Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft - Klöckner informiert sich über ASP in Eisenhüttenstadt

Klöckner und Woidke infomieren sich in Eisenhüttenstadt über ASP.
Audio: Antenne Brandenburg | 08.10.2020 | Marie Stumpf | Bild: rbb / Marie Stumpf

Die Bundesministerin Julia Klöckner informierte sich über die Afrikanischen Schweinepest in Eisenhüttenstadt. Sie kündigte Unterstützung für Zaun und Landwirte an. Sie warnt aber auch, dass ein Zaun nicht ausreiche. Mit Material von Marie Stumpf

Am Donnerstag hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner (CDU) sich gemeinsam mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zur ASP-Lage informiert. Mittlerweile wurden in einem Monat nun 54 Wildschweinkadaver gefunden. Die Tiere sind an der Schweinepest verstorben. Der Hotspot ist der Landkreis Oder- Spree, die Gegend um Neuzelle. Dort hat sich Bundesministerin Julia Klöckner am Donnerstag umgesehen. Sie war beim Zaunbau in Neuzelle und im Krisen-Koordinationstab in Eisenhüttenstadt.

Landwirtschaft betroffen

Woidke betont, dass sie die gemeinsame Arbeit brauchen, um die Lage in Griff zu bekommen. "Es hat massive Auswirkung auf die Landwirtschaft, nicht nur auf die Schweineproduktions, sondern auf viele Betriebe und ihre Flächen", führt Woidke aus. Viele Landwirte können aktuell nicht ernten und säen, da sich Wildschweine in den Feldern verstecken könnten. Auch die Jäger dürfen erst wieder auf Wildschweinjagd gehen, wenn eine breite 20 Kilometer breite Pufferzone eingezäunt wurde.

Finanzierungshilfe von Land und EU

Für alle Ausfälle, die die Landwirte wegen der Schweinepest erleiden, sollen sie entschädigt werden - komplett und schnell, verspricht Landesumweltminister Axel Vogel (Grüne). Das Geld kommt vom Land. In seinem Haushalt ist für die Bekämpfung der Seuche nun offiziell Geld bewilligt worden.

Unterstützung von außerhalb gibt es dagegen beim Thema Zaun. Hier soll die Europäische Union Brandenburg finanziell unter die Arme greifen. Für viele hatten die Verantwortlichen erst sehr spät gehandelt, die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hält dagegen: "Es ist illsuorisch zu glauben, dass man ein ganzes Bundesland abschirmen könnte oder auch Deutschland und Polen abzäunen könnte."

Schutzzaun in Spree-Neiße

Etwas südlicher im Landkreis Spree-Neiße stehen auch bereits die ersten Kilometer des 65 Kilometer langen Schutzzaunes. Landrat Harald Altekrüger (CDU) hat sich den aktuellen Stand am Donnerstag angesehen. "Die Pfähle sind gestellt und der Zaun wird auch schon drangehängt", so Altekrüger. Kleine Tiere sollen hindurch können. Wildschweine können ihn aber weder einreißen noch unterwühlen, so der Landrat. Mit dem Bau beauftragt ist die Firma Verdi. Der Bau ist aufwändig, im Vorfeld waren bereits Munitionssuchtrupps im Einsatz.

Übertragungsweg Mensch

Die Zäune um die Kernzone im Landkreis Oder-Spree sollen in etwa anderthalb Wochen fertig sein. Doch Klöckner betont, dass nicht nur die Schweine selbst die Überträger der tödlichen Viren sind, sondern auch der Mensch: "Wir wissen auch, dass die ASP gar nicht so viel über vier Beine sondern auch über vier Räder übertragen werden. Vor allem durch Menschen, die Wurstware mitbringen. Über Pflegepersonal, über LKW-Fahrer." Gerade in der Grenzregion müssen jetzt viele Menschen sensibilisiert werden.

Bei allen Maßnahmen stellt Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner heute auch klar: Deutschland ist erst frei von Schweinepest, wenn ein Jahr lang kein Fall mehr aufgetreten ist.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.10.2020, 17:30

 

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