Das Brandenburgische Staatsorchester probt in der Gedenkstätte "Seelower Höhen"
Video: Brandenburg Aktuell | 25.09.2020 | Fred Pilarski | Bild: rbb/Elke Bader

75 Jahre Kriegsende - Staatsorchester spielt auf Seelower Höhen

1945 starben hundertausende Russen, Polen und Deutsche bei der Schlacht auf den Seelower Höhen. 75 Jahre nach Kriegsende spielt das Brandenburgische Staatsorchester am Ort des Geschehens ein Gedenkkonzert - mit umfangreichem Hygiene-Konzept.

Als Dimitri Schostakowitsch im Winter 1941/42 die Leningrader Sinfonie komponierte, fielen um ihn herum Bomben. 900 Tage hatte die Wehrmacht Leningrad belagert. Hunderttausende starben. Etwa drei Jahre später, kurz vor Kriegsende 1945, verloren bei der Schlacht um die Seelower Höhen wieder bis zu 100.000 Menschen ihr Leben.

Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes spielt das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder) deshalb dort die Leningrader Sinfonie. Nachdem der erste Konzerttermin im Mai wegen der Corona-Pandemie verschoben worden war, spielen die Musiker nun am Freitagabend an der Gedenkstätte Seelower Höhen.

"Wehret den Anfängen"

„Hier an der dieser Stelle haben viele Menschen – Russen, Polen, Deutsche – ihr Leben verloren. Die über 60 Millionen Toten des 2. Weltkriegs dürfen nicht vergessen werden, damit so etwas nie wieder passiert“, sagte der Brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke vor dem Konzert.

Jörg Peter Weigle, Dirigent des Staatsorchesters, sagt, es sei Schostakowitsch gelungen, die schrecklichen Kriegserlebnisse in Musik zu fassen. „Es geht darum, dass Schostakowitsch uns klarmachen will ‚Wehret den Anfängen‘“, sagt Weigle.

Umfangreiches Hygiene-Konzept

Sein Orchester spielt zwischen alten Panzern und anderem Kriegsgerät, das auf der Gedenkstätte ausgestellt ist. „Das ist das erste Mal, das ich so direkt in eine solche Kulisse reingeworfen werde“, sagt Dirigent Weigle weiter.

Etwa 100 Musiker sind für die Leningrader Sinfonie notwendig. Dementsprechend umfangreich ist das Hygiene-Konzept. Alle 100 wurden regelmäßig auf Corona getestet. Nur deshalb dürfen sie, dicht beieinander sitzend, die Sinfonie zum Besten geben.

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