Start für 2028 geplant - Leag will wasserstofffähiges Kraftwerk in Jänschwalde bauen

Mo 04.07.22 | 20:56 Uhr
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Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde im Hintergrund des Cottbusser Ostsees (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 04.07.2022 | Thoralf Schirmer | Bild: dpa/Patrick Pleul

Der Energiekonzern Leag will am Standort Jänschwalde (Spree-Neiße) ein wasserstofffähiges Gas- und Dampfturbinenkraftwerk errichten. Das haben die Gesellschafter beschlossen, wie Konzernsprecher Thoralf Schirmer am Montag rbb24 Brandenburg Aktuell bestätigte.

Die Anlage soll demnach 2028 in Betrieb gehen. Sie soll eine Leistung von 1.000 Megawatt erbringen. Das entspricht in etwa einem mittelgroßen Atomkraftwerk.

Start mit Erdgas - Wasserstoff als Perspektive

Das neue Kraftwerk soll zunächst mit Erdgas betrieben werden. Es soll aber über die technischen Voraussetzungen verfügen, Erdgas schrittweise durch Wasserstoff zu ersetzen. Perspektivisch wolle die Leag das Werk zu 50 Prozent mit Wasserstoff betreiben, so Schirmer.

Kraftwerke, die zu 100 Prozent mit Wasserstoff laufen, gibt es derzeit noch nicht. Im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) wollen Investoren aber noch in diesem Jahr eine Pilotanlage bauen. Dort sollen Industrie und Forschung gemeinsam ein solches Kraftwerk entwickeln.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 04.07.22, 19:30 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Kennen Sie eine effizientere Methode, Dunkelflauten möglichst klimaneutral zu überbrücken? Das war nämlich die Ausgangsfrage.

    Der schlechte Wirkungsgrad stört viele überzeugte fossile Verbrennerfahren putzigerweise beim eigenen PKW ebenso wenig wie die größeren Mengen Kobalt in seinem PKW im Vergleich zu so manch neuerem E-Auto. Hier geht es um die Nutzung von EE, die ansonsten abgeregelt werden müsste. Stattdessen liefert die dann während Dunkelflauten Strom und im konkreten Fall auch Fernwärme.

  2. 11.

    Kennen Sie eine effizientere Methode, Dunkelflauten möglichst klimaneutral zu überbrücken? Das war nämlich die Ausgangsfrage.

    Der schlechte Wirkungsgrad stört viele überzeugte fossile Verbrennerfahren putzigerweise beim eigenen PKW ebenso wenig wie die größeren Mengen Kobalt in seinem PKW im Vergleich zu so manch neuerem E-Auto. Hier geht es um die Nutzung von EE, die ansonsten abgeregelt werden müsste. Stattdessen liefert die dann während Dunkelflauten Strom und im konkreten Fall auch Fernwärme.

  3. 10.

    Dennoch entstehen Verluste. Moderne Verfahren haben aktuell Wirkungsgrade von 40%.

  4. 9.

    Effizient berücksichtigt schon die Kosten. Das Andere heißt effektiv.

  5. 8.

    Nein gibt es nicht, da ja die Windernergie-Überschüsse quasi "umsonst" sind.

  6. 7.

    Das habe ich verstanden wie vor allem auch, dass die vorhandenen Kapazität bestehender Gas-Kraftwerke nicht ausreicht, sofern man nicht die braunen Kraftwerke möglichst lange weiter betrieben will. Wg. unterschiedlichen Eigenschaften von H2 und CH4 bedürfte es für reinen Wasserstoff z.B. auch anderer Gasturbinen. Grüner H2 ist dabei mittelfristig absehbar nicht in der Menge verfügbar als das es ohne Erdgas geht. Also werden solche Übergangskraftwerke benötigt.

  7. 6.

    Ich hab das schon verstanden, was da passieren soll.
    Aber haben Sie auch gelesen, das auch nach der Umstellung weiterhin 50% Erdgas notwendig sind?

  8. 5.

    Sie müssen zwischen kurzfristigen Themen wie Putins vielleicht schon seit Jahren geplanten Krieg und der langfristigen Strategie zur Sicherstellung einer klimaneutralen Energieversorgung unterscheiden. Zur Überbrückung von Dunkelflauten werden auf absehbare Zukunft weiterhin kalorische Kraftwerke benötigt. Erdgas soll hierbei als Übergangstechnologie Kohle als Energieträger ablösen und später je nach Verfügbarkeit durch grünen H2 ersetzt werden. Entsprechende Kraftwerke müssen jetzt nach und nach geplant und gebaut werden, nicht erst, wenn ausreichend Wasserstoff zur Verfügung steht. Dabei sind die Anforderungen an ein solches Kraftwerk allein schon wg, der geringeren volumetrischen Energiedichte des H2 gegenüber CH4 zu berücksichtigen.

  9. 4.

    Die Frage ist nicht "gibt es eine effizientere Methode", sondern "gibt es eine billigere Methode". Effizienz ist nur wichtig wenn sie sich auch auf den Preis auswirkt. Batterien sind etwa doppelt so effizient wie Wasserstoff, kosten aber auch ziemlich viel (zumindest wenn es Lithium sein soll).

  10. 3.

    Wird zusätzlich errichtet ? … Neben dem Kohle-Kraftwerk ? … Na, dann bestens …Personal für’s betreiben und Instandhalten und Infrastruktur zum Einspeisen ist ja dann schon vorhanden … Prima !

  11. 2.

    Was soll man davon halten? Aus überschüssigem Windstrom wird Wasserstoff und dann wieder zurück.

    Gibt es keine effizientere Methode, Energie zu speichern? Jede Umwandlung ist mit Verlust verbunden …

  12. 1.

    "Perspektivisch wolle die Leag das Werk zu 50 Prozent mit Wasserstoff betreiben,"
    Was für ein Unsinn!
    Die sollen - wenn es denn schon sein muss - die Bewältigung der Ersatzbrennstoffprobleme voran treiben und gut ist!
    Wir wissen, das uns das Erdgas abgedreht wird und fangen an neue Erdgaskraftwerke zu bauen, die dann - wenn verfügbar - nur mit 50% H2 gefüttert werden können!?
    Keinen Euro Fördergeld dafür!

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