(Quelle: rbb/Katja Geulen)
Bild: rbb/Katja Geulen

Baustelle B 198 - Schleichweg verursacht Schäden im Weltnaturerbe Grumsin

Brandenburgs einziges UNESCO-Weltnaturerbe wird wegen einer Baustelle zerfahren. Autofahrer meiden die 20-minütige offizielle Umleitung der B 198 und fahren nun auf einer engen Straße mit Kopfsteinpflaster durch einen Teil des geschützen Buchenwalds.

Derzeit fahren deutlich mehr Autos und LKWs direkt durch das Weltnaturerbe Grumsin - auch weil einige Navigationsgeräte diese Route vorschlagen. Grund ist die Umleitung für die Baustelle zwischen Autobahn 11 und Angermünde, die die offizielle Fahrzeit um rund 20 Minuten verlängert.

Die Autofahrer nutzen die einspurige Straße zwischen dem Ortsausgang von Neugrimnitz und Altkünkendorf, die zwischen dem Buchenwald und dem Großen Grumsinsee verläuft. Die Straße mit historischem Kopfsteinpflaster wird im Frühjahr und Herbst auch regelmäßig von beispielsweise Rotbauchunken oder Kammmolchen überquert, die im nahen See laichen wollen.

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Bedrohung für den Amphibienbestand im Grumsin

Anwohner und Naturschützer befürchten nun Schlimmstes: Etliche der bedrohten Tierarten, die auf der so genannten Roten Liste stünden, würden ebenso platt gefahren wie ein Teil der Lebensräume, da durch das erhöhte Verkehrsaufkommen regelmäßig Autos und LKWs nach rechts und links der Kopfsteinstraße auswichen.

"Wir haben hier Verantwortung für ein europaweit bedeutendes Natur- und Landschaftsschutzgebiet", sorgt sich auch Beate Blahy vom Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Die Vorkommnisse von Moor- und Laubfröschen in den Wäldern des Grumsin seien immens wichtig, weil sie auf die umgebenden Populationen ausstrahlen " und wenn wir die mehr oder weniger absichtlich so dezimieren, dann sehe ich eigentlich schwarz für den Amphibienbestand im Grumsin".

Moorfroschmännchen (Quelle: imago)
Bild: imago

Kreisverwaltungen von Uckermark und Barnim bislang untätg

Seit Oktober ist die normale Strecke von der A 11 nach Angermünde schon für den Durchgangsverkehr gesperrt. Lediglich der Schulbus darf weiter auf dem etwa drei Kilometer langen Teilstück fahren. Dies soll auch während der Bauphase so sein. Allerdings haben seit Sperrung der B 198 keine Bauarbeiten stattgefunden, berichten sowohl  Anwohner als auch rbb-Reporter.

Die zuständigen Kreisverwaltung in Barnim und der Uckermark wurden von Naturschützern und Anwohnern über die Situation informiert, sollen aber bislang noch keine Entscheidung zu der Straße im Naturschutzgebiet getroffen haben. Sollte dies so bleiben, kündigten sie an, höhere Behörden darüber zu informieren, dass das Weltnaturerbe im Grumsiner Forst zerfahren wird und der Lebensraum von bedrohten Arten zerstört wird.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.12.2017, 15:40 Uhr

Schilf und Ufer am Grumsinsee (Quelle: imago)
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Beitrag von Katja Geulen und Stefan Kunze

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