Eine Frau schneidet Lavendel auf einem Lavendelfeld in der Uckermark
Bild: Audio: Antenne Brandenburg | 14.07.2020 | Audio: Elke Bader

Provence des Nordens - Landwirt erntet Lavendel in der Uckermark

Ein Duft von Lavendel zieht durch die Uckermark. Der hügelige Landstrich im Norden Brandenburgs wird auch Toscana des Nordens genannt, nun könnte auch Provence passen. Eine Familie in Brüssow bei Prenzlau pflanzt dort Lavendel an. Von Elke Bader

Wer in der Uckermark dem Lavendelduft folgt, landet ganz im Norden, zwischen hügeligen Getreidefeldern hinter Brüssow. Dort, in Grimme, liegt weit hingestreckt das tief violette Lavendelfeld von Karol Olszewski. "Das ist eine winterharte Version, die überlebt bis minus 25 Grad. Das ist eine Spezialsorte für diese Region", sagt er.

Eine Frau schneidet Lavendel auf einem Lavendelfeld in der Uckermark
Bild: rbb/Elke Bader

Auch speziell für die Region sind die trockenen kalkhaltigen Böden. Und die sind ideal für den Lavendelanbau. Denn seine viertausend Lavendelpflanzen brauchen kein Wasser, sagt Landwirt Olszewski. "Nur im ersten Jahr, beim Anpflanzen", sagt er. "Aber seit drei Jahren mussten wir keinen Tropfen gießen. Das ist eine sehr einfache Pflanze."

Leicht zu ernten

Die Pflanzen sind eigentlich auch einfach zu ernten. Mit einem scharfen Messer schneidet Erntehelferin Kasia Flis den Lavendel büschelweise ab - ganz so, als pflücke sie einen Blumenstrauß. "Man nimmt eine große Handvoll und schneidet dann mit der Sichel - zack, zack, viermal", sagt sie.

Fläschchen mit Lavendelöl geerntet in der Uckermark
Bild: rbb/Elke Bader

Maschine trennt Blüten ab

Zwölf Sträuße lassen sich so aus einer Lavendelpflanze schneiden. In seiner Scheune hängt Karol Olszewski die vielen duftenden Büschel zum Trocknen auf. Zwischen den Holzbalken steht die selbstgebaute Lavendelbearbeitungsmaschine wie Karol sie nennt. Sträußchen für Sträußchen schiebt er in eine Bürste, die sich dreht.

"Damit trenne ich die Lavendelblüten von den Pflanzen", sagt er. Verarbeitet werden die Pflanzen von regionalen Produzenten in der Uckermark wie der Käserei Wolters. Dort werden die lilafarbenden Blüten nicht nur dem Käse zugesetzt, sondern landen auch als Zutat in Eiscreme, Sirup und Brotaufstrich.

Mehr in drei Jahren

Ein weiterer regioanler Produzent stellt Naturseifen und Öle her. Weil Olszewskis Lavendel so gefragt ist, will er im nächsten Frühjahr Lavendel auf insgesamt vier Hektar anpflanzen. Das Pflanzen und Ernten erledigen dann aber Maschinen, sagt der Lavendelbauer.

Für die dann insgesamt 32.000 Pflanzen hat er auch schon Abnehmer angefragt. "Für die Kosmetik-Industrie, dafür brauche ich dann aber eine mobile Dampfdistillerie. Mobil, damit ich damit auch andere Kräuter in der Nachbarschaft verarbeiten kann", sagt er. Das wird aber erst in drei Jahren soweit sein. So lange dauert es, bis der neu gepflanzte Lavendel erntereif ist.

Beitrag von Elke Bader

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1 Kommentar

  1. 1.

    Endlich mal was vernünftiges in der Uckermak.

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