümer aus Tschechien nochmals den deutschen Staat ab.

  6. 21.

    Vielen Dank für die Erläuterung! Sowas hätte ich eigentlich schon im Bericht vom rbb erwartet, aber zum Glück gibt es die Kommentarfunktion (und nicht nur Leute, die unbedingt ihren unqualifizierten Senf dazu geben müssen).

  7. 20.

    Danke - wenigsten einer der das grundsätzliche Problem/Grund hier erwähnt.
    Hauptgrund ist das Margining.
    Die großen Energieversorger (EVU) schließen für einen Großteil ihrer geplanten erzeugten Energie/Strom Liefervertrage weit in voraus ab - zu einen Preis x. Liegt im Zeitraum bis zum Lieferzeitpunkt der aktuelle Marktpreis über Preis X, dann muss der EVU die Differenz (Marktpreis - Preis x) als Sicherheitsleitung (i.d.R.Cash)gegen Lieferausfall hinterlegen. Bei einen theoretischen Preis unter X muss es der Käufer.

    Bei den aktuellen hohen Marktpreisen für Strom von bis 600€/MWh kommen bei den im voraus verkauften Strommengen schnell ein paar Milliarden Euro zusammen, welche als Sicherheit hinterlegt werden müssen. Das Geld gehört noch dem EVU - es kommt nur nicht ran. So kann doch zu Liquiditätsproblemen kommen.
    Das grundsätzlich gut gedachte System des Margining kommt bei den aktuellen Strommarkt an seine Grenzen.

  8. 19.

    Ihr Kommentar ist ziemlich lustig, da tatsächlich die Verbraucher für das CO2 zahlen, in Form von irreparablen Schäden an der Umwelt. Das Umweltbundesamt rechnet mit 200-700€ pro Tonne CO2. Solange die Kosten aber nicht im Preis der Waren enthalten sind, sondern einfach auf die ganze Bevölkerung verteilt wird gibt es keinen Anreiz am Auststoss etwas zu ändern.

  9. 18.

    Das verstehen Sie nicht.
    Solange die AKW und Kohlekraftwerke der Anrainerstaaten funktionieren und uns Strom liefern ist die schöne woke grüne Welt in Ordnung. Du kannst lesen, wie Peter (Bruder von Adrian?) die Sachlage einschätzt und Merkel, die ohne Not die AKW abschalten ließ und damit den Grünen Stimmen abnahm, die Schuld zuschiebt. Dann der Braunkohleausstieg. Natürlich aus Deutschland eine CO²freie grüne Oase, umgeben von CO²-Schleudern umgeben, zu machen. In der Hoffnung, dass am deutschen Wesen die Welt genesen wird. Ein Schritt wird schon gemacht: es werden wieder mehr AKW gebaut.

  10. 17.

    Was meinst du denn wer am Ende Co2 bezahlt? Du der Verbraucher und die Industrie, der Du Deinen Lebensstandart verdankst. Prima diese Grüne Meinung Strafen Zölle Steuern erhöhen genau dss rettet die Welt

  11. 16.

    Anbei ein älterer Bericht der Kollegen der Tagesschau. Warum muss der tschechische Milliardär mit Staatsgeld unterstützt werden ?

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/kretinsky-metro-101.html

  12. 15.

    Wenn man keine Ahnung hat....
    Margin/ Margin Call
    Sicherheitsleistung in Form von Bargeld oder Wertpapieren, die von Käufern bzw. Verkäufern an Börsen bei Termingeschäften hinterlegt werden muss. Sie dient der Risikoabsicherung. Bei schnellen Märkten kann es vorkommen, dass diese Sicherheiten nicht mehr ausreichend sind. Dann müssen kurzfristig zusätzliche Sicherheiten hinterlegt werden.
    Q: https://www.swdu-energiehandel.de/wissen/energielexikon/

  13. 14.

    Na solange die LEAG weiter für praktisch umsonst CO2 in die Luft blasen darf wird die KfW den Kredit ja mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zurückbekommen. Schöner wär's natürlich wenn wir bei der Energiewende nicht dreißig Jahre lang getrödelt hätten und bereits von den fossilen Energieträgern weitgehend unabhängig wären.

  14. 13.

    ....programmieren? Dazu fehlen leider die Fachkräfte.

  15. 12.

    Aha, so läuft das. Das zeigt doch aber nur ein weiteres Mal, daß das ganze System faul ist.

  16. 11.

    Was für eine herablassende Polemik.
    Sie scheinen aber alles verstanden zu haben.
    Und danke @John für Ihre nachvollziehbare Erklärung.

  17. 10.

    Oh man, soviel ideologischer Polemik und Unkenntnis muss man mal den betriebswirtschaftlichen Sachverhalt gegenüber stellen:
    Die Energieerzeuger verkaufen ihre Produkt vorab in Future Contracs. Diese müssen mit einer Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegt werden, damit beide Vertragspartner bei Vertragsnichterfüllung gegenseitig zum Börsenpreis verlustfrei handeln können. Da der Börsenpreis durch die Decke ging, müssen die Erzeuger Sicherheitsleistungen in Milliardenhöhe (Differenz zw. Contract und EEX) überweisen, welche erst mit Leistungserfüllung wieder liquidiert/ausgezahlt werden.
    Die Uniper hatte halt keine 12 Mrd im freien Cash-Flow, obwohl die Leistungserbringung absehbar ist und daher nur die kurzfristige Liquiditätslücke aus politischen Gründen besichert werden musste. Der LEAG ging es wohl genauso...
    Absehbar scheffeln diese Unternehmen aufgrund der Preisentwicklung wieder ordentliche Gewinne. (EEX heute bis 400€/MWh)

  18. 9.

    Kann nichts dafür das Sie nichts verstanden haben. Merkel hat nach der Besetzung der Krim NS2 auf den Weg gebracht und 16 Jahre die Energiewende blockiert und ist Putin trotz aller Warnungen auf den Leim gegangen. Wie kann man so doof sein sich derart abhängig zu machen? Mal sehen wie lange die SPD braucht zu erkennen das für Putin die Ukraine nur der Anfang ist. Bis dahin finanzieren wir das Morden in der Ukraine weiter.....

  19. 8.

    Versorgung mit eigenen Energieträgern von umme Ecke, Erzeugung von Energie aus eigenen Quellen. Mit abgeschriebenen und entschädigten Anlagen. Wo liegt da jetzt der Fehler? Was geht hier wirklich vor?

  20. 7.

    Was Sie schreiben ist schlicht falsch. Merkel hat zusammen mit Frankreich damals die Minsker Abkommen ausgehandelt. Unser Fehler war, dass wir aus welchen Interessen auch immer nicht konsequent für dessen Durchsetzung gesorgt haben. Ich erinnere, man berichtet heute über Mariupol. Mariupol liegt laut auf Deutschlandfunk und Deutsche Welle veröffentlichter DPA Karte der OSZE mitten in der Sicherheitszone des Minsker Abkommens. Nun die 100 Mio $ Frage. Was macht das ukrainische Militär (seit Jahren) in dieser Zone.

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