Streit um Rodung Krugberg in Werbig 1
Audio: Antenne Brandenburg | 22.09.2020 | Elke Bader | Bild: Elke Bader/rbb

Seelow (Märkisch-Oderland) - Debatte um Rodungen auf dem Krugberg

In Werbig streiten Anwohner und das Landesumweltamt über die Rodung des Krugbergs. Dabei geht es neben Umweltschutz auch um mögliche Gefahren für den Verkehr und um die Nutzung des beliebten Freizeittreffpunktes. Von Elke Bader

In Seelower Ortsteil Werbig (Märkisch-Oderland) soll das Wahrzeichen des Ortes - der Krugberg - gerodet werden. Die Rede ist von Kahlschlag. So sollen die Robinien auf dem Westhang gefällt werden. Das Landesumweltamt (LUA) spricht vom "Wiederherstellen des Trockenrasenhanges". Nach EU-Naturschutzrichtlinien dürfen auf einem Trockenrasenhang nur wenige Bäume und Sträucher stehen. Damit sollen Lebensräume für wildlebende Arten geschaffen werden.

Verein pflegt selbst das Areal

Die Mitglieder des Krugberg-Vereins, die sich gegen die Maßnahmen stemmen, befürchten, dass der Steilhang des Berges über der Straße den Halt verlieren wird. Außerdem seien sogar negative Folgen für Bienen und dort nistende Vögel nicht auszuschließen.

Zudem braucht es nach Auffassung von Vereins-Mitglied Siegmar Kaethner keine große Naturschutzmaßnahme auf dem Areal. Der Verein vom Krugberg lege oft selbst Hand an. "Wir haben selbst schon die Büsche aus der Wiese herausgeschnitten, pflegen den Friedenswald und halten alles kurz“, so Kaethner. „Man muss uns nur machen lassen."

Doch nur Sträucher entnehmen reiche dem Umweltamt zufolge für einen Trockenrasenhang eben nicht aus. Es müssen fachgerecht auch kleinere Robinien entnommen werden. Die Wurzeln sollen in der Erde bleiben. Das würde den Hang befestigen.

Beliebter Freizeitort

Doch nicht nur die Umwelt könnte leiden, sondern auch die Aktivitäten der Einwohner am Berg müssten wegfallen. Marlies Elsner vom Verein sagt: "Es gibt nur eine bestimmte Personenanzahl, die sich dort aufhalten darf. Auch die Kinder dürfen dort nicht mehr rodeln und Drachen steigen lassen ist ebenfalls verboten."

Wie das Landesumweltamt auf Nachfrage bestätigt, soll Rodeln und Drachensteigen nach der Umwandlung in eine Trockenrasenwiese möglich sein. Nur eben an anderer Stelle.

Rodung zunächst verschoben

Das größte Problem für Werbigs Ortsvorsteher Wolfgang Kadler ist aber, dass es keine ordnungsgemäße Unterrichtung von der Naturschutzbehörde gegeben habe. Er sagt: "In dem Schreiben, dass die Stadt Seelow bekommen hat, wurde von einer "Entbuschung“ geredet. Wir reden hier aber von einer Entholzung.“

Laut Kadler wissen die in Köln lebenden Besitzer des Hanges von einer möglichen Entholzung noch nichts. Das Landesumweltamt wird sich jetzt mit ihnen in Verbindung setzen. Somit ist das Wiederherstellen des Trockenrasenhanges erst einmal verschoben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.09.2020, 15:10 Uhr

Beitrag von Elke Bader

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