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Altes Waschhaus als Kunsthalle - Trebnitz zeigt preisgekrönte Skulpturen von Gustav Seitz

Ein halbes Jahr nach Eröffnung ist das Gustav-Seitz-Museum in Trebnitz bei Müncheberg ein Besuchermagnet. Fast eintausend Besucher sind in das kleine Oderbruchdorf gekommen, um die Skulpturen des Bildhauers Gustav Seitz zu sehen.

Gustav Seitz (1906-1969) war Bildhauer. Zu seinen bekanntesten Werken im öffentlichen Raum zählt das Käthe-Kollwitz-Denkmal in Berlin Prenzlauer Berg. Künstler zu porträtieren war eine Leidenschaft von Seitz. Neben Heinrich und Thomas Mann porträtierte Gustav Seitz immer wieder den Schriftsteller Berthold Brecht. So sind besonders diese Plastiken im Trebnitzer Gustav-Seitz-Museum zu sehen.

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Brecht inspirierte Seitz

Es gibt eine ganze Reihe Künstler bei denen Brecht Eindruck hinterlassen hat. So auch bei Gustav Seitz, sagt Margret Brademann, Leiterin des Brecht Weigel Hauses in Buckow: „Immer wieder hat sich Seitz mit Brecht, auch nach seinem Tod, auseinander gesetzt. Es ging Seitz darum die verschiedenen Ausdrucksformen, der Gesichtsausdruck, die Kleidung, die Haltung also das Charakteristische an Brecht zu zeigen.“

Seitz`s Brechtplastiken zeigen den Dichter Brecht in vielen unterschiedlichen Facetten. Für seine Arbeiten erhielt Seitz Auszeichnungen wie den Nationalpreis in Weimar, den Edwin-Scharff-Preis in Hamburg sowie Schillerplakette der Stadt Mannheim.

Wie kommt das Gustav-Seitz-Museum in ein Dorf wie Trebnitz?

Die Gustav Seitz Stiftung wollte den künstlerischen Nachlass an eine Bildungsstätte angliedern. Die deutsch-polnische Begegnungsstätte Schloss Trebnitz war somit der perfekte Ort für ein Zentrum für Kunst– und Kulturpädagogik. Gustav Seitz war in der Lehre und Bildung sehr aktiv. Die Arbeit mit seinen Studenten war ihm genauso wichtig wie die künstlerische Arbeit.

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Das alte Waschhaus, das zu Schloss Trebnitz gehört, stand leer und wurde zum Museum umgebaut. Die Trebnitzerin Antje Felix sieht in dem Museum eine große Chance für Trebnitz: „… also, dass dieser Ort noch bekannter wird und dass wir alle im Dorf davon profitieren. Das ist eine hohe Kultur, mit der vielleicht nicht jeder etwas anfangen kann, aber dass dieses Haus jetzt so schön genutzt wird das freut alle.“

Auch Touristen sollen angelockt werden

Jetzt hoffen die Trebnitzer darauf, dass der Bahnanschluss häufiger genutzt wird und damit die Infrastruktur in Trebnitz wächst. Das Trebnitz in direkter Nachbarschaft zu Schloss Neuhardenberg, Schloss Wulkow und Schloss Steinhöfel liegt ist besonders für Radtouristen interessant. Die Fahrradsaison beginnt schon bald im  Frühjahr.

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Ein Museum von so hoher Kultur auf dem platten Land. Das kann nicht lange gut gehen, sagen Skeptiker. Bestes Beispiel ist das Schloss Bad Freienwalde. Das Gebäude war zwischenzeitlich wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten geschlossen. Es fehlt offensichtlich an einem Konzept sagt die Bad Freienwalderin Kerstin Götter. „ Man muss schon Leute ranholen. Auch das Museum in Trebnitz könnte die örtliche Bevölkerung nicht auslasten. Man muss auch immer wieder was Neues bringen sonst ist es schwer Leute anzulocken.“

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Neue Ideen für die Zielgruppe Jugend

Nach Trebnitz will der Leiter der Begegnungsstätte, Darius Müller, das Publikum mit neuen Ausstellungen und Veranstaltungen locken. Aber auch Workshops und Kulturpolitische Diskussionen soll vor allem junges Publikum nach Trebnitz führen.

„ Wir wollen mit den Kindern Skulpturen anschauen und nachgestalten oder selbst weiterentwickeln. Wir möchten auch einen Comic-Workshop anbieten, bei dem sich die Jugendlichen Geschichten zu den Skulpturen ausdenken. Und es gibt eine mobile Bronzegießerei, mit der wir die Werke der Kinder in Bronze gießen werden.“

Und selbstverständlich will Darius Müller mit den umliegenden Museen wie dem Brecht Weigel Haus in Buckow zusammenarbeiten.

Beitrag von Elke Bader

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