Bauarbeiter auf eine Baustelle, sie zeigen, wo in der Papierfabrik Leipa in Schwedt gerade umgebaut wird
rbb Studio Frankfurt | 18.07.2017 | Autorin: Katja Geulen | Bild: Katja Geulen|rbb

Umbau der Leipa-Papierfabrik Schwedt - Wir brauchen mehr Kartons

Überall wird schwere Industrie in Deutschland abgebaut oder ins Ausland verlagert. Schwedt aber investiert seit Jahren in den Standort. Auch der Papier-Sektor dort macht sich fit für die Zukunft. Und stellt um von Zeitungspapier auf Verpackungsmaterial.

Zeitung war gestern, heute verbreiten sich Nachrichten meist papierlos übers Internet. Seit 1992 hat die Papierfabrik Leipa Zeitungspapier hergestellt. Nach der Fusion mit UPM rüsten sie die Fabrik um und bauen die Schwedter Produktion aus. "Fundamente sehen Sie schon, hier stehen auch schon die ersten Stützen", sagt Werksleiter Falk Friedrich. Er ist zufrieden, bisher läuft alles nach Plan. Knapp 200 Bauarbeiter sind auf dem Gelände und es werden noch mehr. "Wir haben hier mehrere Baustellen. Vor allem die Baustelle für die neue Rückseitenlage, wo die braunen Altpapiere verarbeitet werden und die Baustelle an der Papiermaschine, die nach vorn und hinten verlängert wird", sagt Falk. Außerdem wird die Kläranlage erweitert und das Heizwerk umgebaut.

Verpackung für den Internetversand

Leipa strukturiert gerade die komplette Fabrik um. Hintergrund ist der Plan, die Papiermaschine PM 5 von Zeitungs- auf Verpackungspapier umzurüsten, erklärt Geschäftsführer Peter Probst. Zeitungsdruck sei durch das Internet ein rückläufiger Markt, gleichzeitig befördere Internethandel Verpackungspapier. "Wir stellen die hochwertige Deckschicht der Verpackungen her, das ist ein signifikant wachsender Markt. Daher investieren wir hier in ein Produkt, das wirklich zukunftsfähig ist", sagt er. Hochwertige - weiße - Verpackung, zum Beispiel bedruckbare Kartons, werden besonders für den Internetversandhandel immer wichtiger.

Zwei Männer in Orangen Westen und mit Bauhelm auf dem Gelände der Leipa-Papierfabrik. Leipa-Chef Peter Probst (rechts) erklärt dem Bürgermeister von Schwedt den Umbau der Papierfabrik
| Bild: Katja Geulen|rbb

Umbau bei laufendem Betrieb

Über 200 Millionen Euro investiert das Unternehmen nun in den Standort Schwedt und bringt sich dabei weit vorne ins weltweite Rennen um den Verpackungsmarkt. "Wir machen am Standort hier 1,2 Millionen Tonnen Neupapier aus 100 Prozent Altpapier - da gibt es weltweit nicht viele Fabriken, die mit diesen Stoffkonzepten diese Menge an Papier produzieren", sagt Probst. Bis dahin muss aber hier weiterhin alles flutschen. Die Vorbereitungen sind fast fertig. Eine riesige, 50 Meter lange Alt-Papierwaschmaschine wird im August aus China geliefert und montiert. Ab September wird dann die Produktionsstrecke umgebaut, bei nur 10 Wochen Stillstand, so der Plan von Peter Probst. "Das ist wie eine Operation am offenen Herzen, denn der Betrieb muss weiterlaufen."

Leipa stellt weitere Mitarbeiter ein

Weiter geht es auf jeden Fall hier auch für die über 900 Mitarbeiter. Rund 50 weitere sollen übrigens noch eingestellt werden, wenn im Dezember die Maschine wieder anfährt. Wahrscheinlich liefert der Paketbote ab nächstem Jahr die Schuhe oder Bücher aus dem Onlinehandel schon in Verpackungsmaterial aus Schwedt zu Ihnen nach Hause.

Beitrag von Katja Geulen

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