Audio: Antenne Brandenburg | 11.07.2018 | Katja Geulen | Foto: Katja Geulen
Audio: Antenne Brandenburg | 11.07.2018 | Katja Geulen | Foto: Katja Geulen | Bild: rbb

Digitalisierung im märkischen Wald - Twitternde Kiefern, funkende Waldböden

Seit zwei Jahren steht bei Chorin eine twitternde Kiefer im Wald, jetzt halten Sensorsysteme und Drohnen Einzug in die Forstwirtschaft. Sie dienen dem Brandschutz und der Früherkennung von Waldschäden. In Chorin wurden die neuesten Entwicklungen präsentiert.

Bei Chorin steht seit zwei Jahren eine Kiefer, die täglich darüber twittert, wieviel Sauerstoff sie produziert und wie es um ihren Durst bestellt ist. Der Wissensdurst der Forscher ist damit nicht gestillt. Nun wird im Eberswalder Thünen-Institut für Waldökologie schon an der nächsten Innovation gearbeitet. Gemeinsam mit der Berliner Humboldt-Universität haben die Forscher ein Sensornetz für den Waldboden entwickelt. Auf einem vier Hektar großen Versuchsfeld installierten sie 20 kleine Metallzylinder.

"Die messen die Veränderung der Wasserstoffkonzentration in der Luft, wenn organische Masse verbrennt", erklärt Forsthydrologe Jürgen Müller. "Und die Sensoren unterhalten sich untereinander über Funk."

Frühe Warnung - noch bevor es raucht

Mit selbstgelegten kleinen Bränden ist das schon erfolgreich getestet.  Nun fehlt noch das Geld, die Innovation zur Serienreife zu bringen.

Für den Brandenburgischen Forstchef Karsten Lessner ist die Sensortechnik ein Riesenfortschritt:  

„Bis zum Jahr 2000 haben unsere Mitarbeiter noch auf den Türmen gesessen und geschaut, ob irgendwo eine Rauchwolke ist. Dann haben wir das Kamerasystem Firewatch eingeführt. Das hier ist die nächste Generation, wo wir über einen Gassensor festellen, wenn es zu einer Brandentwicklung kommt.  Die Information geht dann sofort zu einem Operator, wenn es den Bäumen hier über die Gasentwicklung schlecht geht.“

Problem: fehlende Netzabdeckung

Aber auch an anderen Stellen im Wald ist Computertechnik längst auf den Vormarsch. Neueste Anschaffung für 15.000 Euro und Stolz der Landesforstverwaltung ist eine Flugdrohne. Besonders kleinflächige Schäden lassen sich damit sehr gut beobachten.

Bisher hatte man entweder technisch aufwändige Hubsteiger oder unscharfe Satellitenbilder zur Verfügung. Aber bei allem Fortschritt – ein großes Hindernis gibt es dann doch noch bei der Digitalisierung im Wald, sagt Forstchef Lessner: die fehlende Netzabdeckung. "Dass man eben auch große Datenpakete rüberschicken kann, das ist das Entscheidende.“

Beitrag von Katja Geulen

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