Rettungsschwimmer üben am Helenesee (Quelle: Patrick Pleul/dpa)
Audio: Antenne Brandenburg | 09.07.2018 | Angelika Fey | Foto: Patrick Pleul/dpa

Helfer in der Not - Flüchtlinge als Rettungsschwimmer

An vielen Badeseen sind sie Mangelware: Rettungsschwimmer. So auch am Frankfurter Helenesee. Doch hier haben die Retter eine doppelt gute Lösung gefunden: sie haben ehemalige Flüchtlinge zu Rettungsschwimmern ausgebildet.

In vielen Freibädern, Schwimmhallen und an Badestellen fehlen sie: Rettungsschwimmer. Auch die Wasserwacht am Helenesee in Frankfurt (Oder) hatte immer wieder Nachwuchssorgen. Aber hier ist man jetzt auf eine Lösung gekommen, die nicht nur den Schichtplan auffüllt, sondern viel weiter reicht. Die Wasserwacht hat nämlich Flüchtlinge zu Rettungsschwimmern ausgebildet und tut damit auch was für die Integration.

Die Wasserwacht am Helenesee sichert nun ihren Dienst mit 4 Geflüchteten aus dem arabischen Raum ab. Ein Leistungsschwimmer aus dem Iran erteilt auch Schwimmunterricht und einer der Rettungsschwimmer hat nach seiner Ankunft in Frankfurt (Oder) zunächst erst einmal selbst Schwimmen gelernt.

Mit Ehrgeiz und Disziplin zum Wunsch-Job

Abdul Rashidi und Omid Ehsas üben am Helenesee für den Ernstfall. Denn wenn wirklich mal jemand in Not gerät, muss alles klappen. Die beiden Männer sind seit drei Monaten Rettungsschwimmer am Helenesee. Viel hat sich seit der Flucht aus Afghanistan getan, sagt Omid Ehsas. Als er 2015 nach Deutschland ausreisen konnte, habe er nicht erwartet daß er einmal Rettungsschwimmer werden würde und so den Leuten hier helfen können würde.

Aber, um Leuten helfen zu können, musste Omid Ehsas erst selbst schwimmen lernen. Vor fast zwei Jahren hat er mit dem Trainieren angefangen. Und er war immer voll dabei, sagt seine Schwimmlehrerin Karin Biermann. Sie bescheinigt ihm viel Ehrgeiz und eine Menge Disziplin.

Symbolbild: Der Badestrand am Helenesee am 28.08.2016 in Brandenburg. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)

Hier ist ein gutes Team entstanden

Insgesamt vier Flüchtlinge machen ehrenamtlich bei der Wasserwacht mit. Die Männer gehören inzwischen zum Team dazu. Aber ein bisschen Zeit brauchte das, sagt Ortsgruppenleiter Danny Knispel. Es habe zunächst auch Berührungsängste gegeben. So wie überall in der Bevölkerung. Aber die konnten dann ganz, ganz schnell abgebaut werden. Da seien richtige Freundschaften entstanden. Die Flüchtlinge und die Alteingesessenen verbringen auch außerhalb vom Dienst viel Zeit miteinander.

Bei der Wasserwacht Frankfurt (Oder) können Omid Ehsas und Abdul Rashidi auch mehr lernen als nur Schwimmen und Ersthelfer sein. Sie können so ganz nebenbei auch ihr Deutsch verbessern.

Flüchtlinge geben so etwas zurück

Sein Ehrenamt als Rettungsschwimmer bedeutet Abdul Rashidi viel. Er arbeitet im Reifenwerk in Fürstenwalde und hatte grade Nachtschicht. Trotzdem ist er seit dem Morgen schon wieder am See - statt zu Schlafen. Drei Stunden Schlaf reichen ihm, sagt er. Er hat mehr Lust draußen am See und bei den Menschen zu sein.

Die Idee, Flüchtlinge als Rettungsschwimmer auszubilden, bringe allen Beteiligten was, sagt Ortsgruppenleiter Danny Knispel. Auch der Wasserwacht. Wie überall hat natürlich auch sie Personalnöte, sucht Leute, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Knispel meint, daß die Flüchtlnge tatsächlich eine Entlastung bringen, weil sie ganz normal den Dienst besetzen. Und damit sozusagen auch etwas zurückgeben an die Bevölkerung.

Beitrag von Angelika Fey

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