Ortsschild von Tauche im Oder-Spree-Kreis (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg Aktuell | 10.01.2019 | Michael Lietz | Bild: rbb

Urteil am Frankfurter Landgericht - Milde Strafe für Dorf-Tyrann

Ein Mann terrorisiert Monate lang einen ganzen Ort. Es geht um Tauche bei Beeskow. Und es geht um einen psychisch kranken Mann, der wegen mehrerer Vergehen angeklagt war. Doch das Frankfurter Landgericht verhängt nur eine milde Strafe. Von Uta Schleiermacher

Ein Zeuge zeigt Bilder seines vom Angeklagten zerstörten Autos (Quelle: rbb)
| Bild: rbb

Weil er einen ganzen Ort terrorisiert hat stand ein 34-Jähriger seit Wochen vor dem Frankfurter Landgericht. Ein Gutachter sagt, der Mann leide an paranoider Schizophrenie. Er soll in Tauche bei Beeskow unter anderem das Auto und den Briefkasten eines Nachbarn in die Luft gesprengt haben. Die Nachbarn werden so zu Gegnern, die der Mann öfter angegriffen und zum Teil auch schwer verletzt hat.

Freispruch im Hauptanklagepunkt

Ein unglückliches Zusammentreffen von Gemengelagen und eine unglückliche Art, miteinander umzugehen: Das ist das Fazit des Frankfurter Landgerichts in diesem Prozeß um mehrere Fälle von schwerer Körperverletzung. Der Beschuldigte habe mehrere Nachbarn in Tauche beleidigt und verletzt. So verprügelte er einen Mann in der Silvesternacht 2018 schwer und fügte ihm Wunden am Kopf und im Gesicht zu. Doch wie es zu dieser Tat kam, ist unklar, sagt Andrea Laube, Sprecherin am Landgericht Frankfurt, dem rbb. Hatte der Beschuldigte die Nachbarn angegriffen oder die ihn? Aus Rache für voraus gegangene Taten des Mannes. Das konnte das Gericht nicht zweifelsfrei klären, daher Freispruch in diesem Punkt der Anklage.

Eine beschmierte Tür in Tauche in Brandenburg (Quelle: rbb)
Bild: rbb

Beschuldigter bekommt Entschädigung

Für die Körperverletzung in zwei anderen Fällen wird er dagegen zu einer Geldstrafe von 1125 Euro verurteilt. Außerdem appellierte die Richterin an den Beschuldigten, sich um ärztliche Hilfe zu bemühen, da dies auch für ihn von Vorteil sein könnte.

Der Beschuldigte streitet bisher ab, dass er krank ist und hatte eine Behandlung abgelehnt. Von März bis Dezember 2018 war er in einer Psychiatrie untergebracht worden - auf gerichtliche Anordnung. Doch da seine Taten nicht in Zusammenhang mit seiner Erkrankung zu sehen sind, wird er für diesen Zeitraum nun entschädigt.

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