National Unteres Odertal (Barnim, Uckermark)
rbb / Daniel Tautz
Audio: Antenne Brandenburg | 29.06.2020 | Matthias Platzeck zu Nationalpark Unteres Odertal | Bild: rbb / Daniel Tautz

Auenlandschaft seit 25 Jahren geschützt - Zukunftssorgen im Nationalpark Unteres Odertal

Der Nationalpark Unteres Odertal genießt nach Aussage von Leiter Dirk Treichel mittlerweile eine hohe Akzeptanz in der Region. Dieses Fazit zog er anlässlich der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Parkes am Montag im Schloss Criewen (Uckermark). So habe es im vergangenen Vierteljahrhundert zwar immer wieder auch Konfikte mit früheren Nutzern der Flächen gegeben. Mittlerweile aber sei weitgehend akzeptiert, dass die Auenflächen naturbelassen bleiben sollen.

Bei der Festveranstaltung ebenfalls vor Ort war der Ökologe und alternative Nobelpreisträger Michael Succow, der als letzter Umweltminister der DDR die Entstehung des Nationalparks maßgeblich vorangetrieben hatte. Kurz vor dem Ende der DDR hatte er eine große Fläche des Staatsgebietes als Naturschutzgebiete ausweisen lassen. Später sind daraus verschiedene Nationalparks in Ostdeutschland entstanden.

Succow warnte am Montag vor dem von Polen geplanten Oderausbau. Gerade in Deutschland sei der Flusslauf bereits sehr eingeengt und reglementiert. Die Oder aus finanziellen Erwägungen auszubauen, sei für Fluss und Region der falsche Schritt.

Polen will Oder-Schifffahrt ausbauen

Hintergrund der Disskussion ist, dass die Republik Polen die Oder deutlich vertiefen und für die Schifffahrt ausbauen möchte. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten beginnen. Deutschland steht diesen Plänen bislang aus umweltpolitischen und witschaftlichen Gründen skeptisch gegenüber.

Auch der frühere Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) kritisierte die Ausbaupläne für die Oder. Wie er dem rbb bereis am Wochenende sagte, fürchtet Platzeck, durch den einseitigen Ausbau mitsamt Verengung und einer Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit könne die geschützte Landschaft nachhaltigen Schaden nehmen.

Platzeck war zum Zeitpunkt der Gründung des Nationalparkes Brandenburger Umweltminister. Er regt nun an, mit der polnischen Regierung noch einmal über den Ausbau ins Gespräch zu kommen.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wo in den Plänen Polens steht etwas von einer deutlichen Vertiefung der Oder? Es sollen lediglich die Buhnen repariert werden. Bitte lieber rbb, lieber recherchieren, statt Gerüchte zu verbreiten. Die Pläne lagen vor einem Jahr in Frankfurt (Oder) zur Ansicht aus. Rbb Reporter Philipp Barnsdorf war da, hätte er mal rein geschaut. Warum sollen die Polen nicht ihr Land gegen Hochwasser schützen? Gerade in diesen Tagen sehr notwendig, gehen Sie doch mal zur Oder. Wir haben nunmal nicht immer Niedrigwasser.

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