Eine Pyramide aus Einwegbechern (Quelle: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert)
rbb Studio Frankfurt (Oder) | 12.06.2017 | Autor: Klaus Lampe | Bild: dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

"Nachfüllbar Eberswalde" - Coffee To Go im Pfandsystem

Drei Milliarden- das ist die erschreckende Zahl von Einweg-Kaffee-Bechern, die pro Jahr in Deutschland nach kurzer Nutzung im Müll landen. Einige umweltbewußte Kaffeetrinker haben ihren Becher auch unterwegs dabei. Coffee-To-Go-Becher im Pfandsystem sind allerdings neu.

Schnell noch einen Coffee To Go und dann zur Arbeit, in die Hochschule oder durch den Park – das ist schön bequem und zugleich verheerend für die Umwelt. Mit dem landesweit einmaligen Mehrweg-Becher-Pfand-Projekt "Nachfüllbar Eberswalde" sagt die Waldstadt den Bechermüllbergen den Kampf an. Am Montag wurde es an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung – HNE- Eberswalde gestartet.

Kampf gegen 25 Tausend Einwegbecher in Eberswalde

Allein die 2000 Eberswalder Studenten produzieren so erhebliche Müllberge. In den Mensen werden pro Jahr etwa 25Tausend Einwegbecher pro Jahr benutzt. Damit das ein Ende hat, entwickelte der Klimaschutzmanager der HNE Eberswalde Henning Golüke die Idee, Mehrwegbecher für Café Latte, Cappuccino  und Co einzuführen. Mit dem Start des Pilotprojektes sind in Eberswalde zunächst 500 Mehrwegbecher im Umlauf. Die gibt es dann in der Mensa, in ausgewählten Cafés und Geschäften.

Eine Frau baut eine Pyramide aus Pappbechern auf (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Pfandbecher tausendfach wieder verwendbar

Die gibt es dann in der Mensa, in ausgewählten Cafés und Geschäften. Dort wandert der Becher in die Spüle und kann weiter genutzt werden. Mit wärmedämmender Filzmanschette und buntem Silikondeckel lässt sich der Mehrweg ToGo-Becher dann noch individuell verschönern. Schritt für Schritt soll das Projekt dann wachsen, so Henning Golüke. Der Becher besteht aus einem nachwachsenden Rohstoff und für 2.50 Euro kann ihn der Kunde überall mitnehmen und bei allen Becherpfandpartnern abgeben. Das Pfandgeld von 2.50 Euro erhält er selbstverständlich zurück.

Für und Wider Coffee To Go

Volle Unterstützung bekommt das Projekt von Torsten Pelikan und seinen mittlerweile 25 Mitarbeitern. Der Geschäftsführer von Globus Naturkost ist großer Freund von Mehrwegsystemen, die er selbst bereits anbietet. Klar, dass Torsten Pelikan beim Pfandbechersystem "Nachfüllbar Eberswalde" mitmacht. Und was sagen die Eberswalder zum neuen Coffee-To-Go Pfandsystem? Sie finden ihre Stadt schon auf einem guten Weg. "Eberswalde hat schon einige grüne Sachen. Und so wird es Schritt für Schritt immer grüner." Eine Passantin ergänzt: "Trotzdem müssen wir wieder dazu zurückkommen, unseren Kaffee zu Hause zu trinken und uns nachmittags Zeit zu nehmen." 

Beitrag von Klaus Lampe

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