Bienen auf einer Wabe (Quelle: dpa/Pleul)
Audio: Antenne am Nachmittag Studio FFO | Elke Bader | Bild: dpa-Zentralbild

Bienensterben geht weiter - Biene Maja geht es richtig schlecht

Das Thema Bienensterben hat es in diesem Jahr sogar bis in den Rosenmontagsumzug in Köln geschafft. Denn das Sterben ganzer Bienenvölker ist immer noch das größte Problem der Imker in ganz Deutschland. Und das hat mehrere Ursachen. Von Elke Bader

Das Bienensterben nimmt in Deutschland dramatische Ausmaße an. Dabei ist es nicht nur die Varoamilbe, die die Bienen tötet. Es sind immer mehr Pestizide, die die Bienen mit dem Pollen aufnehmen und daran sterben.

Ebenfalls fatal: Im vergangenen Jahr wurde in Brandenburger Honig Nervengift gefunden. Ein Insektizid, das eigentlich den Rapsglanzkäfer vernichten soll. Ein Imker aus dem Landkreis Oder-Spree musste nach Labortests sogar mehrere Hundert Kilo Honig wegwerfen. Doch der nächste Frühling kommt bestimmt und damit ein neues Honigjahr.

Nervengifte in Pflanzenschutzmitteln töten Bienen

Die Bienenkönigin legt gerade Eier und vermehrt ihre Völker. Und die Bauern lernen in Schulungen beim Pflanzenschutzdienst welche Spritzmittel sie in diesem Jahr einsetzen können. Problem für die Bienen ist, dass die Pflanzenschutzmittel heute ganz anders wirken als früher, erklärt Imker Holger Ackermann. "Die Spritzmittel wirken teilweise auf das Nervensystem der Bienen, der Schaden bei den Bienen tritt dann aber erst fünf bis sieben Wochen nach dem Einsatz der Spritzmittel auf." Dadurch werde es für den Imker schwierig, den Zusammenhang zwischen dem Ausbringen der Spritzmittel und dem Bienentod nachzuweisen.

Imker und Bauern sprechen sich ab

Deshalb ist es wichtig, dass sich die Imker genau mit den Landwirten und Obstbauern absprechen. Die Bauern der Obst e.G. Markendorf machen daher einen Plan für die Imker, wann und wohin die ihre Bienenkästen stellen dürfen, erklärt Katja Brecht vom Obsthof Wilms in Frankfurt-Markendorf.

Ab dem Moment wo die Bienenstöcke in den Obstplantagen aufgestellt sind, bekommen alle Obstbauern der Erzeugergemeinschaft einen Bescheid, dass die Bienen da sind und von da an werden alle Spritzungen auf die Nachtstunden gelegt. Da sind die Bienen im Kasten.

Besonders Rapsfelder sind für Bienen gefährlich

Probleme bereiten den Imkern immer noch Insektizide, die mit Duftstoffen versehen sind. Die locken die Bienen an - und die merken nicht, dass es giftig ist. Imker Holger Ackermann hat diese Stoffe besonders häufig auf Rapsfeldern gefunden. "Diese Insektizide enthalten oft Neonikotinoide. Das sind Nervengifte, die ganz langsam wirken." Eigentlich sollen sie gegen Rapsglanzkäfer und Stängelschädlinge wirken.

Nervengifte im Honig gefunden

Und ein Nervengift ist natürlich auch für Menschen gefährlich. Neonikotinoide wurden im letzten Jahr auch in mehreren hundert Kilo Honig von Brandenburger Imkern gefunden, von Neuzelle bis Kyritz. Der Honig lagerte sogar schon bei einem Großhändler, konnte aber noch rechtzeitig zurück geordert werden. Was mit dem Honig wird, z.B. Verwendung als Tierfutter, das prüfen aktuell die Behörden.

In diesem Jahr soll das nicht wieder passieren. Deshalb müssen bereits jetzt im Frühjahr Absprachen getroffen werden zwischen Imkern und Bauern. Die Spritzmittel sind alle deklariert in Bienengefährlichkeitsstufen. Während des Bienenfluges bzw. während bestimmter Blühphasen dürfen bienengefährliche Mittel überhaupt nicht benutzt werden.

Bienen sind für Bestäubung unersetzlich

Das weiß auch Obstbäuerin Katja Brecht. Und weil sie und ihre Kollegen auch in diesem Jahr wieder mehrere Tausend Tonnen Obst von ihren Plantagen ernten wollen, werden sie mit den Imkern genaue Pläne aufstellen, wann und wo gespritzt wird und wann und wo die Bienen zur Bestäubung der Obstblüten zum Einsatz kommen. Denn ohne Bienen wären die Körbe und Kisten der Obstbauern deutlich leerer.

Beitrag von Elke Bader

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