Binnendüne, Storkow, Waltersberge
Ein Gefühl wie am Meer. Die Binnendüne Waltersberge bei Storkow

Von Storkow nach Wendisch- Rietz - Teil 11: Von der Binnendüne ans Märkische Meer

Sechs Wochen lang wandern Antenne-Reporter durchs Sendegebiet. Bei ihren Touren testen sie unter anderem die Landschaft, Wegbeschaffenheit und Sehenswürdigkeiten. Heute von Storkow nach Wendisch Rietz im Landkreis Oder-Spree. Von Moses Fendel

Die rbb-Wanderserie führt die Reporter sechs Wochen lang quer durch Ostbrandenburg. Immer auf der Suche nach schönen Wanderrouten. Der etwa zwölf Kilometer lange Weg verläuft von Storkow am Großen Storkower oder auch Dolgensee entlang nach Wendisch Rietz.

Die Tour beginnt am Bahnhof Storkow (Mark) und führt von dort aus zunächst ins Stadtzentrum mit seiner Burg aus dem 13. Jahrhundert. Von dort aus geht es Richtung Nordosten, vorbei am kleinen jüdischen Friedhof zur Binnendüne Waltersberge. Anschließend folgt die Route in südöstlicher Richtung mehr oder weniger dem See-Ufer und führt über Dahmsdorf, vorbei am dortigen Campingplatz nach Wendisch Rietz. Endpunkt der Wanderung ist die Bahnstation Wendisch Rietz, die etwas außerhalb des Ortes im Süden liegt. Die reine Gehzeit beträgt (inklusive der Binnendüne Waltersberge) etwa drei Stunden.

Infrastruktur

An- und Abreise sind wie bei allen bisherigen Touren leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Sowohl Storkow als auch Wendisch Rietz liegen an der Bahnlinie von Königs Wusterhausen nach Frankfurt an der Oder. In beide Richtungen fährt die Regionalbahnlinie 36 der Niederbarnimer Eisenbahn einmal pro Stunde.

Im Zentrum von Storkow findet zwischen April und Oktober zweimal in der Woche (montags und freitags von 8 bis 16 Uhr) Wochenmarkt statt. Ein kleiner, aber feiner Markt, auf dem es neben Obst, Gemüse und Honig noch einige andere Produkte aus der Region gibt.

Einkehrmöglichkeiten gibt es mehrere, zum Beispiel das täglich geöffnete Café in der Burg, direkt neben der Touristen-Information. Für alle, die sich vor der Wanderung ausgiebiger stärken wollen, befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt der Gasthof „Zur Burgwache“.

Auch gegen Ende der Tour kommt man noch einmal an einem einladenden Café vorbei. Im „AtelierCafé“, unweit des Bahnhofs Wendisch Rietz gelegen, gibt es nicht nur selbstgebackenen Kuchen und Eis, sondern auch Keramik zu kaufen.

Mazewots, Grabsteine , jüdischer Friedhof Storkow
Jüdischer Friedhof in Storkow

Landschaft und Wegbeschaffenheit

Die Strecke ist reizvoll, weil die Landschaft auf engem Raum erstaunlich vielfältig ist. Von der märkischen Kleinstadt, die mit ihrem Marktplatz und vor allem im Bereich der Kanal-Schleuse ein wenig an die Niederlande erinnert über die Binnendüne, wo man sich zumindest in Gedanken an die Ostseeküste versetzt fühlt bis hin zum typisch brandenburgischen See-Ufer ist alles dabei. Ein bisschen eintönig wird es phasenweise nur im Wald, wenn der Weg weiter vom Ufer entfernt verläuft. Aber auch da gibt es wiederum schöne Abschnitte, wo sich der Wald nämlich öffnet und den Blick auf weite Wiesen freigibt, auf denen Störche zu sehen sind.

Der Weg ist ausgesprochen gut zu gehen und über weite Strecken auch barrierefrei, weil er zum Teil parallel zu einem asphaltierten Fahrradweg verläuft. Einzige Ausnahme ist die Binnendüne, wo es – Überraschung Nummer eins – ziemlich sandig und außerdem – Überraschung Nummer zwei – stellenweise ein bisschen steil ist.

Wiesen, Wald, Wolken , Himmel
Zwischendurch gibt der Wald immer wieder den Blick auf weitläufige Wiesen frei.

Sehenswürigkeiten

Storkow gehört zu den ältesten Städten in Brandenburg und ist zumindest im Bereich der Innenstadt durchaus belebt. Man kann zum Beispiel über den Marktplatz schlendern, die evangelische Kirche aus Backstein besichtigen oder eine Runde durch die Gassen der Altstadt drehen.

Größte Sehenswürdigkeit ist die mittelalterliche Burg, die im Jahr 1209 erstmals erwähnt wurde. Sie beherbergt neben dem bereits erwähnten Café und der der Touristen-Information auch die Stadtbibliothek und ein Burgmuseum.

Der Name Storkow kommt vermutlich von einem slawischen Wort, das so viel wie „sumpfig“ bedeutet. Da in den sumpfigen Wiesen rund um die Stadt herum Störche gerne nach Futter suchen, ist es durchaus passend, dass ein Storch seit dem 15. Jahrhundert das Stadtwappen ziert. Fun Fact: Storkow ist Mitglied in der Europäischen Vereinigung der Storchenstädte (ESCO).

Am Stadtrand befindet sich einer der größeren und besser erhaltenen von rund 60 jüdischen Friedhöfen in Brandenburg. Es gibt ungefähr 90 Gräber, das älteste (zumindest soweit erkennbar) stammt aus dem Jahr 1836. Um 1860 hatte die jüdische Gemeinde in Storkow rund 82 Mitglieder. Seit der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden leben keine jüdischen Bürger mehr in der Stadt.

Höhepunkt der Wanderung ist im wahrsten Sinne des Wortes die Binnendüne Waltersberge, die sich bis zu 70 Meter über den Meeresspiegel erhebt. Als am Ende der letzten Eiszeit vor mehr als zwei Millionen Jahren die Gletscher schmolzen, ließ das Schmelzwasser große Mengen Sand im Gebiet des heutigen Brandenburg zurück. Diesen Sand wehte der Wind an bestimmten Stellen auf, so dass unter anderem die Düne bei Storkow entstand, die in Wirklichkeit zu einem ganzen Komplex derartiger Dünen gehört.

Marktsplatz Storkow regionale Produkte
Zweimal in der Woche kann man auf dem Marktplatz in Storkow regionale Produkte kaufen.

Baden,Schilder , Fazit

Baden ist während der Tour an mehreren Stellen möglich, zum Beispiel am Stadtrand von Storkow. Besonders schön ist aber der kleine Strand kurz nach dem Campingplatz Dahmsdorf mit Blick auf das am gegenüberliegenden Ufer gelegene Schloss Hubertushöhe.

Da der Weg Teil des 66-Seen-Wanderwegs ist, ist er durchweg gut markiert. Zu erkennen ist er an einem blauen Punkt auf weißem Grund.

Die eierlegende Woll-Milch-Sau unter den Wandertouren durchs Sendegebiet: erholsam und abwechslungsreich wegen ihrer guten Mischung aus Natur, Sehenswürdigkeiten und Badespaß. Außerdem sowohl von Berlin als auch von Frankfurt aus leicht zu erreichen.

Beitrag von Moses Fendel

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