Beratung über Gesetzentwurf - Kabinett berät über längere Bereitschaft von Kraftwerksblöcken in Jänschwalde

Mi 08.06.22 | 09:12 Uhr
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Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde im Hintergrund des Cottbusser Ostsees (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | Dirk Schneider | 08.06.2022 | Bild: dpa/Patrick Pleul

Angesichts der weltpolitischen Lage sollen die Blöcke E und F des Kohlekraftwerks Jänschwalde (Spree-Neiße) offenbar länger in Bereitschaft gehalten werden. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, der am Mittwoch im Bundeskabinett beraten wird.

Nach rbb-Informationen soll der Betreiber, die Lausitz Energie Kraftwerke AG (Leag), die beiden Blöcke bis Ende März 2024 bereit halten, um drohende Engpässe bei der Stromversorgung abfedern zu können. Das sind 17 beziehungsweise fünf Monate länger als bisher vorgesehen. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung die Stromversorgung unabhängig von russischen Gaslieferungen sichern will.

Nach der Beschlussfassung im Kabinett geht der Gesetzentwurf an den Bundestag. Wann dort darüber abgestimmt wird, ist noch offen.

Auch Wirtschaftsminister Steinbach hatte die Verschiebung gefordert

Die Ampel-Koalition hatte sich schon Ende März gegen die Stilllegung der Kohlekraftwerke ausgesprochen, um den Gasverbrauch in der Stromerzeugung kurzfristig zu verringern. Die Kraftwerke sollten länger in Sicherheitsbereitschaft gehalten werden, teilten SPD, Grüne und FDP damals mit. So sieht es nun auch der Gesetzentwurf vor.

Auch Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte sich dafür ausgesprochen, die endgültige Stilllegung von zwei Blöcken des Kohlekraftwerks Jänschwalde in der Lausitz zu verschieben. Er hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auch einen Brief geschrieben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.06.2022, 11 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Ich fürchte, ohne die LEAG und den engagierten Mitarbeitern sowie die unermüdliche Arbeit der Wasserverbänden wär die Spree in Berlin schon lange nur ein Rinnsal

  2. 6.

    Dann fahren wir den Tagebau Jänschwalde eben auch weiter. Das bringt mehr Kohle, die offensichtlich benötigt wird und mehr Wasser, das ebenfalls benötigt wird. Wo ist das Problem?

  3. 5.

    Wir werden noch dankbar sein das es Kraftwerke wie Jänschwalde gibt. Viele werden ihre Meinung ändern, wenn sie im Winter an den Arsch frieren oder der Strom in Spitzenzeiten wegbleibt.

  4. 4.

    ""Nach rbb-Informationen""
    Das hat doch Hr. Habeck schon im Mai laut und deutlich verkündet:
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/robert-habeck-will-stillgelegte-kohlekraftwerke-reaktivieren-17943170.html

  5. 3.

    Hier möchte einer von Tesla ablenken...die aber auch den Strom aus der Lausitz brauchen/nutzen.
    Aktuell unterstützt das gereinigte Grubenwasser sogar den Fluss der Spree.

  6. 1.

    Wo soll das Kühlwasser herkommen? Die LEAG hat bekanntlich beantragt, die halbe Spree zu verdampfen. Die Postbotin müsste dann auch im Sommer im Spreewald die Post mit dem Auto austeilen.
    https://www.niederlausitz-aktuell.de/cottbus/89975/protest-auf-die-spree-projiziert-keine-spreewasser-entnahme-fuer-das-kraftwerk.html

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