Ein Zug der DB Regio auf dem Hbh Berlin
Audio: Antenne Brandenburg 15:10 Uhr | Bild: imago/Rainer Weisflog

25 Jahre Regionalexpress 1 - "Der RE1 ist für mich die Königslinie"

Vor 25 Jahren am 24. Mai ist der Regionalexpress RE1 zum ersten Mal unterwegs gewesen. Die schnelle Verbindung zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin und weiter nach Brandenburg/Havel oder Magdeburg ist eine Lebensader für die Region an der Grenze zu Polen. Wir haben mit dem Lokführer der Jungfernfahrt gesprochen.

Uwe Stage hat den ersten Regionalexpress RE1 gefahren. Das ist 25 Jahre her. Jetzt ist Stage Rentner, aber immer noch aktiv im Führerstand. Er fährt den Zug als Aushilfe bei DB Regio. Nach 47 Jahren bei der Bahn ist er deshalb einer der Ehrengäste auf der Jubiläumsparty zum 25. Geburtstag des Regio. rbb24-Reporter Tony Schönberg hat Uwe Stage getroffen.

rbb24: Wir war damals die Jungfernfahrt?

Uwe Stage: Ich war mit der erste Zugführer auf diesem Zug von Frankfurt (Oder) nach Potsdam Pirschheide, und dann ging es nach Berlin Ostbahnhof. Da habe ich noch viele Unterlagen, viele Bilder und Telefonkarten, die es gab. Es wurde auch Kaffee ausgeschenkt zum Anfang. Kostenlos für die Fahrgäste der ersten Klasse. Nachher konnte man den Kaffee für 50 Cent kaufen. Wir waren eine tolle, eingespielte Truppe und mussten uns damals alle bewerben. Wir waren früher alles ausgesuchte Personaler.

rbb24: Wie sah die Anfangszeit aus?

Uwe Stage: Die Anfangszeiten waren sehr schön, weil es ja schon moderne Wagen waren- Doppelstockwagen. Leider ohne Klimaanlage. Dann kam nachher eine andere Zuggruppe mit Klimaanlage, wie sie jetzt ist. Aber es war ein sehr schönes Fahren. Und ich muss Ihnen sagen: das Fahrgastaufkommen ist so unwahrscheinlich hoch angestiegen. Der Zug wird angenommen. Er fährt ja nun im 30-Minutentakt Brandenburg – Magdeburg, und da fahren auch täglich tausende Studenten von Berlin zur Universität, und von der Universität wieder zurück nach Berlin. Ich muss ehrlich sagen, es war eine schöne Anfangszeit. Auch wenn man heute sieht, wie sich alles verändert hat - zum Positiven muss ich sagen. Und der Zug wird angenommen, da er ein sehr gutes Verkehrsmittel für den VBB und für das Land Brandenburg ist. Das ist ja eine der mit am meisten Fahrgästen besuchte Strecke, die RE1, und das ist sehr lukrativ muss ich sagen. Sie sind schnell in Berlin und haben gute Umsteigmöglichkeiten. Aber ich sage mal so: Die RE1 ist für mich die Königslinie.

rbb24: Aber es gibt doch auch Probleme?

Uwe Stage: Natürlich gibt es Probleme, wenn gebaut wird auf der Strecke. Dass ist natürlich logisch. Gebaut muss auch werden, wie auf der Autobahn. Dann haben die Fahrgäste natürlich manchmal ein Problem. Dann müssen sie in Erkner aussteigen und mit der S-Bahn oder teilweise mit dem Schienenersatzverkehr fahren. Aber dass ist ja auf allen Linien so. Teilweise reichen ja die Wagen nicht aus. Der RE1 hat ja fünf Doppelstockwagen, aber es ist trotzdem schwierig weil viele Fahrgäste sagen: „Mensch, hängen Sie doch noch einen Wagen ran!“. Das ist nicht so einfach. Wo sollen die Wagen herkommen? Die Bahnsteiglängen reichen ja nicht aus, da sie zu kurz sind um noch mehr Wagen ran zuhängen. Übrigens wollte man ja im Berufsverkehr einen 20-Minutentakt fahren. Kann ich mir auch kompliziert vorstellen, da die Strecke überwiegend schon sehr ausgelastet ist. Etwa durch den Güterverkehr oder auch den Eurocity von Poznan, Warschau kommend nach Berlin. Ich denke mir, dass das sehr kompliziert wird auf dieser Strecke. Bis 2022 fährt erstmal die DB Regio und dann hat die ODEG den Zuschlag bekommen. Aber wie und was, da kann man sich schlecht zu äußern.


Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Von wegen diese kann man heute noch erleben und was heißt modern ? Die Fahrgestelle stammten aus der DDR und sie fahren heute noch herum. Auf der Stecke des RB11 z.Bsp, Vertragswidrig schafft es die DB Regio nicht die 4 bestellten Talent Züge auf die Stecke zu bringen.

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