Proben der Frankfurter Jugendlichen des deutsch-polnischen Jugendorchesters
Audio: Antenne Brandenburg | 12.10.2020 | Robert Schwaß | Bild: Robert Schwaß/rbb

Musizieren trotz Corona-Beschränkungen - Deutsch-polnisches Jugendorchester probt jetzt digital

Die Musiker des deutsch-polnischen Jugendorchesters spielen trotz Coronapandemie nun wieder gemeinsam. Ermöglicht wird das durch Technik über die Oder hinweg. Doch auch die Umwelt liegt der Jugend am Herzen.

Hochkonzentriert üben die 25 jungen Musikerinnen und Musiker des deutsch-polnischen Jugendorchesters in der Konzerthalle in Frankfurt (Oder). Es ist eine besondere Probe, denn tatsächlich anwesend ist nur die deutsche Besetzung. Im hinteren Teil des Proberaums steht eine kleine Leinwand. Darauf läuft eine Aufzeichnung der polnischen Kollegen in Zielona Gora, die ihren Teil der Komposition bereits vorab eingespielt haben.

Technik bietet neue Möglichkeiten

Im zeitversetzten Dialog also musizieren nun die Bläser und Streicher von der westlichen Oderseite ihren Teil dazu bei. Dank eines professionellen Toningenieurs und der Aufnahmetechnik ist für den Laien kaum ein Unterschied zwischen Live- und Playback-Aufnahme festzustellen. Auf dieser Grundlage wird dann eine weitere erstellt.

Eine neue Erfahrung ist das für die 14-jährige Flötistin Cecilie Stoll: "Ich hatte das Gefühl, man darf sich jetzt auf keinen Fall verspielen, weil überall Mikrophone aufgestellt waren." Für Schlagzeuger René Hansmann sind die Aufzeichnungen der etwas anderen Art eine überraschend positive Erfahrung: "Wir sind ganz gut klargekommen, dafür, dass wir das in so kurzer Zeit gemacht haben."

Ökologische Orchesterarbeit dank engagierter Jungmusiker

Die digitale Übungsstunde ist das Ergebnis des Corona-Lockdowns in der ersten Jahreshälfte. Trotz geschlossener Grenzen blieben die Jugendlichen über das Internet im Kontakt. Doch auch musikalisch mussten Lösungen her.

Die digitale Übungsstunde ist das Ergebnis des Corona-Lockdowns in der ersten Jahreshälfte. Trotz geschlossener Grenzen blieben die Jugendlichen über das Internet im Kontakt. Doch auch musikalisch mussten Lösungen her.

 

Die digitale Übungsstunde ist das Ergebnis des Corona-Lockdowns in der ersten Jahreshälfte. Trotz geschlossener Grenzen blieben die Jugendlichen über das Internet im Kontakt. Doch auch musikalisch mussten Lösungen her.

 

So entstand das grenzüberschreitende Format "Klima(t) 2.0", dass sich, gefördert vom Auswärtigen Amt, mit Umweltthemen beschäftigt. "Man kann mit guter Musik ein schönes Klima im Raum schaffen", sagt der 18-jährige Geiger Konrad Nülken.

Auch die Orchester-Arbeit selbst soll nun ökologischer gestaltet werden. "Wenn man das wörtlicher nimmt, kann man auch sagen: Gut, wir verzichten auf Flugreisen und achten darauf, dass wir entweder mit einer Busfirma oder vielleicht mit dem Zug unterwegs sind", sagt Konrad Nülken. Statt zu proben, gehen die Jungmusiker in ihren Pausen auch mal im Frankfurter Lenné-Park auf Müllstreife.

Über das Engagement und den nicht abgerissenen Kontakt des Orchesters freut sich auch Dirigent Hannes Metze. "Wir werden auf alle Fälle auf die Erfahrungen der letzten Wochen zurückgreifen und uns digital weiter musikalisch miteinander unterhalten." Und so soll das Orchester-Projekt Corona zum Trotz auf absehbare Zeit fortgesetzt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.10.2020, 14:10 Uhr

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