Schleuse Storkow
Sendung: Antenne Brandenburg | 01.06.2018 | Phil Beng | Bild: rbb/Phil Beng

Wassersportler ärgern sich über Zeitdruck - An den Schleusen fehlt das Personal

Viele Wassersportler wünschen sich längere Öffnungszeiten an den Schleusen. Doch das ist aktuell nicht nötig, denn dort fehlen die Wärter. Der Tourismusverband Seenland Oder-Spree und der Politiker Stefan Zierke fordern nun mehr Stellen vom Bundesverkehrsministerium. Von Phil Beng

Der Tourismusverband Seenland Oder-Spree und der Bundestagsabgeordnete für Uckermark und Barnim, Stefan Zierke, fordern vom Bundesverkehrsministerium mehr Personal für die Schleusen. Dort fehlt es aktuell an Stellen, was zu langen Wartezeiten führt - so zum Beispiel in Storkow.

An der Schleusenkammer in Storkow hebt und senkt sich der Pegel ohne Pause, es herrscht ein geschäftiges Rauschen. Kaum fährt ein Boot flussaufwärts, ist eines schon wieder flussabwärts unterwegs.

Es herrscht viel Betrieb, gerade an den Wochenenden. Da würde sich manch ein Wassersportler wünschen, sich aufgrund strenger Öffnungszeiten nicht so abhetzen zu müssen.

"Gerade jetzt im Sommer, wo man viel unterwegs ist, wird das einfach zu knapp. Eine Stunde mehr wäre gut", sagt ein Köpenicker, der mit seinem Motorboot "Venus" an der Schleuse Storkow darauf wartet, durchfahren zu können. 

Aktuell keine Chance auf längere Öffnungszeiten

Doch nach längeren Öffnungszeiten sieht es gerade gar nicht aus. Der Grund: Das Bundesverkehrsministerium bekommt die Stellen an den Schleusen nicht besetzt. Genau das ist auch der Vorwurf des Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke.

Laut Zierke gebe es die benötigten Stellen bereits, es fehlte nur noch das Personal, damit Boote während der Saison bis 22 Uhr von einem zum anderen Ort kommen können.

Wie viele Schleusen es an den Landes- und Bundesgewässern in Brandenburg gibt, zeigen die beiden Grafiken.

Brandenburgs Tourismus gefährdet

Ellen Rußig vom Tourismusverband Seenland Oder-Spree findet, dass die Politiker mit ihrer Untätigkeit Brandenburgs Tourismus schadet. "Wir sind einfach kein attraktives Ausflugsziel, wenn die Schleusen so geringe Öffnungszeiten haben." Immerhin handle es sich um Bundeswasserstraßen. "Ich weiß nicht, was passieren würde, wenn man die Bundesstraße 96 an einem Sonntag um 21 Uhr schließt", sagt Rußig.

Schwierigkeiten sieht Rußig gerade bei den Schleusen Neue Mühle, Kummersdorf und Storkow. In der Verantwortung sieht sie auch das für Nord- und Ostbrandenburg zuständige Wasserstraßenamt in Eberswalde.

Dort weiß man zwar von dem Problem, aber verweist wiederum auf das Bundesverkehrsministerium.

Öffnungszeiten könnten noch weiter eingeschränkt werden

Der zuständige Amtsleiter aus Eberswalde, Peter Münch, will im August Vertreter des Ministeriums in die Region einladen, um ihnen die Engpässe an den Schleusen in den Ferienzeiten vorzuführen.

Die Hoffnung: Dass der Bund endlich für mehr Personal sorgt. Ansonsten, so Münch, müssten die Wassertouristen künftig wohl sogar mit weiteren Verkürzungen der Schleusenzeiten rechnen.

Beitrag von Phil Beng

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